Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Trotz Weltmeisterschaftseffekt - Zahl der ausländischen Patienten in der Bundesrepublik stagniert

11.08.2008
Institut Arbeit und Technik untersucht "Wirtschaftsfaktor Gastpatienten"

Die vielen Besucher im Jahr der Fußball WM 2006 haben dazu beigetragen, dass an den Spielorten fast 900 ausländische Patienten mehr behandelt wurden als im Vorjahr. Der Wirtschaftsfaktor Gastpatienten in deutschen Krankenhäusern insgesamt stagniert jedoch.

Während in der Bundesrepublik im Jahr 2005 noch 54.059 Patienten mit Wohnort im Ausland behandelt wurden, sank die Zahl im Jahr 2006 auf 53.728. Nur an wenigen Standorten sind Gastpatienten ein interessanter Wirtschaftsfaktor für deutsche Krankenhäuser, wie aktuelle Berechnungen des Instituts Arbeit und Technik (IAT) zeigen.

Lediglich Bayern und Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern können auf ein kontinuierliches Wachstum bei der Zahl der Gastpatienten verweisen. Die Standorte München und Berlin mit einem Zuwachs von ca. 500 Patienten von 2005 auf 2006 erweisen sich dabei als die Zugpferde. Dagegen fällt Nordrhein-Westfalen kontinuierlich zurück und verliert rund 1.500 Gastpatienten seit 2004.

... mehr zu:
»Gastpatienten

Die mit Abstand meisten ausländischen Patienten kommen aus den Nachbarländern, angeführt von den Niederlanden, Frankreich, Österreich und Polen. Die Hoffnung auf die reichen Patienten aus den Golfstaaten fällt dagegen deutlich ab. Allein aus dem kleinen Nachbarland Luxemburg kamen mit 1.708 Patienten mehr Menschen zur Behandlung als aus Kuwait, dem Golfstaat mit den meisten Gastpatienten in der Bundesrepublik. Als besonders erfolgreich erweist sich bei den Patienten aus der Golfregion wiederum München, das mit 706 Patienten allein ein Viertel aller Patienten auf sich konzentrieren konnte. Auch Aachen (378), Heidelberg (230), Bonn (149) und Hamburg (134) können bei dieser Zielgruppe punkten.

Rund 40.000 der knapp 54.000 ausländischen Patienten hielten sich als Touristen in der Bundesrepublik auf und benötigten in diesem Zusammenhang eine medizinische Betreuung im Krankenhaus. Dies zeigt sich daran, dass es sich bei den häufigsten Diagnosen um Notfälle wie Kopfverletzungen, akute Herzprobleme oder Alkoholmissbrauch handelte. Besonders attraktiv für die Krankenhäuser sind dagegen aufwändige Therapien wie Knochenmark-, Herz- und Lebertransplantationen, die auch mit einigen Fällen vertreten sind. Zu den häufigsten elektiven Diagnosen zählt die Behandlung von Epilepsie mit bundesweit 673 Fällen sowie Patienten mit Lungen- (444), Brust- (384) und Prostatakrebs (259).

Bei insgesamt rund 17 Mio. im Krankenhaus behandelten Patienten pro Jahr bilden die Gastpatienten mit knapp 54.000 lediglich einen Bruchteil der Leistungen der Krankenhäuser ab und können damit nur unwesentlich zur Refinanzierung der Krankenhäuser beitragen. Einige Erfolge können allerdings in der grenzüberschreitenden Versorgung und bei langfristigen Kooperationsbeziehungen mit ausländischen Institutionen erzielt werden. Von größerer Bedeutung ist allerdings das Engagement der Gesundheitswirtschaft im Ausland, bei dem die Leistungen zu den Patienten gebracht werden, anstelle die Patienten in die Bundesrepublik zu holen.

Für weitere Fragen steht Ihnen zur Verfügung:
Stephan von Bandemer, Durchwahl: 0209/1707-115, Mobil: 0171-3609543
E-Mail: bandemer@iat.eu
Institut Arbeit und Technik
der Fachhochschule Gelsenkirchen
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Claudia Braczko
Munscheidstraße 14
45886 Gelsenkirchen
Tel.: +49-209/1707-176
Fax: +49-209/1707-110
E-Mail: braczko@iat.eu
info@iat.eu

Claudia Braczko | idw
Weitere Informationen:
http://www.iat.eu
http://www.iat.eu/aktuell/presse/presse_info.php?pfad=2008/080811.html&presse_id=200808110

Weitere Berichte zu: Gastpatienten

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht IMK-Konjunkturindikator: Praktisch keine Rezessionsgefahr, Wachstumsprognose wird angehoben
14.12.2017 | Hans-Böckler-Stiftung

nachricht IAB-Arbeitsmarktbarometer: Aufschwung setzt sich fort
28.11.2017 | Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Immunsystem - Blutplättchen können mehr als bislang bekannt

LMU-Mediziner zeigen eine wichtige Funktion von Blutplättchen auf: Sie bewegen sich aktiv und interagieren mit Erregern.

Die aktive Rolle von Blutplättchen bei der Immunabwehr wurde bislang unterschätzt: Sie übernehmen mehr Funktionen als bekannt war. Das zeigt eine Studie von...

Im Focus: First-of-its-kind chemical oscillator offers new level of molecular control

DNA molecules that follow specific instructions could offer more precise molecular control of synthetic chemical systems, a discovery that opens the door for engineers to create molecular machines with new and complex behaviors.

Researchers have created chemical amplifiers and a chemical oscillator using a systematic method that has the potential to embed sophisticated circuit...

Im Focus: Nanostrukturen steuern Wärmetransport: Bayreuther Forscher entdecken Verfahren zur Wärmeregulierung

Der Forschergruppe von Prof. Dr. Markus Retsch an der Universität Bayreuth ist es erstmals gelungen, die von der Temperatur abhängige Wärmeleitfähigkeit mit Hilfe von polymeren Materialien präzise zu steuern. In der Zeitschrift Science Advances werden diese fortschrittlichen, zunächst für Laboruntersuchungen hergestellten Funktionsmaterialien beschrieben. Die hiermit gewonnenen Erkenntnisse sind von großer Relevanz für die Entwicklung neuer Konzepte zur Wärmedämmung.

Von Schmetterlingsflügeln zu neuen Funktionsmaterialien

Im Focus: Lange Speicherung photonischer Quantenbits für globale Teleportation

Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik erreichen mit neuer Speichertechnik für photonische Quantenbits Kohärenzzeiten, welche die weltweite...

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Call for Contributions: Tagung „Lehren und Lernen mit digitalen Medien“

15.12.2017 | Veranstaltungen

Die Stadt der Zukunft nachhaltig(er) gestalten: inter 3 stellt Projekte auf Konferenz vor

15.12.2017 | Veranstaltungen

Mit allen Sinnen! - Sensoren im Automobil

14.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Weltrekord: Jülicher Forscher simulieren Quantencomputer mit 46 Qubits

15.12.2017 | Informationstechnologie

Wackelpudding mit Gedächtnis – Verlaufsvorhersage für handelsübliche Lacke

15.12.2017 | Verfahrenstechnologie

Forscher vereinfachen Installation und Programmierung von Robotersystemen

15.12.2017 | Energie und Elektrotechnik