Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Damit auch auf den letzten Metern niemand verloren geht

29.03.2010
Professur Schaltkreis- und Systementwurf der TU Chemnitz stellt auf der Hannover Messe vom 19. bis 23. April 2010 ein System zur Lokalisierung in Gebäuden vor

Mit Satellitendaten des GPS (Global Positioning Systems) werden rund um den Globus Reisende ans Ziel geleitet - aber nur bis zum Eingang des gesuchten Gebäudes. Wer dann zum Beispiel zu einem bestimmten Konferenz- oder Besprechungsraum muss, ist auf sich allein gestellt und kann bisher nur auf die häufig dürftige Ausschilderung im Gebäude zurückgreifen. Denn: Indoor-Kartenmaterial liegt nicht vor, die GPS-Positionsangaben innerhalb von Gebäuden sind unzuverlässig. Damit auf den letzten Metern bis zum Ziel trotzdem niemand verloren geht, entwickelt die Professur Schaltkreis- und Systementwurf der TU Chemnitz eine Anwendung zur Lokalisierung und weiterführenden Navigation. Diese stellen die TU-Wissenschaftler vom 19. bis 23. April 2010 auf der Hannover Messe vor. Ihre Präsentation am Stand A26 in Halle 2 wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit einer "Forschungsprämie" gefördert.

Das vorgestellte System ermöglicht die Positionsbestimmung von drahtlosen Netzwerkknoten. "Die Positionskenntnis von Teilnehmern drahtloser Netzwerke gewinnt zunehmend an Bedeutung", sagt Daniel Froß, Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Professur Schaltkreis- und Systementwurf, und erklärt: "Wenn in Netzwerken Nachrichten zu Knoten in einer bestimmten geographischen Richtung weitergeleitet werden sollen, müssen deren Positionen bekannt sein." Hierzu kann entweder mehr Hardware eingesetzt werden, die beispielsweise mit GPS oder Ultraschall arbeitet. Oder die Position wird aus verfügbaren Daten errechnet - aus Feldstärke, Laufzeiten oder Winkeln der Funksignale. Das System der Chemnitzer Wissenschaftler misst, wie lange Signale per Funk zwischen beweglichen Knoten und solchen mit bekannter Position unterwegs sind und schätzt daraus dreidimensional den Aufenthaltsort des gesuchten Netzwerkknotens ab. "Wir arbeiten an Algorithmen, um die gemessenen Signallaufzeiten richtig auswerten zu können", erklärt Froß.

In Gebäuden halten die Chemnitzer Forscher eine Genauigkeit von unter zwei Metern für realistisch. Die Funktion des Systems konnten sie mit einer so genannten FPGA-Prototypenplattform unter realen Messbedingungen nachweisen. "Die verwendete Prototypenplattform wurde in ein bestehendes Drahtlosnetzwerk integriert", so Froß. Die Entwicklung läuft im Rahmen des Projektes "Generalisierte Plattform zur Sensordatenverarbeitung (GPSV)".

Stichwort: Projekt "Generalisierte Plattform zur Sensordatenverarbeitung" (GPSV)

Das Projekt "Generalisierte Plattform zur Sensordatenverarbeitung (GPSV)" läuft seit April 2006 unter Leitung von Prof. Dr. Ulrich Heinkel an der Professur Schaltkreis- und Systementwurf der TU Chemnitz. Sieben Wissenschaftler arbeiten an der Entwicklung einer Plattform zur Speicherung und Verarbeitung von Sensordaten und an Lösungen, um Sensoren über standardisierte Schnittstellen an die Einheit anzuschließen. Das Projekt wird durch die Initiative "InnoProfile" des Bundesministeriums für Bildung und Forschung mit 2,1 Millionen Euro gefördert. Im Mittelpunkt steht die drahtlose Sensoranbindung, sowohl in Gebäuden als auch im Freien, die genaue Lokalisierung mobiler Sensorknoten und der schnelle Datenaustausch auch über große Distanzen. Weitere Ansprüche sind Robustheit, geringer Energiebedarf, hohe Rechenleistung und die Möglichkeit zur Vernetzung mehrerer zentraler Plattformen. Es stellte sich bereits im ersten Projektjahr heraus, dass nur ein erfolgreicher Einsatz in realitätsnahen Szenarien und die anschauliche Darstellung der Forschungs- und Entwicklungsergebnisse Interessenten und potenzielle Kunden von der Qualität des Ansatzes überzeugen können. Hierzu wird das "TU Chemnitz Communication Testbed" aufgebaut.

Weitere Informationen erteilen Daniel Froß, Telefon 0371 531-33459, und Daniel Kriesten, Telefon 0371 531-33058, E-Mail sse@infotech.tu-chemnitz.de

Katharina Thehos, | Technische Universität Chemnitz
Weitere Informationen:
http://www.tu-chemnitz.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie HANNOVER MESSE:

nachricht Rittal mit neuer Push-in-Leiteranschlussklemme - Kontakte im Handumdrehen
26.04.2017 | Rittal GmbH & Co. KG

nachricht Neuer Blue e+ Chiller von Rittal - Exakt regeln und effizient kühlen
25.04.2017 | Rittal GmbH & Co. KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: HANNOVER MESSE >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Immunsystem - Blutplättchen können mehr als bislang bekannt

LMU-Mediziner zeigen eine wichtige Funktion von Blutplättchen auf: Sie bewegen sich aktiv und interagieren mit Erregern.

Die aktive Rolle von Blutplättchen bei der Immunabwehr wurde bislang unterschätzt: Sie übernehmen mehr Funktionen als bekannt war. Das zeigt eine Studie von...

Im Focus: First-of-its-kind chemical oscillator offers new level of molecular control

DNA molecules that follow specific instructions could offer more precise molecular control of synthetic chemical systems, a discovery that opens the door for engineers to create molecular machines with new and complex behaviors.

Researchers have created chemical amplifiers and a chemical oscillator using a systematic method that has the potential to embed sophisticated circuit...

Im Focus: Nanostrukturen steuern Wärmetransport: Bayreuther Forscher entdecken Verfahren zur Wärmeregulierung

Der Forschergruppe von Prof. Dr. Markus Retsch an der Universität Bayreuth ist es erstmals gelungen, die von der Temperatur abhängige Wärmeleitfähigkeit mit Hilfe von polymeren Materialien präzise zu steuern. In der Zeitschrift Science Advances werden diese fortschrittlichen, zunächst für Laboruntersuchungen hergestellten Funktionsmaterialien beschrieben. Die hiermit gewonnenen Erkenntnisse sind von großer Relevanz für die Entwicklung neuer Konzepte zur Wärmedämmung.

Von Schmetterlingsflügeln zu neuen Funktionsmaterialien

Im Focus: Lange Speicherung photonischer Quantenbits für globale Teleportation

Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik erreichen mit neuer Speichertechnik für photonische Quantenbits Kohärenzzeiten, welche die weltweite...

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Call for Contributions: Tagung „Lehren und Lernen mit digitalen Medien“

15.12.2017 | Veranstaltungen

Die Stadt der Zukunft nachhaltig(er) gestalten: inter 3 stellt Projekte auf Konferenz vor

15.12.2017 | Veranstaltungen

Mit allen Sinnen! - Sensoren im Automobil

14.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Weltrekord: Jülicher Forscher simulieren Quantencomputer mit 46 Qubits

15.12.2017 | Informationstechnologie

Wackelpudding mit Gedächtnis – Verlaufsvorhersage für handelsübliche Lacke

15.12.2017 | Verfahrenstechnologie

Forscher vereinfachen Installation und Programmierung von Robotersystemen

15.12.2017 | Energie und Elektrotechnik