Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Gedruckter Roboter auf der Hannover Messe

04.04.2014

Ein neuartiger Roboter mit ausgesprochen menschlicher Gestalt ist von Montag bis Freitag, 7. bis 11. April, bei der Hannover Messe am Stand der igus GmbH erstmals öffentlich zu sehen (Halle 17, Stand H04).

Informatiker der Universität Bonn haben die computergesteuerte Maschine zusammen mit igus entwickelt. Hinsichtlich des Materials ist die Weiterentwicklung des Open-Source-Roboters NimbRo-OP ein Leichtgewicht – bei RoboCup-Wettbewerben soll der mit leistungsfähiger Hard- und Software ausgestattete Roboter aber seine Qualitäten als sportliches Schwergewicht ausspielen.


Erstmals ist der humanoide Roboter, der von Informatikern der Universität Bonn und der igus GmbH Köln entwickelt wurde, öffentlich bei der Hannover Messe zu sehen. Foto: igus GmbH

Der noch namenlose neue Roboter kommt der menschlichen Gestalt sehr nahe. In seinem weißen Outfit und der rot-orangefarbenen Umrandung seiner beiden Kameraaugen erinnert er entfernt an einen Skifahrer. Bei einer Größe von rund 90 Zentimetern wiegt er nur sechs Kilogramm. Sein Leichtgewicht und sein humanoides Äußeres verdankt der Roboter Kunststoffteilen, die mit einem speziellen 3D-Druckverfahren hergestellt werden.

„Hierbei wird ein Kunststoffpulver schichtweise durch einen Laserstrahl verschmolzen“, sagt Projektleiter Prof. Dr. Sven Behnke vom Institut für Informatik VI der Universität Bonn. Mit diesem 3D-Lasersinterverfahren lassen sich leichte und belastbare Kunststoffteile in allen möglichen Formen und in einem ansprechenden Design herstellen.

Rechenleistung und Speicher wurden verdoppelt

Der neue Roboter soll nicht als Skifahrer, sondern zunächst vor allem bei RoboCup-Fußballwettbewerben zum Einsatz kommen. Es sind aber vielfältige andere Anwendungen denkbar, zum Beispiel auch in der Mensch-Roboter-Interaktion. Insgesamt 20 motorgetriebene Gelenke verleihen dem Roboter viel Beweglichkeit.

„Im Gegensatz zu vielen kleineren humanoiden Robotern ist der neue Roboter außerdem mit einem leistungsfähigen PC als Bordrechner ausgestattet, was den Einsatz aufwändiger Berechnungen für die Bildauswertung und Verhaltensgenerierung ermöglicht“, berichtet Prof. Behnke. Im Vergleich zum Vorgänger-Prototypen NimbRo-OP wurden Rechenleistung und Speicher verdoppelt. Eine weitere Besonderheit sind die Weitwinkel-Objektive in den Augen, wodurch der Roboter mit einem Sichtfeld von 180 Grad die ganze Umgebung vor sich erfassen kann.

Offene Standard-Plattform für Forschung und Lehre

Der modulare Roboter dient als eine offene Standard-Plattform für Forschung und Lehre, die es anderen Forschergruppen ermöglicht, sie für ihre Zwecke weiterzuentwickeln. Die komponentenbasierte Software gründet auf dem in der Forschergemeinde populären Roboter-Betriebssystem ROS. „Das soll den Austausch zwischen den Forschergruppen verbessern und den Fortschritt im Bereich humanoider Roboter beschleunigen“, sagt Prof. Behnke.

Seit vergangenem Jahr arbeiten die Informatiker der Universität Bonn und die igus GmbH Köln in dem Transferprojekt zusammen, dass von der Deutschen Forschungsgemeinschaft mit rund 440.000 Euro gefördert wird. Die Igus GmbH ist für die Entwicklung der Hardware-Teile zuständig, die Forscher der Universität Bonn bringen ihr Knowhow in der humanoiden Robotik und Software-Entwicklung ein.

Kontakt:

Prof. Dr. Sven Behnke
Institut für Informatik VI
Universität Bonn
Tel: +49 (0) 228-734116
E-Mail: behnke@cs.uni-bonn.de

Johannes Seiler | idw - Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen:
http://www.uni-bonn.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie HANNOVER MESSE:

nachricht Prüfvorgänge servicefreundlich gestalten
20.04.2016 | PHOENIX CONTACT GmbH & Co.KG

nachricht Modulare Steckverbinder in Snap-in-Rahmen
20.04.2016 | PHOENIX CONTACT GmbH & Co.KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: HANNOVER MESSE >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Innovationen für eine nachhaltige Forstwirtschaft

06.12.2016 | Agrar- Forstwissenschaften

Diabetesforschung: Neuer Mechanismus zur Regulation des Insulin-Stoffwechsels gefunden

06.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

Was nach der Befruchtung im Zellkern passiert

06.12.2016 | Biowissenschaften Chemie