Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Vom sanften Krankentransport bis zum präzisen Sportgewehr

01.04.2008
Leichter, stabiler und hochdynamisch: Institut für Konstruktion und Verbundbauweisen stellt auf der Hannover Messe zahlreiche Carbon- Anwendungen vor

Faserverbunde aus Carbon koppeln günstige Eigenschaften verschiedener Werkstoffe und führen so zu neuen Eigenschaften. Ein geringes Gewicht und eine hohe Stabilität sind zwei entscheidende Vorteile carbonfaserverstärkter Kunststoffe (CFK) gegenüber herkömmlichen metallischen Werkstoffen.

Zudem können Temperaturwechsel den Teilen aus CFK kaum etwas anhaben. In Industriezweigen wie der Luft- und Raumfahrt und im Automobilbau, wo besonders leicht gebaut werden muss, hat Carbon bereits einen festen Platz. Aber auch andere Branchen ziehen nach. Das Institut für Konstruktion und Verbundbauweisen (KVB) an der TU Chemnitz schwört seit Jahren auf diesen "Wunderwerkstoff". Vom 21. bis 25. April 2008 stellt das Institut auf der Hannover Messe zahlreiche Anwendungsbeispiele rund um das Carbon vor.

Auf dem Gemeinschaftsstand "Forschung für die Zukunft" (Halle 2, Stand
C39) zeigen die Wissenschaftler beispielsweise eine neuartige Drehrohrfeder aus Faserverbundwerkstoffen für Nutzfahrzeuge. Damit können etwa Patienten in Krankenwagen sanfter transportiert werden.

Die gemeinsam mit der RKB Reparatur- und Karosseriebau GmbH Döbeln entwickelte Feder wird im Nasswickelverfahren hergestellt. Sie hat eine hohe Dauerfestigkeit und ist mit 2,5 Tonnen ertragbarer Aufbaumasse pro Rad enorm belastbar. Das Rad hat einen Federweg von 100 Millimeter und ist damit deutlich länger als bei konventionellen Drehstabfedern aus Stahl. Zudem ist die Drehrohrfeder zehn Prozent leichter.

Im Messegepäck für Hannover haben die Chemnitzer noch andere Teile.
Dazu gehören unter anderem ein carbonfaserverstärkter Schaft eines Sportgewehrs, hochdynamische CFK-Bauteile für Textilmaschinen sowie eine CFK-Motorradfelge. Darüber hinaus stellen sie ein hochgenaues und in der Industrie bereits bewährtes Messsystem vor, mit dem zum Beispiel die Innenschale eines Handys nach der Fertigung vermessen werden kann, um produktionstechnische Mängel aufzudecken. Mit diesem gemeinsam mit der Firma Breuckmann GmbH Meersburg entwickelten stereoSCAN 3D-Messsystem können aber auch beliebige Körper mit hoher Auflösung und Genauigkeit gescannt werden. Die Forscher dieses An-Institutes der TU Chemnitz entwickelten dafür eine neuartiges Tragsystem. Es besteht aus CFK-Profilen, dessen Stützkern aus geschäumten Epoxidharz gefertigt wird.

Außerdem präsentieren die Forscher auf der Hannover Messe CFK- Barren für Textilmaschinen, mit denen die Produktivität dieser Maschinen entscheidend erhöht werden konnte. Gemeinsam mit dem Sportwaffenhersteller Carl Walther Ulm entwickelten die Chemnitzer ein einzigartiges Sportgewehr, dessen Gewehrschaft aus CFK besteht. Das in der Praxis bewährte Gewehr ist auf Grund der bessere Festigkeits- und Dämpfungseigenschaften des Carbons auch präziser beim Schießen. Den Gewehrschaft können Messebesucher in Hannover ebenso in die Hand nehmen wie eine Geige samt Geigenbögen aus Carbon.

Weitere Informationen: Technologie Centrum Chemnitz, Institut für Konstruktion und Verbundbauweisen e. V. an der TU Chemnitz, Dr.

Jakob Schulz, Annaberger Str. 240, 09125 Chemnitz, Telefon 0371 5347-540, E-Mail jakob.schulz@kvb-chemnitz.de, http://www.kvb- chemnitz.de

Mario Steinebach | Technische Universität Chemnitz
Weitere Informationen:
http://www.tu-chemnitz.de/tu/presse/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie HANNOVER MESSE:

nachricht Rittal mit neuer Push-in-Leiteranschlussklemme - Kontakte im Handumdrehen
26.04.2017 | Rittal GmbH & Co. KG

nachricht Neuer Blue e+ Chiller von Rittal - Exakt regeln und effizient kühlen
25.04.2017 | Rittal GmbH & Co. KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: HANNOVER MESSE >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Maschinelles Lernen im Quantenlabor

Auf dem Weg zum intelligenten Labor präsentieren Physiker der Universitäten Innsbruck und Wien ein lernfähiges Programm, das eigenständig Quantenexperimente entwirft. In ersten Versuchen hat das System selbständig experimentelle Techniken (wieder)entdeckt, die heute in modernen quantenoptischen Labors Standard sind. Dies zeigt, dass Maschinen in Zukunft auch eine kreativ unterstützende Rolle in der Forschung einnehmen könnten.

In unseren Taschen stecken Smartphones, auf den Straßen fahren intelligente Autos, Experimente im Forschungslabor aber werden immer noch ausschließlich von...

Im Focus: Artificial agent designs quantum experiments

On the way to an intelligent laboratory, physicists from Innsbruck and Vienna present an artificial agent that autonomously designs quantum experiments. In initial experiments, the system has independently (re)discovered experimental techniques that are nowadays standard in modern quantum optical laboratories. This shows how machines could play a more creative role in research in the future.

We carry smartphones in our pockets, the streets are dotted with semi-autonomous cars, but in the research laboratory experiments are still being designed by...

Im Focus: Fliegen wird smarter – Kommunikationssystem LYRA im Lufthansa FlyingLab

• Prototypen-Test im Lufthansa FlyingLab
• LYRA Connect ist eine von drei ausgewählten Innovationen
• Bessere Kommunikation zwischen Kabinencrew und Passagieren

Die Zukunft des Fliegens beginnt jetzt: Mehrere Monate haben die Finalisten des Mode- und Technologiewettbewerbs „Telekom Fashion Fusion & Lufthansa FlyingLab“...

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Im Focus: Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen

Sogenannte vorverspannte Zustände beschleunigen auch photochemische Reaktionen

Was ermöglicht den schnellen Transfer von Elektronen, beispielsweise in der Photosynthese? Ein interdisziplinäres Forscherteam hat die Funktionsweise wichtiger...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Kongress Meditation und Wissenschaft

19.01.2018 | Veranstaltungen

LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

18.01.2018 | Veranstaltungen

6. Technologie- und Anwendungsdialog am 18. Januar 2018 an der TH Wildau: „Intelligente Logistik“

18.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rittal vereinbart mit dem Betriebsrat von RWG Sozialplan - Zukunftsorientierter Dialog führt zur Einigkeit

19.01.2018 | Unternehmensmeldung

Open Science auf offener See

19.01.2018 | Geowissenschaften

Original bleibt Original - Neues Produktschutzverfahren für KFZ-Kennzeichenschilder

19.01.2018 | Informationstechnologie