Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Technische Innovationen führen aus der Klimafalle

03.04.2008
WORLD ENERGY DIALOGUE zum klimaschonenden Ausbau von Kraftwerken und Netzen

Nach Industrieangaben sind über 25 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen mit technischen Innovationen im Energiesektor vermeidbar; allein in Deutschland müssen 40 000 Megawatt fossile und nukleare Kraftwerkskapazität ersetzt und 55 000 Megawatt fluktuierende Leistung aus Wind- und Solaranlagen integriert werden.

Technische Innovationen sind ein entscheidender Hebel, um dem Klimawandel wirksam zu begegnen. Doch Technologien allein entfalten noch nicht ausreichend Wirkungskraft. Es bedarf ebenso politischer Rahmenbedingungen und eines geschärften Bewusstseins. Auf dem WORLD ENERGY DIALOGUE, dem Energiegipfel der HANNOVER MESSE, stellen sich hochrangige internationale Vertreter aus Politik, Energiewirtschaft und Industrie den akuten Herausforderungen.

Der globale Technologiekonzern Siemens betrachtet die aktuelle Situation auch als Chance. "Trotz der enormen Herausforderungen, die vor uns liegen, können wir zuversichtlich in die Zukunft blicken. Viele der Technologien für die Energieversorgung von morgen sind bereits heute verfügbar. Nun gilt es, diese auch konsequent einzusetzen und gleichzeitig die Entwicklung CO2-armer Technologien mit Nachdruck weiter voranzutreiben", sagt Wolfgang Dehen, CEO von Siemens Energy Sector.

Die Wirtschaft wächst weltweit und mit ihr die Nachfrage nach Leistungen, die von Energie abhängen, wie Heizungen, Kühlsysteme, die Mobilität oder Kommunikationstechnologien. Ohne eine konsequente Effizienzstrategie könnte sich der Energiebedarf der Menschheit bis zum Jahr 2030 verdoppeln. Dazu erklärt Wolfgang Dehen: "Die dringende Frage lautet, wie können wir die steigende Energienachfrage lösen und gleichzeitig das Klima schützen? Unsere Antwort darauf ist klar. Wir müssen den wachsenden Energieverbrauch zum einen mit hocheffizienten fossilen Kraftwerken und zum anderen durch den Ausbau der erneuerbaren Energien befriedigen. Darüber hinaus müssen wir das Stromversorgungsnetz zu einem effizienten, zuverlässigen und vor allem nachhaltigen Energiesystem ausbauen."

Stephan Kohler, Geschäftsführer der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena) und Chairman des WORLD ENERGY DIALOGUE, plädiert für die Versachlichung der Energie- und Klimadebatte. Die Drohkulisse einer angeblich bevorstehenden Lücke bei der Stromversorgung führe laut Kohler am Thema vorbei: "Fakt ist, dass derzeit zu wenig innovative Kraftwerke in Deutschland gebaut werden, um die Stromnachfrage zukünftig effizient und klimaschonend zu decken. Daraus folgt, dass bestehende ineffiziente Kohlekraftwerke mit ungleich höheren CO2-Emissionen länger laufen und die Strompreise kräftig steigen. Das schadet den Klimaschutzanstrengungen ebenso wie den Verbrauchern."

Deutschland will seine CO2-Emissionen bis 2020 um 40 Prozent reduzieren. Laut dena müssen rund 40 000 Megawatt fossile und nukleare Kraftwerkskapazität ersetzt und 55 000 Megawatt fluktuierende Leistung aus Windkraft und Solaranlagen integriert werden. Dafür bedarf es hocheffizienter Kraftwerke. Während Industrieländer ihre Versorgung auf hohem Niveau umstrukturieren, sind Schwellenländer wie China und Indien dabei, in kurzer Zeit neue Kraftwerkskapazitäten in großem Stil aufzubauen. Dadurch eröffnen sich weltweit große Chancen für Hersteller von innovativen Kraftwerkstechnologien.

Michael Feist, Präsident des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), beobachtet mit Sorge den Widerstand gegen neue Kraftwerksprojekte. "Proteste richteten sich aktuell sowohl gegen Kohlekraftwerke als auch gegen Wasserkraftwerke, die Windenergie oder den Bau von Stromleitungen. Woher soll der Strom künftig kommen, wenn am Kraftwerksstandort Deutschland die Erzeugung zunehmend blockiert wird", fragt Feist.

Laut TÜV NORD befinden sich bei konventionellen Anlagen das 700°C-Kraftwerk sowie die CCS-Techniken noch in der Entwicklung. Zu den technischen Herausforderungen zählten unter anderem Werkstoffeigenschaften im Hochtemperaturbereich, die Qualitätssicherung bei der weltweit verteilten Komponentenherstellung sowie die betriebsbegleitende Lebensdauerüberwachung. Bei der dezentralen Stromerzeugung stehen Kraftwerksanlagen mit Kraft-Wärme-Kopplung im industriellen Bereich sowie Brennstoffzellen im Fokus. Die Erzeugung regenerativer Energien erfolgt zurzeit im Wesentlichen mittels Biomasse-Kraftwerken und Windenergieanlagen. Auch Solarthermische Kraftwerke gewinnen an Bedeutung.

Die Dringlichkeit eines Innovationsschubes wird durch den jüngsten Bericht des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen (UNDP) unterstrichen. Das UN Development Programm ruft die Industrieländer dazu auf, beim Klimaschutz eine Führungsrolle zu übernehmen und die Emissionen an Treibhausgasen bis zum Jahr 2050 um mindestens 80 Prozent zu senken. Technologien dafür stehen zur Verfügung. So haben laut Siemens zehn der zum Siemens-Portfolio gehörenden Technologien zusammengenommen bereits ein Reduktionspotenzial von zehn Gigatonnen CO2 p. a. bis zum Jahr 2050. Dies entspricht knapp einem Viertel der gesamten weltweiten CO2-Emissionen.

Der WORLD ENERGY DIALOGUE findet am 22. und 23. April auf dem Messegelände (Halle 27) in Hannover statt.

Ansprechpartner für die Redaktion:
Ralph Kappler
Halo Energy, Brüssel
Tel. +32 (0) 2850 3671
Mail: rkappler@halo-energy.com

Katja Havemeister | Deutsche Messe AG
Weitere Informationen:
http://www.hannovermesse.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie HANNOVER MESSE:

nachricht Network Manager mit Topologiedarstellung
05.04.2019 | PHOENIX CONTACT GmbH & Co. KG

nachricht Energieverteilung leicht gemacht
05.04.2019 | PHOENIX CONTACT GmbH & Co. KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: HANNOVER MESSE >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wie Graphen-Nanostrukturen magnetisch werden

Graphen, eine zweidimensionale Struktur aus Kohlenstoff, ist ein Material mit hervorragenden mechanischen, elektronischen und optischen Eigenschaften. Doch für magnetische Anwendungen schien es bislang nicht nutzbar. Forschern der Empa ist es gemeinsam mit internationalen Partnern nun gelungen, ein in den 1970er Jahren vorhergesagtes Molekül zu synthetisieren, welches beweist, dass Graphen-Nanostrukturen in ganz bestimmten Formen magnetische Eigenschaften aufweisen, die künftige spintronische Anwendungen erlauben könnten. Die Ergebnisse sind eben im renommierten Fachmagazin Nature Nanotechnology erschienen.

Graphen-Nanostrukturen (auch Nanographene genannt) können, je nach Form und Ausrichtung der Ränder, ganz unterschiedliche Eigenschaften besitzen - zum Beispiel...

Im Focus: How to induce magnetism in graphene

Graphene, a two-dimensional structure made of carbon, is a material with excellent mechanical, electronic and optical properties. However, it did not seem suitable for magnetic applications. Together with international partners, Empa researchers have now succeeded in synthesizing a unique nanographene predicted in the 1970s, which conclusively demonstrates that carbon in very specific forms has magnetic properties that could permit future spintronic applications. The results have just been published in the renowned journal Nature Nanotechnology.

Depending on the shape and orientation of their edges, graphene nanostructures (also known as nanographenes) can have very different properties – for example,...

Im Focus: Geminiden - Die Wünsch-dir-was-Sternschnuppen vor Weihnachten

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde (VdS) und des Hauses der Astronomie in Heidelberg - Die Geminiden, die Mitte Dezember zu sehen sind, sind der "zuverlässigste" der großen Sternschnuppen-Ströme mit bis zu 120 Sternschnuppen pro Stunde. Leider stört in diesem Jahr der Mond zur besten Beobachtungszeit.

Sie wurden nach dem Sternbild Zwillinge benannt: Die „Geminiden“ sorgen Mitte Dezember immer für ein schönes Sternschnuppenschauspiel. In diesem Jahr sind die...

Im Focus: Electronic map reveals 'rules of the road' in superconductor

Band structure map exposes iron selenide's enigmatic electronic signature

Using a clever technique that causes unruly crystals of iron selenide to snap into alignment, Rice University physicists have drawn a detailed map that reveals...

Im Focus: Das 136 Millionen Atom-Modell: Wissenschaftler simulieren Photosynthese

Die Umwandlung von Sonnenlicht in chemische Energie ist für das Leben unerlässlich. In einer der größten Simulationen eines Biosystems weltweit haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler diesen komplexen Prozess an einem Bestandteil eines Bakteriums nachgeahmt – am Computer, Atom um Atom. Die Arbeit, die jetzt in der renommierten Fachzeitschrift „Cell“ veröffentlicht wurde, ist ein wichtiger Schritt zum besseren Verständnis der Photosynthese in einigen biologischen Strukturen. An der internationalen Forschungskooperation unter Leitung der University of Illinois war auch ein Team der Jacobs University Bremen beteiligt.

Das Projekt geht zurück auf eine Initiative des inzwischen verstorbenen, deutsch-US-amerikanischen Physikprofessors Klaus Schulten von der University of...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Analyse internationaler Finanzmärkte

10.12.2019 | Veranstaltungen

QURATOR 2020 – weltweit erste Konferenz für Kuratierungstechnologien

04.12.2019 | Veranstaltungen

Die Zukunft der Arbeit

03.12.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Analyse internationaler Finanzmärkte

10.12.2019 | Veranstaltungsnachrichten

Was Vogelgrippe in menschlichen Zellen behindert

10.12.2019 | Biowissenschaften Chemie

Schäden im Leichtbau erkennen durch Ultraschallsensoren

10.12.2019 | Materialwissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics