SADA auf der HANNOVER MESSE: Besser fahren dank intelligenter Sensordatenfusion

EO smart connecting car 2 DFKI GmbH, Foto: Timo Birnschein

Auf der HANNOVER MESSE, 23. bis 27. Juni 2018, stellt das Konsortium die Ergebnisse des Vorhabens auf dem Stand des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) – Halle 2, Stand C28 – anhand des robotischen Fahrzeugs EO smart connecting car 2 vor.

Moderne Fahrzeuge werden mit immer mehr On-board-Sensorik ausgestattet. Fahrerassistenzsysteme und autonomes Fahren verwandeln PKWs und LKWs in fahrende Messstationen. Zudem liefern stationäre Sensoren in der Verkehrsinfrastruktur zahlreicher Städte aktuelle Informationen über Verkehrsflüsse, Straßenauslastung oder Parkplatzbelegung.

Auch die Autofahrenden selbst bringen Sensoren mit, z.B. in ihren Smartphones. Jedoch findet eine kombinierte Auswertung dieser mobilen und stationären Sensordaten bisher in der Regel nicht statt. Diese könnte dazu beitragen, die Auslastung der Verkehrsinfrastruktur zu optimieren, Staus zu reduzieren, die Sicherheit zu erhöhen oder den CO2-Ausstoß zu verringern.

Intelligente Verknüpfung heterogener Sensordaten im Straßenverkehr

Im Verbundvorhaben SADA (Smart Adaptive Data Aggregation) arbeiteten das DFKI Robotics Innovation Center unter Leitung von Prof. Dr. Dr. h. c. Frank Kirchner, die BaseLabs GmbH, NXP Semiconductors, die fortiss GmbH und die ALL4IP TECHNOLOGIES GmbH & Co. KG unter Koordination der Siemens AG gemeinsam an einem System, das eine dynamische Integration und Auswertung von Daten aus unterschiedlichen und nicht aufeinander abgestimmten Sensoren ermöglicht.

Der dafür entwickelte Adaptions- und Fusionsprozess ist in der Lage, in Echtzeit zu erkennen, welche Daten ihm zur Verfügung stehen, die relevanten Daten für den Anwendungsfall auszuwählen und somit schnell zu reagieren. Auf diese Weise realisiert das Vorhaben die intelligente und flexible Verknüpfung von Daten aus den On-board-Sensoren eines Autos mit Daten aus zuvor unbekannten stationären Infrastruktur-Sensoren.

DFKI realisiert Sensordatenfusion in Echtzeit und Daten-Priorisierung

Als zentrale Systemkomponente entwickelte das Robotics Innovation Center im Projekt ein Back-End, das zum einen der Verwaltung und Verarbeitung von Sensordaten dient, zum anderen in der Lage ist, mobile und stationäre Sensoren zueinander in Beziehung zu setzen.

Das Back-End verwaltet formalisierte semantische Metadaten, welche die Eigenschaften und Kontextbezüge der verfügbaren Sensoren sowie Datensätze beschreiben und so die Basis für eine automatisierte Ad-hoc-Fusion heterogener Sensordaten bilden. Zudem realisierten die DFKI-Wissenschaftler eine effiziente und ausfallsichere Kommunikationsinfrastruktur, die zu jeder Zeit sicherstellt, dass die zur Umsetzung komplexer Aufgaben in Echtzeit notwendigen Daten und Verarbeitungskapazitäten zur Verfügung stehen.

Range-Extender für erhöhte Fahrzeugreichweite und verbesserte Umweltwahrnehmung

Darüber hinaus entwickelte der DFKI-Forschungsbereich in SADA einen sogenannten Range-Extender, d.h. einen Anhänger für Elektroautos, der mit zusätzlichen Batterien und Sensoren, ausgestattet ist. Diese ermöglichen dem Fahrzeug, weitere Strecken zurückzulegen und zusätzliche Umgebungsdaten aufzuzeichnen.

Den Auftritt auf der HANNOVER MESSE verbinden die Projektpartner mit dem Abschluss des Vorhabens und demonstrieren die Ergebnisse an dem am Robotics Innovation Center entwickelten robotischen Elektrofahrzeug EO smart connecting car 2, das in SADA als Demonstrationsplattform dient. Dank erweiterter Allradlenkung kann das Roboterauto seitwärts fahren und sich auf der Stelle drehen. Zudem ist es in der Lage, seine Morphologie zu ändern und fast 80 cm in der Länge zu schrumpfen.

SADA wurde vom 1. Februar 2015 bis 30. April 2018 durch das BMWi mit einem Gesamtvolumen von 3,8 Mio. Euro gefördert.

Weitere Informationen:
http://www.projekt-sada.de/
www.dfki.de/robotik/de/forschung/projekte/sada.html

Bildmaterial:
Unter https://cloud.dfki.de/owncloud/index.php/s/RxPcG7IpfTquTHv stehen Fotos zum Download bereit. Diese können Sie unter Angabe des Copyrights gerne verwenden.

Ansprechpartner:
Christian Backe
Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH (DFKI)
Robotics Innovation Center
E-Mail: Christian.Backe@dfki.de
Tel.: +49 421 17845 6634

Pressekontakt:
Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH (DFKI)
Team Unternehmenskommunikation Bremen
E-Mail: uk-hb@dfki.de
Tel.: +49 421 17845 4121

Media Contact

Andrea Fink DFKI Bremen idw - Informationsdienst Wissenschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: HANNOVER MESSE

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreib Kommentar

Neueste Beiträge

Effizientes Ventil für Elektronenspins

Forscher der Universität Basel haben zusammen mit Kolleginnen aus Pisa ein neues Konzept entwickelt, das den Eigendrehimpuls (Spin) von Elektronen verwendet, um elektrischen Strom zu schalten. Neben der Grundlagenforschung könnten…

© Rodewald/DKFZ

Neue Technologie gibt Einblicke in die Entwicklung von Immunzellen

Aus Blutstammzellen geht das gesamte Spektrum unserer Blut- und Immunzellen hervor. Doch welche Gene beeinflussen die Entwicklung hin zu den verschiedenen Zelltypen? Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) stellen nun eine…

24.000 Kilometer in der Sekunde: Bislang schnellster Stern von Kölner Physikern entdeckt

Erforschung von Hochgeschwindigkeitssternen durch Teleskop in Südamerika / Kölscher „4711“-Stern braucht nur 7,6 Jahre um Schwarzes Loch zu umkreisen Dr. Florian Peißker und Professor Dr. Andreas Eckart vom I. Physikalischen…