Neue Techniken und Anwendungen rund um Biosensoren

Zweites deutsches Biosensor-Symposium für Nachwuchswissenschaftler in Tübingen

Zum zweiten deutschen Biosensor-Symposium treffen sich von Sonntag bis Dienstag, 1. bis 3. April 2001, rund 250 Teilnehmer in Tübingen. Die Tagung unter der Leitung von Prof. Günter Gauglitz vom Institut für Physikalische und Theoretische Chemie der Universität Tübingen ist interdisziplinär ausgerichtet und soll vor allem Nachwuchswissenschaftlern, die auf dem Gebiet der Biosensorik forschen, ein Forum bieten. Die deutsche Tagung findet alle zwei Jahre statt und ergänzt die ebenfalls zweijährig stattfindende internationale Biosensor-Tagung, die im Wechsel in Amerika, Europa und Asien organisiert wird. Während des Tübinger Symposiums präsentieren über zehn Firmen in einer Industrieausstellung Anwendungen aus dem Forschungsbereich Biosensorik.

Unter Biosensoren versteht man Systeme, mit denen sich mit Hilfe von biologischen Verbindungen wie Proteinen oder DNA-Molekülen bestimmte Stoffe nachweisen oder auch quantitativ messen lassen. Biosensoren finden vielfältig Einsatz: In der klinischen Chemie werden zum Beispiel Glukosesensoren entwickelt, mit denen der Blutzucker bei Diabetikern einfach und schnell gemessen werden kann; Biosensoren können zum Aufspüren winziger Tumore in der Krebsdiagnostik eingesetzt werden, in der Allergiediagnostik oder zur Erforschung des menschlichen Erbgutes. Doch es werden auch andere Biosensor-Systeme entwickelt, mit denen etwa die Schwermetallkonzentration im Abwasser gemessen werden kann oder sogenannte Optoden, die zur Prozessüberwachung in Fermentern genauso eingesetzt werden wie in der „Point-of-Care-Diagnostik, also der medizinischen Routinediagnostik mit tragbaren Kleingeräten.

In den Vorträgen des Tübinger Symposiums werden zahlreiche Neuentwicklungen im Bereich der so genannten Lab-on-Chip-Technologie vorgestellt, bei der bildlich gesprochen ein biochemisches Labor auf wenigen Quadratmillimetern Platz findet. Bei diesem Verfahren können etwa bei der Wirkstoffsuche für die Medikamentenentwicklung zahlreiche Proben parallel untersucht werden, von denen überdies nur jeweils eine winzige Menge benötigt wird. Die Miniaturisierung wirft jedoch viele Probleme auf, deren Lösungsansätze auf der Tagung diskutiert werden: Bei der Lab-on-Chip-Technologie müssen unterschiedliche biologische Verbindungen stabilisiert und an Chip-Oberflächen gebunden werden. Um die Messung der Proben auf dem Chip zu beschleunigen werden so genannte Imaging-Verfahren entwickelt, die es ermöglichen, alle Proben auf einmal statt nacheinander zu messen. Bei der automatisierten Aus- und Bewertung vieler Tests ist auch die Bioinformatik gefragt.

Einen einführenden Vortrag zur Tagung hält am Sonntag, 1. April, Prof. Dr. Walter Bodemer von der Bundesforschungsanstalt für Viruskrankheiten der Tiere in Tübingen zu dem hochaktuellen Thema „Prionenerkrankung bei Mensch und Tier“. Das genaue Programm des Symposiums kann im Internet unter http://barolo.ipc.uni-tuebingen.de/biosensor2001/ eingesehen oder bei der Pressestelle angefordert werden.

Nähere Informationen: Prof. Günter Gauglitz, Tel. 0 70 71/2 97 69 27, Dipl.-Chem. Oliver Birkert, Tel. 0 70 71/2 97 46 67, Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, Auf der Morgenstelle 8, 72076 Tübingen.

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Michael Seifert idw

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