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Telekommunikationsmarkt setzt weiterhin auf WLAN

17.02.2004


Anzahl der Hotspots in Europa nahezu vervierfacht - CeBIT 2004 zeigt Trends in der drahtlosen Kommunikation



Während sich das UMTS-Netz noch in der Aufbauphase befindet, schießen öffentliche WLAN-Zugänge, so genannte Hotspots, wie Pilze aus dem Boden. So hat sich in 2003 laut einer Untersuchung des Bera­tungs­unter­nehmens BWCS die Anzahl der Hotspots in Europa nahezu vervier­facht. Ende 2003 gab es in Europa mehr als 7 200 Hotspots. Spitzenreiter ist Großbritannien. Hier stieg die Anzahl von 170 auf über 2 900 um mehr als das Siebzehnfache. Nach Meinung vieler Marktbeobachter ist WLAN eine der Zukunftstechnologien der draht­losen Daten­kommu­ni­ka­tion. Die aktuellen Produkte und Entwicklungen gibt es vom 18. bis 24. März 2004 auf der CeBIT in Hannover zu sehen.

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Die Gründe für die wachsende Beliebtheit der WLAN-Technologie liegen auf der Hand. Zum einen ist es die schnelle Übertragungsrate von bis zu 54 Megabit pro Sekunde, zum anderen ist es die vor allem im Verhältnis zu UMTS kostengünstige Einrichtung der Hotspots. Ein großer Nachteil des WLANs ist die eingeschränkte Nutzung, da während des Betriebs nicht in eine andere Zelle gewechselt werden kann. Eine mobile Anwen­dung etwa im fahrenden Auto ist so nicht möglich. Der zweite große Nach­teil ist die atomisierte Struktur des WLAN-Netzes mit zahlreichen Anbietern. Derzeit muss der Anwender bei jedem Anbieter erneut seine Kredit­kartendaten eingeben oder eine Prepaid-Karte erwerben. Eine Alter­native wäre ein flächendeckendes Netz mit einem einfachen Billing­system.

Einfaches Billingsystem für wirtschaftlichen Erfolg

Um dies zu erreichen, sind zwei Wege möglich. Den einen beschreitet zurzeit die Deutsche Telekom, die ihr bestehendes WLAN-Netz bis Ende 2004 von aktuell 100 auf 4 000 Hotspots ausbauen will. Ende 2005 sollen es bundesweit sogar mehr als 10 000 werden. Mit einer einzigen An­meldung steht dem Kunden dann deutschlandweit das komplette Netz zur Verfügung. CeBIT-Besucher können sich detailliert über das Projekt informieren. Der andere Weg, den Kunden ein einfaches Billing zu ermöglichen, ist das Roaming. Dazu schließen sich mehrere Anbieter einem virtuellen Netzbetreiber an. Dieser bietet dem Kunden ein Ab­rech­nungs­verfahren an, unabhängig davon, welchen Hotspot dieser gerade nutzt. Einer der größten Anbieter für Roamingverfahren bei WLAN ist das Unter­nehmen Ipass, mit dessen Lösung weltweit schon mehr als 20 000 Zugangs­punkte genutzt werden können. Außerdem wurden in Deutsch­land bereits mehrere Initiativen gegründet, unter anderem Greenspot, die sich mit Roaming-Verfahren befassen, um der Öffentlichkeit den Zugang zum WLAN zu ermöglichen.

WLAN beflügelt Voice over IP

Der verstärkte Einsatz von WLAN auch in internen Unter­nehmens­netz­werken ebnet den Weg für einen weiteren Telekommunikationstrend: Voice over IP. Durch die Kopplung dieser beiden Technologien ist es mög­lich, innerhalb eines Unternehmens über das drahtlose WLAN-Netz zu tele­fonieren. Das Unternehmen spart sich dadurch die Kosten für Aufbau und Pflege eines separaten DECT-Telefonnetzes. Zusätzlich kann ein WLAN-fähiges Handy, wie es unter anderen Motorola oder Cisco Systems ent­wickeln, in allen Unternehmensstandorten angemeldet werden. Der An­wender bleibt unabhängig vom Standort unter einer Rufnummer erreich­bar. Mobilfunkbetreiber und WLAN-Anbieter arbeiten in jüngster Zeit verstärkt daran, dies in Zukunft auch in Hotspots zu ermöglichen. Dann steht auch außerhalb des Firmennetzwerkes ein günstiger und schnel­ler Datenzugang per Multimedia-Handy zur Verfügung. Nur wenn kein Zugang zu einem WLAN möglich ist, wählen sich die WLAN-Telefone in das UMTS-Netz ein. Die Mobilfunkbetreiber hoffen, den Kun­den damit langsam an die Nutzung des UMTS-Netzes heranführen zu können.

Gabriele Dörries | Deutsche Messe AG
Weitere Informationen:
http://www.cebit.de

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