SafeAssistance auf Hannover Messe

Mit "SafeAssistance" erkennt der Roboter zuverlässig Menschen in seiner Umgebung, um durch kontextabhängige Reaktionen die Mensch-Roboter-Interaktion sicher zu machen. © Universität Augsburg - ISSE

Das Institut für Software & Systems Engineering (ISSE) der Universität Augsburg präsentiert auf der Hannover Messe am Stand des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) Ergebnisse aus dem Projekt SafeAssistance.

Projektziel ist ein intelligentes System zur Erkennung von Personen im Arbeitsraum von Industrierobotern. Mittels kapazitiver Sensoren werden – unabhängig von sonstigen Hindernissen und Störeinflüssen – Menschen in der Umgebung des Roboters zuverlässig erkannt, sodass dieser geeignet reagieren kann. Das macht eine sichere Zusammenarbeit von Mensch und Roboter möglich – ohne trennende Schutzwände, wie sie derzeit noch notwendig sind.

Die Bevölkerung in Deutschland wird immer älter. Das führt zu durchschnittlich älter werdenden Arbeitskräften, gleichzeitig mangelt es an neuen Fachkräften in der Industrie. Durch Roboter, die den Menschen bei der Arbeit unterstützen, können ältere Mitarbeiter körperlich entlastet werden und länger ihre gewohnten Tätigkeiten ausführen.

Gleichzeitig kann durch die längere Beschäftigung älterer Mitarbeiter der Mangel an neuen Fachkräften kompensiert werden. Bislang dürfen Industrieroboter in der Regel jedoch nur innerhalb trennender Schutzzäune fern von Menschen betrieben werden.

Am Augsburger Institut für Software & Systems Engineering arbeiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler daran, dass Roboter und Arbeiter sicherer zusammenarbeiten können. Im Projekt SafeAssistance wird ein auf kapazitiven Sensoren basierendes Sicherheitssystem erforscht, das in einer Umgebung mit Störeinflüssen und Hindernissen zuverlässig Menschen im Arbeitsraum erkennen kann.

Durch ein von den Sensoren gebildetes elektrisches Feld, das den Roboter umgibt, können Menschen von ihm gezielt erkannt werden. Zudem werden auch kontextabhängig geeignete Strategien, mit denen der Roboter dann entsprechend reagiert, im Rahmen von SafeAssistance erarbeitet.

Unter Wirtschaftlichkeitsgesichtspunkten wichtig ist, dass herkömmliche Industrieroboter mit SafeAssistance im Sinne einer sichereren Mensch-Roboter-Interaktion, die ohne trennende Schutzeinrichtungen auskommt, nachgerüstet werden können.

Im weiteren Projektverlauf soll das System so konzipiert werden, dass es bestehenden gesetzlichen Rahmenbedingungen genügt und von der Berufsgenossenschaft zugelassen werden kann.

SafeAssistance in Aktion auf der Hannover Messe in Halle 2

SafeAssistance wird vom BMBF im Rahmen der Fördermaßnahme „KMU-innovativ: Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT)“ gefördert. Projektpartner des Augsburger ISSE sind die Firmen MRK Systeme GmbH und SD Hirsch automotive. Zusätzlich unterstützt die Audi AG das Projekt als assoziierter Partner.

Auf der Hannover Messe 2015 wird am Stand des BMBF (Halle 2 B22) anhand eines Exponats gezeigt, wie eine sichere Zusammenarbeit von Mensch und Roboter ohne trennende Schutzeinrichtung möglich ist.

http://www.isse.de/safeassistance
http://www.bmbf.de/de/26341.php

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Klaus P. Prem idw - Informationsdienst Wissenschaft

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