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Neues Super-Label vereinfacht Kommunikation zwischen Mensch und Maschine

12.03.2013
Forscher aus Hannover entwickeln Auto-ID-System, das die Vorzüge von Matrixcodes, Etiketten und RFID vereint / Kommunikation erfolgt über sichtbares Licht

Das Institut für Integrierte Produktion Hannover (IPH) hat ein neues Auto-ID-System entwickelt. Das Super-Label kombiniert erstmals die Vorzüge von Matrixcodes, Etiketten und RFID in einem einzigen System.


Licht mit einer Wellenlänge von 660 Nanometern sorgt dafür, dass sich die auf dem Super-Label gespeicherten Informationen nachträglich ändern lassen.
(Quelle: IPH)


Ingenieure des IPH haben ein neues Auto-ID-System entwickelt. Die Informationen lassen sich mit einem Smartphone ändern.
(Quelle: IPH)

Dadurch soll die Kommunikation zwischen Mensch und Maschine erleichtert werden. Kurz vor Ende des Forschungsprojekts präsentiert das IPH das Ergebnis vom 8. bis zum 12. April 2013 auf der Hannover Messe.

Wenn es nach den Ingenieuren des IPH geht, wird die Kommunikation zwischen Mensch und Maschine zukünftig wesentlich einfacher: dank eines neuen Super-Labels. Die Neuentwicklung ist das Ergebnis eines Forschungsprojekts, das am 30. April 2013 endet.

Zwei Jahre lang haben die Wissenschaftler untersucht, wie existierende Identifikationsverfahren in einem einzigen System vereint werden können. Entwickelt wurde ein neues Super-Label, das alle positiven Eigenschaften von bereits existierenden Auto-ID-Systemen hat: Es kann von Menschen gelesen werden wie ein Etikett, ist aber auch von Maschinen interpretierbar wie ein Barcode oder QR-Code. Zudem können die Informationen, die auf dem Label gespeichert sind, wie bei einem RFID-Tag nachträglich verändert werden.

Das Super-Label eignet sich unter anderem für den Einsatz in Lagern, beispielsweise zur Kennzeichnung von Behältern. Die Zusammenarbeit von Mensch und Maschine wird dadurch einfacher: Da das Super-Label sowohl maschinenlesbare Codes wie auch Klarschrift umfasst, müssten Mitarbeiter Barcodes oder andere Matrixcodes nicht erst mit einem Gerät auslesen, um zu wissen, was sich in einem Behälter befindet. Falls sich der Inhalt des Behälters ändert, kann der Mitarbeiter direkt die auf dem Label gespeicherten Daten anpassen.

Dadurch bleiben sowohl die vom Menschen wie auch die von der Maschine lesbaren Informationen auf einem Stand. Die Wiederbeschreibung des Labels kann mit Hilfe von sichtbarem Licht mit einem Smartphone erfolgen. Die Leuchtdiode (LED) des Senders sendet ein optisches Signal mit einer Wellenlänge von 660 Nanometern, das vom Menschen als rotes Licht wahrgenommen wird. Dadurch erfolgt eine direkte Kommunikation zwischen Super-Label und Smartphone.

Auf der Hannover Messe können Besucher das Super-Label vom 8. bis zum 12. April 2013 ausprobieren. Am Niedersächsischen Gemeinschaftsstand (Stand A10) in Halle 2 hat das IPH eine Lagerumgebung nachgebaut. Mit Hilfe einer Android-basierten App, die kostenlos heruntergeladen werden kann, können Interessierte das Super-Label sogar selbst auslesen. In Kombination mit einem Sender ist es auch möglich, das Label neu zu beschreiben. So kann beispielsweise die Artikelmenge verändert werden; die Änderungen werden in Echtzeit auf dem Display in Klarschrift und als QR-Code dargestellt.

Prinzipiell eignet sich das Super-Label branchenübergreifend für alle Unternehmen mit Waren- oder Materialfluss. Künftig könnten normale Smartphones mit einem Sender bestückt werden, der ein moduliertes Signal im Bereich von 660 Nanometern erzeugt. Indem parallel dazu Barcodelesegeräte und andere Geräte genutzt werden, könnte das Super-Label leicht in bestehende Infrastrukturen integriert werden. Gehören Barcodes, RFID und andere Auto-ID-Systeme damit bald der Vergangenheit an? Laut Einschätzung des IPH wird sich das Super-Label nur durchsetzen, wenn die Anschaffungskosten sinken. Bislang sind die erforderlichen Hardwarekomponenten zu teuer, um das System in großem Umfang zu nutzen. Für den Einsatz im Hochregallager ist das Super-Label durchaus geeignet; für die Kennzeichnung von einzelnen Artikeln hingegen nicht.

Nach Ende des Forschungsprojekts soll das entwickelte Super-Label zunächst in der Praxis getestet werden. Das IPH sucht dazu Unternehmen, die sich für den probeweisen Einsatz des Labels in der Intralogistik interessieren. Anschließend werden die Ingenieure des IPH die Technik weiterentwickeln. Bislang ist die Reichweite des roten Lichts auf einen Meter beschränkt. Zudem reflektiert das verwendete Display, was die Lesbarkeit einschränkt. Auch die alleinige Energieversorgung des Displays über eine Solarzelle ist noch nicht gewährleistet.

So genannte Auto-Identifikationssysteme dienen zur Identifizierung von Gegenständen. Im Handel werden beispielsweise Barcodes zur Kennzeichnung von Waren eingesetzt. In der Logistik lassen sich dank RFID und anderen Auto-ID-Systemen die Wege der Produkte verfolgen. Auch Zugangskontrollen werden oft über RFID realisiert. Bislang sind die unterschiedlichen Systeme nicht miteinander kompatibel. Zwar gibt es schon kombinierte Systeme, wie zum Beispiel Etiketten, die mit RFID-Labeln versehen sind. Wiederbeschreibbar sind jedoch nur die von Maschinen auslesbaren RFID-Tags; das Etikett hingegen, das für Menschen erkennbare Informationen bereitstellt, ist nachträglich unveränderbar.

Das Super-Label ist Ergebnis des Forschungsprojekts „Auto-ID mit sichtbarem Licht in der Intralogistik“ („IdentOverLight“). Das IGF-Vorhaben 630130 (17134 N/1) der Forschungsgemeinschaft Intralogistik / Fördertechnik und Logistiksysteme (IFL) wurde über die AiF im Rahmen des Programms zur Förderung der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert. Es ist zum 1. Mai 2011 gestartet und endet zum 30. April 2013.

Meike Wiegand | idw
Weitere Informationen:
http://www.identoverlight.de/
http://www.iph-hannover.de/

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