Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Saarbrücker Ingenieure überwachen die Ölqualität direkt im System

12.04.2012
Kraftwerke, Schiffe und Baumaschinen benötigen große Mengen an Schmieröl, damit ihre Mechanik keinen Schaden nimmt. Ölwechsel zum richtigen Zeitpunkt sind daher unabdingbar.

Saarbrücker Ingenieure haben ein kleines Messsystem entwickelt, das den chemischen Zustand und die Partikelbelastung des Öls im laufenden Betrieb ermitteln kann. Die Technologie kann helfen, Schäden an Anlagen frühzeitig zu erkennen und die Zahl teurer Labortests zu reduzieren.

Die Wissenschaftler der Universität des Saarlandes sowie des Zentrums für Mechatronik und Automatisierungstechnik (ZeMA) zeigen ihre Entwicklung vom 23. bis 27. April auf dem saarländischen Forschungsstand der Hannover Messe (Halle 2, Stand C 44).

Beim Auto ist normalerweise nach rund 20.000 Kilometern ein Ölwechsel fällig. Manche Autofahrer fahren aber deutlich weiter mit demselben Öl. Denn das Öl muss nicht zwingend unbrauchbar sein. „Es kommt stark auf die Betriebsbedingungen an“, erklärt Torsten Bley, Ingenieur am Zentrum für Mechatronik und Automatisierungstechnik (ZeMA). „Niedrige Drehzahlen und eine moderate Fahrweise können die Ölwechselintervalle merklich verlängern“, erklärt er den Vergleich.

Ähnlich ist es zum Beispiel bei Industrieanlagen, großen Baumaschinen oder bei Windkraftanlagen. Betreiber und Besitzer solcher Anlagen könnten Verschleiß und mögliche Schäden bereits früher erkennen, Serviceeinsätze besser planen und sich teure Laboruntersuchungen des Öls sparen, wenn sie das System in ihre Anlagen einbauen, das die Wissenschaftler gemeinsam mit Partnern aus der Industrie entwickelt haben. Das kombinierte Ölalterungs- und Partikelmesssystem (COPS – Combined Oil aging and Particle monitoring System) misst optisch den chemischen Zustand sowie die Partikelbelastung des Öls. Mit einem Laser wird das Öl durchstrahlt und die Reflexionen der Partikel im Öl über Fotodioden beobachtet. Je nach Partikelsorte empfangen die Fotodioden unterschiedliche Mengen an reflektiertem Licht. Dadurch kann zwischen Luftblasen, Staub oder Metallpartikeln unterschieden werden. Zur Beurteilung des chemischen Ölzustands wird das durch die Messzelle fließende Öl mit einer Infrarotquelle durchleuchtet. Ein Detektor misst dann, welche Strahlen das Öl durchdringen. Je älter das Öl wird, desto stärker verändert sich das empfangene Lichtspektrum. „Auf diese Weise kann genau bestimmt werden, wann man mit dem Ölwechsel nicht mehr länger warten sollte.“, erläutert Professor Andreas Schütze vom Lehrstuhl für Messtechnik der Saar-Uni die Funktionsweise.

Durch größere Intervalle zwischen den Ölwechseln könnten die Betreiber solcher viel Öl verbrauchenden Anlagen eine Menge Geld sparen. „Es schont auch die Umwelt, da weniger Altöl anfällt und man sparsamer mit Hydrauliköl umgehen kann“, erläutert Schütze darüber hinaus. Interessant ist die Entwicklung auch für geschlossene Hydrauliksysteme, beispielsweise bei Flugzeugen.

Das Verfahren wird in Kooperation mit dem neuen Zentrum für Mechatronik und Automatisierungstechnik (ZeMA) in Saarbrücken zur Marktreife entwickelt. Ziel des ZeMA ist es, industrienahe Entwicklungen durchzuführen und neue Methoden aus der Forschung in die industrielle Praxis umzusetzen. In Zusammenarbeit mit der Universität des Saarlandes, der Hochschule für Technik und Wirtschaft und Industriepartnern werden anspruchsvolle Projekte bearbeitet, mit denen man vor allem die Effizienz von industriellen Prozessen steigern kann. Die präsentierten Arbeiten entstanden im Leitprojekt FluidSens, finanziert vom Ministerium für Wirtschaft und Wissenschaft des Saarlandes.

Fragen beantworten:

Prof. Dr. Andreas Schütze, Lehrstuhl für Messtechnik der Universität des Saarlandes,
Tel. (0681) 302-4663, E-Mail: schuetze(at)lmt.uni-saarland.de

Dipl.-Ing. Torsten Bley, Zentrum für Mechatronik und Automatisierungstechnik gGmbH, Tel. (0681) 85787- 40, E-Mail: torsten.bley(at)mechatronikzentrum.de

Thorsten Mohr | Universität des Saarlandes
Weitere Informationen:
http://www.lmt.uni-saarland.de/
http://www.mechatronikzentrum.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie HANNOVER MESSE:

nachricht Rittal mit neuer Push-in-Leiteranschlussklemme - Kontakte im Handumdrehen
26.04.2017 | Rittal GmbH & Co. KG

nachricht Neuer Blue e+ Chiller von Rittal - Exakt regeln und effizient kühlen
25.04.2017 | Rittal GmbH & Co. KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: HANNOVER MESSE >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zu aktuellen Fragen der Stammzellforschung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Fraunhofer FKIE ist Gastgeber für internationale Experten Digitaler Mensch-Modelle

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Der Krümmung einen Schritt voraus

27.06.2017 | Informationstechnologie

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Überschwemmungen genau in den Blick nehmen

27.06.2017 | Informationstechnologie