Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Viren und Hacker gefährden jetzt auch die automatisierte Produktion

13.04.2007
Eine wachsende Zahl von Produktionsanlagen steht Angriffen aus dem Internet praktisch ungeschützt gegenüber. Durch den Einzug neuer Technologien in die Fabrikhallen werden solche Angriffe zu einem zunehmend realistischen Szenario, warnt der IT-Security Dienstleister Defense AG aus München. Trotzdem sichern sich bisher nur sehr wenige Unternehmen ausreichend gegen solche Sicherheitsrisiken ab.

In immer stärkerem Maße lösen hier die aus der kommerziellen Datenverarbeitung bekannten Technologien wie Ethernet und das Internet Protocol (IP) die traditionellen Produktionsnetzwerke mit ihren proprietären Bussystemen ab. Doch diese neue Art der Standardisierung setzt das Produktionsnetzwerk auch allen Gefahren aus, die in Büroumgebungen seit langem bekannt sind. Dazu zählen Manipulationen durch Viren und Würmer ebenso wie gezielte Hacker-Angriffe, aber auch bewusstes oder unbewusstes Fehlverhalten der eigenen Mitarbeiter.

Während Büronetzwerke heute meist gegen solche Gefahren abgesichert werden, herrscht auf Seiten der Produktion noch erheblicher Nachholbedarf. "Die wenigsten produzierenden Unternehmen haben ein umfassendes Sicherheitskonzept für ihre industriellen Netzwerke", warnt Peter Dölling, Vorstand der auf IT-Sicherheit spezialisierten Defense AG. Zwar sei in Deutschland in den vergangenen Jahren viel in die IT-Sicherheit investiert worden, doch diese Investitionen seien fast ausschließlich in die Büronetzwerke geflossen. Dies sei vor allem deshalb bemerkenswert, so Dölling, weil gerade im produzierenden Gewerbe die eigentliche Wertschöpfung in den Fabrikhallen erfolge und eben nicht in den Büros. Zudem seien die Risiken in der Produktion erheblich höher, da eine durch Hacker oder Viren hervorgerufene Fehlfunktion von Maschinen hier zu erheblichen Sach- oder gar Personenschäden führen könne.

Die Gründe für die Vernachlässigung der Sicherheit in Industrie-Netzwerken sind mannigfaltig. So ist vielen Produktionsverantwortlichen gar nicht bewusst, welche Sicherheitsrisiken die Einführung moderner Netzwerktechniken mit sich bringt. Zudem ist es immer seltener möglich, die kritischen Netzwerke und Maschinensteuerungen gegenüber der Außenwelt abzuschotten, da immer mehr Produktionsanlagen aus Kostengründen aus der Ferne und damit meist über das Internet gewartet werden. Zudem fehlen derzeit noch externe Impulse, in die Sicherheit der industriellen Netzwerke zu investieren.

Banken betrachten bei ihren Ratings im Rahmen von Basel II meist nur die Sicherheit der Business-Systeme. Selbst das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) konzentriert sich praktisch ausschließlich auf Empfehlungen zur Absicherung von Büronetzwerken; industrielle Netzwerke werden im umfassenden IT-Grundschutzhandbuch so gut wie nicht erwähnt.

Zudem sind sich Vorstand und Geschäftsführung der neuen Risiken oft nicht bewusst. "Doch das KontraG unterscheidet nicht zwischen Büro- und Industrienetzwerken", warnt Peter Dölling die Manager vor den erheblichen Haftungsrisiken. "Und ein mehrstündiger Produktionsausfall oder eine durch fehlende Sicherheitsvorkehrungen verursachte Umweltkatastrophe haben ein erheblich höheres Schadenspotential als ein korrumpiertes Warenwirtschaftssystem."

Kontakt:

Thomas Hertel
arcendo communications GmbH
Kellerstr.14
81667 München
Tel: 089.489.013-20
th@arcendo.com
Susanne Pawlik
Defense AG
Bodenseestraße 217
81243 München
Tel: 089. 89 74 64-0
susanne.pawlik@defense-ag.de

| Deutsche Messe AG
Weitere Informationen:
http://www.defense-ag.de
http://www.hannovermesse.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie HANNOVER MESSE:

nachricht Schaltschrank-Innovation mit System - Rittal mit neuem Großschranksystem VX25
23.04.2018 | Rittal GmbH & Co. KG

nachricht Sauber und effizient - Fraunhofer ISE präsentiert Wasserstofftechnologien auf Hannover Messe
23.04.2018 | Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE

Alle Nachrichten aus der Kategorie: HANNOVER MESSE >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Moleküle brillant beleuchtet

Physiker des Labors für Attosekundenphysik, der Ludwig-Maximilians-Universität und des Max-Planck-Instituts für Quantenoptik haben eine leistungsstarke Lichtquelle entwickelt, die ultrakurze Pulse über einen Großteil des mittleren Infrarot-Wellenlängenbereichs generiert. Die Wissenschaftler versprechen sich von dieser Technologie eine Vielzahl von Anwendungen, unter anderem im Bereich der Krebsfrüherkennung.

Moleküle sind die Grundelemente des Lebens. Auch wir Menschen bestehen aus ihnen. Sie steuern unseren Biorhythmus, zeigen aber auch an, wenn dieser erkrankt...

Im Focus: Molecules Brilliantly Illuminated

Physicists at the Laboratory for Attosecond Physics, which is jointly run by Ludwig-Maximilians-Universität and the Max Planck Institute of Quantum Optics, have developed a high-power laser system that generates ultrashort pulses of light covering a large share of the mid-infrared spectrum. The researchers envisage a wide range of applications for the technology – in the early diagnosis of cancer, for instance.

Molecules are the building blocks of life. Like all other organisms, we are made of them. They control our biorhythm, and they can also reflect our state of...

Im Focus: Metalle verbinden ohne Schweißen

Kieler Prototyp für neue Verbindungstechnik wird auf Hannover Messe präsentiert

Schweißen ist noch immer die Standardtechnik, um Metalle miteinander zu verbinden. Doch das aufwändige Verfahren unter hohen Temperaturen ist nicht überall...

Im Focus: Software mit Grips

Ein computergestütztes Netzwerk zeigt, wie die Ionenkanäle in der Membran von Nervenzellen so verschiedenartige Fähigkeiten wie Kurzzeitgedächtnis und Hirnwellen steuern können

Nervenzellen, die auch dann aktiv sind, wenn der auslösende Reiz verstummt ist, sind die Grundlage für ein Kurzzeitgedächtnis. Durch rhythmisch aktive...

Im Focus: Der komplette Zellatlas und Stammbaum eines unsterblichen Plattwurms

Von einer einzigen Stammzelle zur Vielzahl hochdifferenzierter Körperzellen: Den vollständigen Stammbaum eines ausgewachsenen Organismus haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Berlin und München in „Science“ publiziert. Entscheidend war der kombinierte Einsatz von RNA- und computerbasierten Technologien.

Wie werden aus einheitlichen Stammzellen komplexe Körperzellen mit sehr unterschiedlichen Funktionen? Die Differenzierung von Stammzellen in verschiedenste...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Fraunhofer eröffnet Community zur Entwicklung von Anwendungen und Technologien für die Industrie 4.0

23.04.2018 | Veranstaltungen

Mars Sample Return – Wann kommen die ersten Gesteinsproben vom Roten Planeten?

23.04.2018 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Digitalisierung

19.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Moleküle brillant beleuchtet

23.04.2018 | Physik Astronomie

Sauber und effizient - Fraunhofer ISE präsentiert Wasserstofftechnologien auf Hannover Messe

23.04.2018 | HANNOVER MESSE

Fraunhofer IMWS entwickelt biobasierte Faser-Kunststoff-Verbunde für Leichtbau-Anwendungen

23.04.2018 | Materialwissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics