Umweltpolitische Empfehlungen für Kleine bis mittelgroße Unternehmen

Kleine bis mittelgroße Unternehmen (KMUs) machen einen bedeutenden Teil der europäischen Wirtschaft aus. Ein Verständnis der Wechselbeziehungen zwischen diesen Unternehmen und der Umwelt ist deshalb eine entscheidende Voraussetzung für die Ergreifung von Umweltinitiativen und den Schutz der Umwelt.

Nach jüngsten demographischen Erhebungen stellen KMUs rund zwei Drittel aller Arbeitsplätze in der Europäischen Union. Außerdem geht ein zunehmender Trend dahin, dass KMUs mehr neue Arbeitsplätze schaffen als größere Unternehmen. Wie sich zudem gezeigt hat, sind KMUs eine bedeutende Triebfeder für die europäische Wettbewerbsfähigkeit, weshalb diese Gruppe von Unternehmen in letzter Zeit verstärkt Gegenstand der Forschung und Förderung durch die EU geworden ist.

Ein Beispiel für solche Forschungsaktivitäten ist das Projekt SMES, das im Rahmen des ENV 2C-Programms gefördert wurde. Darin untersuchten mehrere Forschungsinstitute gemeinsam die Wechselwirkungen zwischen KMUs und den im Umweltschutz angewandten Praktiken. Die wichtige Rolle der KMUs in der europäischen Wirtschaft lässt vermuten, dass diese Unternehmen erhebliche Auswirkungen auf die Umwelt haben können.

Daher wurde eine eingehende Marktanalyse durchgeführt, die sich nicht nur den KMUs, sondern auch KMU-Beratern und branchenspezifischen Schwerpunktgruppen widmete. Zur Erzielung von Ergebnissen, die für das europäische Spektrum repräsentativ sind, wurden Unternehmen in Deutschland, Italien Großbritannien und der Republik Irland einer genaueren Betrachtung unterzogen. Die Ergebnisse basieren auf mehreren hundert Fragebögen und persönlichen Interviews und damit auf Daten, die aussagefähig genug für Schlussfolgerungen sind.

Ein interessantes Ergebnis war die Feststellung, dass die Wettbewerbsfähigkeit eines KMUs nicht mit seiner Umweltfreundlichkeit oder seiner Tendenz zur Übernahme umweltfreundlicher Praktiken korreliert war. Auch das Verhalten der Firmenleitung gegenüber der Umwelt war kein entscheidender Einflussfaktor, obwiohl die meisten Firmen ein positives Verhalten zur Umwelt an den Tag legten. Somit kann nicht damit argumentiert werden, dass ein proaktives Umweltverhalten der Wettbewerbsfähigkeit abträglich ist. Klar wurde vielmehr, dass Firmen, die mehr Umweltinitiativen auf den Weg brachten, Vorteile im Hinblick auf die Schaffung neuer Arbeitsplätze hatten. Dies räumt zugleich mit dem verbreiteten Mythos auf, Beschäftigte könnten durch Umweltschutzmaßnahmen ihre Arbeit verlieren.

Die EU war daran interessiert, mehr darüber zu erfahren, welche Hindernisse KMUs von der Umsetzung von Umweltinitiativen abhalten. Wie Rückmeldungen sowohl von KMUs als auch KMU-Beratern erkennen lassen, bilden hauptsächlich fehlendes Kapital, aber auch fehlende Kenntnisse und konkurrierende Prioritäten die wichtigen Faktoren. Gleichwohl waren einige Industriezweige (z.B. die Möbelindustrie) und Regionen (z.B. Deutschland) eher bereit, solche Maßnahmen zu ergreifen. Bei der Identifizierung der besten Geschäftspraktiken dieser führenden Firmen beurteilten die Projektpartner auch die Anwendbarkeit dieser Praktiken auf unterschiedliche Regionen und Branchen.

Das wertvolle Endergebnis der Forschungsarbeit ist eine Serie von umfassenden Empfehlungen an KMUs und politische Entscheidungsträger sowohl auf nationaler als auch auf europäischer Ebene. Die Empfehlungen basieren auf den bestehenden Bedingungen für Erfolg und zeigen zugleich Maßnahmen zum Auffüllen der noch bestehenden Lücken auf. Die Ergebnisse werden derzeit einem breiten Publikum präsentiert. Diese Arbeit wird Europa dabei helfen, auch bei seinen Bemühungen, zur wettbewerbsfähigsten Wirtschaft der Welt zu werden, seine hohen Umweltschutzstandards zu erhalten.

Kontakt:

Professor David Hitchens
Queen’s University of Belfast, Department of Economics
Applied economics professor
University Road, BT7 1NN Belfast, UNITED KINGDOM
Tel: +44-2890-273285
Fax: +44-2890-335156
Email: d.hitchens@qub.ac.uk

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Weitere Informationen:

http://www.qub.ac.uk

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