Das Gehen verstehen

Das Department für Sportwissenschaft und die Universitätsklinik und Poliklinik für Orthopädie und Physikalische Medizin der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg eröffnen am morgigen Mittwoch, 28. Februar 2007, ein neues, modernisiertes Biomechanisches Ganglabor. Die Eröffnung findet um 10.00 Uhr in der Magdeburger Str. 22 (Raum E.58) statt. Unter anderem wird die Funktionsweise des Bewegungsanalysesystems praktisch demonstriert. Pressevertreter sind herzlich willkommen.

Durch sechs Infrarotkameras und zwei Kraftmessplattformen, die in einer Gangbahn integriert sind, kann der Bewegungsablauf objektiv erfasst und nach Bedarf und Sachlage quantifiziert werden. Mit Hilfe dieser Technik können die unterschiedlichsten Daten aus verschiedenen Bereichen wie z.B. der Kinematik, der Dynamometrie und Elektromyographie (Aufzeichnung der Muskelsignale) aufgenommen werden. „Damit können Bewegungseinschränkungen und Therapieverläufe objektivierbar dokumentiert werden“, erklärt Prof. Dr. Hein, Direktor der Universitätsklinik für Orthopädie.

Die Sportwissenschaftlerin Regina Ullmann nutzt als erste Forscherin das neue Ganganalysesystem für eine Knie-Studie. Unter anderem soll untersucht werden, ob unterschiedliche Operationstechniken zum Einsatz künstlicher Kniegelenke (z.B. minimalinvasive Operation) Einfluss auf den Rehabilitationsverlauf haben. Dazu werden die Studienteilnehmer vor der Operation, nach sechs Wochen, drei Monaten und einem halben Jahr nach dem Eingriff im Ganglabor untersucht.

Die Patienten haben jahrelang vor dem Eingriff massive Schmerzen und Funktionseinschränkungen, die im krankhaft veränderten Gang (Schonhaltung) zum Ausdruck kommen. Dem Gehen liegt ein komplizierter Bewegungsablauf zugrunde. „Die Grenze zwischen gesundem und krankhaft bedingtem Gangmuster ist fließend“ erklärt der Biomechaniker Professor Dr. Siegfried Leuchte vom Department für Sportwissenschaft.

Das Computerprogramm ermöglicht eine 3D-Animation sämtlicher Daten, die für die Beschreibung des Ganges benötigt werden. Parallel dazu werden die Daten von Kraftmessplattformen erfasst und verarbeitet. Die Aufzeichnung der Muskelsignale komplettieren die Bewegungsanalysen. Durch diese Untersuchungen kann das individuelle, dreidimensionale Gangbild, einschließlich der Veränderungen im Therapieverlauf, erstellt werden. Die gewonnen Daten können unter anderem in der Diagnostik und als Verlaufskontrolle eingesetzt werden.

Hinweis: Frau Ullmann steht auch nach 10 Uhr noch für Fragen zur Verfügung.

Jens Müller
Pressesprecher
Universitätsklinikum der
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
06097 Halle (Saale)
T: 0345 / 557 – 1032
F: 0345 / 557 – 5749

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Jens Müller Uniklinik Halle

Weitere Informationen:

http://www.uni-halle.de

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