Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Fraunhofer ISE zeigt portables Bio-Ethanol Reformer-Brennstoffzellen-System auf Hannover Messe

14.04.2009
Ein Forscherteam des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE in Freiburg hat ein komplettes, außentaugliches Ethanol-Reformer-Brennstoffzellen-System mit einer elektrischen Nettoleistung von 250 W entwickelt.

Das neue Brennstoffzellensystem wird gemeinsam mit weiteren Neuheiten vom 20. bis 24. April auf der Hannover Messe Industrie, Halle 13/Stand E 27, erstmals der Öffentlichkeit präsentiert.

Betrieben wird das System mit vergälltem Ethanol, das preiswert, ungefährlich und den Verbrauchern weltweit z. B. als Brennspiritus zugänglich ist. Eine mögliche Anwendung ist die Stromversorgung medizinischer Geräte in Entwicklungs- und Schwellenländern.

Das Kernstück des vorgestellten Ethanol-Reformer-Brennstoffzellen-Systems zur netzfernen Stromversorgung bildet eine kommerzielle PEM-Brennstoffzelle mit 300 Watt elektrischer Leistung. "Wenn Brennstoffzellen lange Betriebszeiten erzielen müssen, werden sie am besten direkt mit einem Reformer kombiniert. Der Einsatz von Wasserstoffspeichern, sei es Metall-Hydrid oder Druckwasserstoff, ist in diesem Fall nicht wirtschaftlich oder praktikabel", so Dr. Thomas Aicher, Leiter der Gruppe Wasserstofferzeugung am Fraunhofer ISE.

Genau in diesem Punkt können Reformer-Brennstoffzellen-Systeme (RBZS) ihren großen Vorteil ausspielen. Sie vereinen die hohe Energiespeicherdichte des Brennstoffs mit der hohen Leistungsdichte der Brennstoffzelle. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Integration eines Reformers den Einsatz kommerziell verfügbarer Brennstoffe wie Bio-Ethanol, Campinggas oder Benzin erlaubt.

Das am Fraunhofer ISE entwickelte Ethanol-Reformer-Brennstoffzellen-System ist außentauglich und kann bei Umgebungstemperaturen zwischen -10 und +40 °C betrieben werden. Die elektrische Leistung ist auf Knopfdruck verfügbar. Die Startphase, in der noch kein Wasserstoff zur Brennstoffzelle strömt, wird mit einer Pufferbatterie überbrückt. Gesamtgröße und Gewicht des Systems mit Tank betragen 200 l und 30 kg. Es besteht aus vier Modulen (Brennstoffzelle, Reformer mit Gasaufbereitung, Elektronik und Tank). Zentrale Funktionen übernehmen dabei:

1. eine Niedertemperatur-PEM-Brennstoffzelle der Firma Schunk, die für den Betrieb mit Reformatgas (Produktgas des Reformers) optimiert wurde,

2. ein Reformer mit Gasaufbereitung, die den Kohlenmonoxidgehalt im Produktgas des Reformers (Reformatgas) auf ein Niveau absenkt, das für die nachfolgende PEM-Brennstoffzelle geeignet ist,

3. ein Brenner, in dem das Anoden-Abgas oxidiert und die freiwerdende Wärme zur Verdampfung und Überhitzung der zugeführten Stoffe (Ethanol, Wasser und Luft) eingesetzt wird.

Auf eine weitere Wärmeintegration innerhalb des Reformersystems wurde verzichtet, um eine einfache Systemarchitektur und Regelbarkeit des Gesamtsystems zu erreichen. Die vier Module sind in einem rollbaren Gehäuse übereinander angeordnet.

Die Entwicklung des Reformer-Brennstoffzellen-Systems wurde im Rahmen eines InnoNet-Projekts vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie BMWi gefördert. Partner im Gemeinschaftsprojekt sind die Firmen DMT GmbH, EGO Elektro-Gerätebau GmbH, Elbau GmbH, Intratec GmbH, LIFEBRIDGE Medizintechnik AG, Magnum Automatisierungstechnik GmbH und Umicore AG & Co. KG. Als zweites Forschungsinstitut brachte die Hahn-Schickard-Gesellschaft e.V. (HSG-IMIT) ihre Kenntnisse im Bereich der Dosierung von Flüssigkeiten ein.

"Ziel war es, am Ende der Entwicklungsarbeiten einen voll funktionsfähigen Technologiedemonstrator vorzustellen. Heute ist das Konsortium in der Lage, die Technologie interessierten Herstellern zur Verwertung in der Serienproduktion anzubieten", so das Resumée von Johannes Full, zuständiger Projektleiter am Fraunhofer ISE.

Hannover Messe, 20. bis 24. April 2009
Stand des Fraunhofer ISE
Halle 13 Stand E 27

Karin Schneider | Fraunhofer Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.ise.fraunhofer.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie HANNOVER MESSE:

nachricht Prüfvorgänge servicefreundlich gestalten
20.04.2016 | PHOENIX CONTACT GmbH & Co.KG

nachricht Modulare Steckverbinder in Snap-in-Rahmen
20.04.2016 | PHOENIX CONTACT GmbH & Co.KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: HANNOVER MESSE >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie