Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Factory Automation: Industrial Ethernet macht Tempo

16.03.2007
Vernetzung von Automation und IT kommt großen Schritt voran

Das Industrial Ethernet etabliert sich immer mehr auch in der Automatisierungstechnik. Die enormen technischen Fortschritte wie Fast Ethernet, Switching und Full-Duplex-Übertragung haben aus dem anfänglich skeptisch gesehenen Ethernet ein leistungsstarkes Kommunikationssystem gemacht. Wegen seiner vielen Vorteile übt dieses aktuell eine große Anziehungskraft auf Anwender und Hersteller in der Industrie aus. Eine Anziehungskraft, die auch die HANNOVER MESSE 2007 vom 16. bis 21. April 2007 für Interessenten des Industrial Ethernet ausüben dürfte, schließlich werden dort in einem Sonderausstellungsbereich (Halle 17) im Rahmen der Factory Automation die neuesten Trends und Produkte der Branche vorgestellt.

Als einige wenige Unternehmen wie Hirschmann vor Jahren auf die Entwicklung und Vermarktung von Produkten und Systemen für das Industrial Ethernet setzten, sahen sich die Hersteller großen Vorbehalten der Anwender ausgesetzt. Inzwischen zeigen zahlreiche Anwendungen in allen Bereichen der Automation, dass sich die Scheu vor dem "Netz der Netze" in den Produktionshallen weitgehend gelegt hat.

Dr. Klaus Zwerina, Marketing Direktor bei Hirschmann Automation and Control, illustriert die aktuelle Entwicklung anhand eines "historischen" Beispiels: "Hier wiederholt sich die Geschichte der industriellen Nutzung von PC nahezu 1:1. Viele Anwender zögerten, und die Anbieter konventio­neller Steuerungstechnik rollten der neuen Systemalternative verständlicherweise keinen roten Teppich aus."

Dem Industrial Ethernet sei es geraume Zeit ganz ähnlich ergangen, und es habe anfangs in der Tat noch an industrietauglichen Produkten, wie zum Beispiel abgedichteten Steckverbindern, gemangelt. "Darüber hinaus machten die Sicherheitstechniker die Möglichkeit aus, dass ein Telegramm zur sofortigen Notabschaltung einer Maschine im Datenstau stecken bleiben könnte. Doch wie beim PC sind auch beim Industrial Ethernet heute all diese Probleme gelöst", so Klaus Zwerina weiter.

Um dieses Ziel zu erreichen und im Markt des Industrial Ethernet zum Weltmarktführer für Switches zu werden, musste Hirschmann allerdings einen hoch aufwändigen Entwicklungsmarathon absolvieren. Klaus Zwerina: "Heute sind wir froh, diesen nicht immer ganz leichten Weg eingeschlagen zu haben, denn nicht zuletzt durch die Steigerung der Performance, die beim Schritt vom Industrial Ethernet zum Fast Ethernet den Faktor zehn ausmachte, sowie durch neue Hubs und Switches konnten wir dem ,Netz der Netze' auch in der Produktion zum Durchbruch verhelfen."

Die anfänglichen Bedenken vieler Anwender kreisten bekanntermaßen insbesondere um die Frage der Echtzeit-Fähigkeit des IT-basierten Ethernet. Auch zu Zeiten des Fast Ethernet sind diese Vorbehalte noch nicht ganz verstummt. Das treibt Klaus Zwerina allerdings keine Sorgenfalten auf die Stirn: "Anstatt Anwender missionieren zu wollen, spielen wir lieber auf Zeit, zumal mit dem Gigabit-Ethernet eine weitere Leistungssteigerung von 100 Mbit/s auf ein Gbit/s bereits auf der Startrampe steht. Damit werden auch hartgesottene Zweifler einsehen, dass das Industrial Ethernet keine exotische Alternative zu Feldbussystemen ist, sondern eher eine willkommene Ergänzung."

Ein weiterer Bereich, in dem das Ethernet mit beträchtlichen Vorbehalten zu kämpfen hatte, waren Sicherheitsaspekte. Wie konnte sichergestellt werden, dass bei einem Systemausfall keine Gefahrensituationen entstehen, wenn eine Notmeldung als Datenpaket im Netz auf die Reise geht? Die Tatsache, dass führende Unternehmen des Marktsegments "Sichere Automatisierung" selbst auf das Fast Ethernet einschwenkten, hat zur Akzeptanz der neuen Vernetzungstechnologie erheblich beigetragen. Klaus Zwerina ist überzeugt: "Bei richtiger Konfiguration können mit den geeigneten Komponenten des Fast Ethernet sehr wohl Notabschaltungen in Echtzeit erreicht werden. Dabei denke ich an die Übertragung priorisierter Datenpakete über intelligente Switches, die sofort alle Daten hoher Priorität bevorzugen und weniger wichtige Nachrichten in einem Puffer speichern, bis die Performance des Netzwerks wieder für deren Übertragung ausreicht." Mit dem Gigabit-Ethernet seinen auch diese "Vorfahrtregelungen" im Prinzip nicht mehr notwendig.

Dass die aus der Bürowelt kommende Technik des Ethernet mit der rauen Umgebung einer Produktionshalle gut zurechtkommt, belegen heute zahlreiche Anwendungsbeispiele. "Auf starke elektrische Felder in der Produktion haben die Hersteller von Industrial-Ethernet-Systemen mit der Möglichkeit reagiert, je nach Anwendungsumgebung Daten über Kupferkabel oder Lichtwellenleiter zu übertragen", so Klaus Zwerina.

Bleibt noch das "Schreckgespenst" der schädlichen Codes aus dem Internet wie Viren, Trojaner, Würmer etc., denen via Ethernet der Zugang zu hochsensiblen Produktionsbreichen gelingen könnte. Hier räumt Klaus Zwerina ein, dass diese Gefahr prinzipiell besteht, wenn Anwender die innerbetrieblichen Netze mit dem Internet verbinden. "Um unseren Kunden hier die notwendige Sicherheit zu bieten, haben wir unseren ,Eagle' entwickelt. Diese Hardware trennt Netzbereiche physikalisch und lässt lokal die Definition zu, dass Telegramme welcher Absender, also IP-Adressen durchgelassen werden, aber auch welche Struktur diese Datenpakete haben müssen."

Julia Born | Deutsche Messe
Weitere Informationen:
http://www.hannovermesse.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie HANNOVER MESSE:

nachricht Hannover Messe Preview 2017: Industrie 4.0: Virtueller Zwilling steuert die Produktion
09.02.2017 | Fraunhofer-Gesellschaft

nachricht Hannover Messe Preview 2017: Bauteil mit Verantwortung
09.02.2017 | Fraunhofer-Gesellschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: HANNOVER MESSE >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie