Virtual Engineering – Zukunft des deutschen Anlagenbaus

Im Blickpunkt der Experten stehen die Möglichkeiten des Virtual Engineerings für die Projektierung, Konstruktion, Qualifizierung und den sicheren Anlagenbetrieb.

Die Veranstalter, das Fraunhofer IFF, der FASA e.V., die Wirtschaftsinitiative Mitteldeutschland und ihre Partner VDMA und VCI Nordost verbindet ein gemeinsames Anliegen. Fraunhofer-Institutsleiter Prof. Michael Schenk bringt es auf den Punkt: „Die Wettbewerbsfähigkeit des Maschinen- und Anlagenbaus muss erhalten und weiter gestärkt werden.

In 18 von 38 Fachzweigen des Maschinen- und Anlagenbaus ist Deutschland Weltmarktführer. Allerdings kann das nur so bleiben, wenn Deutschland auch weiterhin ein attraktiver Standort für Unternehmen ist. Dem muss sich die Wirtschaftspolitik stellen und alles tun, um Zukunftsfähigkeit und Innovationskraft abzusichern – nur dann wirkt „Made in Germany“ auch in Zukunft als ein weltweit anerkanntes Gütesiegel“.

Für diese Zukunftsfähigkeit und Innovationskraft ist eine sichere Technologiebasis unerlässlich. Virtual Engineering als Methode und Werkzeug für die Projektierung, Konstruktion, Qualifizierung und den sicheren Anlagenbetrieb ist eine hochmoderne Technologie, ohne die in Zukunft kein Anlagenhersteller oder Anlagenbetreiber mehr auskommen wird. Die Zukunft des deutschen Anlagenbaus sehen die Veranstalter daher in der Nutzung des Virtual Engineerings – bevor und nachdem eine Anlage gebaut wurde. Setzt man das Virtual Engineering bereits in frühen Phasen des Entwicklungsprozesses ein, so sind bemerkenswerte Einsparpotenziale erreichbar. Die Produktionsplanung lässt sich beispielsweise um bis zu 30 Prozent beschleunigen, der Produktionsaufwand um 40 Prozent reduzieren und Investitionskosten bis zu 30 Prozent verringern.

Allerdings müssen Ingenieure auf die Anwendung der neuen Technologien gut vorbereitet sein. Angesichts der Tatsache, dass an den Universitäten die Zahl der Studienanfänger in den Ingenieurwissenschaften sinkt, ist die Qualifikation im Virtual Engineering nicht gesichert. Die Attraktivität der Ingenieurstudiengänge muss unbedingt gesteigert werden, indem modernste technische Entwicklungen direkt in die wissenschaftliche Ausbildung einfließen. Mit der Einführung der neuen Bachelor- und Master-Studiengänge ist eine erste wichtige Voraussetzung dafür geschaffen. Die Landesregierung von Sachsen-Anhalt will ihrerseits einen „Innovations- und Technikbeirat“ ins Leben rufen. „Politik, Wirtschaft und Wissenschaft dürfen keine Chance ungenutzt lassen, jungen Ingenieuren spannende Perspektiven zu bieten und die Innvationskraft von Unternehmen zu stärken“ sagt Wirtschaftsminister Dr. Reiner Haseloff.

Sachsen-Anhalt hat gute Voraussetzungen, diesen Herausforderungen gerecht zu werden. Das Bundesland gehört zu den traditionsreichen Maschinenbauzentren. Die Anzahl der Beschäftigten in den knapp 200 Unter-nehmen steigt jährlich um mehr als 12 Prozent. So stark wächst keine andere Branche. Mit einer Exportquote von rund 33 Prozent ist der Maschinen- und Anlagenbau zudem ein wesentlicher Träger der insgesamt sehr positiven wirtschaftlichen Entwicklung in Sachsen-Anhalt. Mit dem kürzlich von der Fraunhofer-Gesellschaft und der Bundesregierung etablierten Innvationscluster Virtual Development, Engineering and Training („VIDET“) für den regionalen regionale Großgeräte- und Anlagenbauindustrie soll das bereits vorhandene Wirtschaftspotenzial weiter ausgebaut, neue Produktideen gefördert sowie Arbeitsplätze gesichert werden. Dazu laufen an dem Forschungsinstitut bereits 11 Projekte mit 8 Industriepartnern. Die Wissenschaftseinrichtungen, insbesondere die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg arbeiten eng mit dem Ende 2006 eröffneten Virtual Development and Training Centre VDTC des Fraunhofer IFF zusammen. Seit mehr als 10 Jahren bauen die Partner gemeinsam in bemerkenswerten Industrieprojekten fundierte Kompetenzen in diesem Fachgebiet auf.

Über die Veranstalter:
Das Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF
ist eine der prägenden Einrichtungen des Wissenschaftsstandort Magdeburg. Eingebunden in ein internationales Forschungsnetzwerk kooperiert es eng mit der Otto-von-Guericke-Universität und ist ein wichtiges Bindeglied zwischen akademischer Forschung und industrieller Anwendung. Das Fraunhofer IFF forscht und entwickelt anwendungsorientiert auf den Gebieten Logistiksysteme und -netze, Virtual Engineering, Automatisierung und Produktions- und Anlagentechnik. Es bietet seinen Kunden und Partnern von der Ideenfindung über die Umsetzung bis zur Schulung der Mitarbeiter umfassende und kundenspezifische Forschungs- und Entwicklungsleistungen. Zu den Kunden gehören öffentliche Auftraggeber, internationale Industrieunternehmen, die Dienstleistungsbranche und Unternehmen der klein- und mittelständischen Wirtschaft.
Der VDMA – Verband deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V. ist ein bedeutender Verbandsdienstleister und bietet das größte Bran-chennetzwerk der Investitionsgüterindustrie in Europa. Der VDMA vertritt 3.000 vorrangig mittelständische Mitgliedsunternehmen der Investitionsgüterindustrie und ist damit einer der mitgliederstärksten und bedeutendsten Industrieverbände in Europa.

Der Maschinen- und Anlagenbau ist eine Schlüsseltechnologie und der Motor für das durch steigende Arbeitsproduktivität entstehende Wirtschaftswachstum. Mit einem Umsatz im Jahr 2005 von rund 151 Mrd. Euro und annähernd 864.000 Beschäftigten gehört der Maschinen- und Anlagenbau zu den größten Branchen und wichtigsten Arbeitgebern in Deutschland.

VCI Nordost – Verband der chemischen Industrie e.V.
Der VCI vertritt die wirtschaftspolitischen Interessen von 1.600 deutschen Chemieunternehmen und deutschen Tochterunternehmen ausländischer Konzerne gegenüber Politik, Behörden, anderen Bereichen der Wirt-schaft, der Wissenschaft und den Medien. Der VCI steht für mehr als 90 Prozent der deutschen Chemie. Die Branche setzte 2006 rund 162 Milliarden Euro um und beschäftigte über 436.000 Mitarbeiter.Der Landes-verband Nordost des Verbandes der Chemischen Industrie e.V. vertritt die wirtschaftspolitischen Interessen der Länder Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen gegenüber Politik, Behörden, Organisationen, Medien und Öffentlichkeit.
In der Wirtschaftsinitiative Mitteldeutschland GmbH
engagieren sich rund 50 strukturbestimmende Unternehmen sowie Kammern und Städte aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen engagieren. Gemeinsames Ziel ist die nachhaltige Entwicklung und Vermarktung der traditionsreichen Wirtschaftsregion Mitteldeutschland. Mit zahlreichen Projekten wie dem mitteldeutschen Clusterprozess und dem IQ Innovationspreis Mitteldeutschland sollen Innovationen in der Region gefördert, Nachhaltigkeit und Wachstum gestärkt sowie das Image der Region erneuert werden.

Die Wirtschaftsinitiative mit Sitz in Leipzig (ehemals Regionenmarketing Mitteldeutschland) bündelt Akteure aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik/ Verwaltung aus der gesamten Region und bietet damit eine optimale länderübergreifende Aktionsplattform für die erfolgreiche Etablierung eines auch international starken mitteldeutschen Wirtschaftsstandortes.

FASA – Zweckverband zur Förderung des Maschinen- und Anlagenbaus Sachsen-Anhalt e.V.

kümmert sich seit mehr als 10 Jahren um die Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus im Raum Magdeburg und Sachsen-Anhalt. Leitspruch des FASA e. V. ist: „Durch Kooperation vom Einzelkämpfer zum Systemlieferanten“. Idee und Ziel des Vereins ist es, mittlere und kleine Unternehmen an Investitionen teilhaben zu lassen und sie gleichzeitig für internationale Märkte und die Anforderungen der Kunden zu qualifizieren und fit zu machen für den globalen Markt. Die praktische Anwendung wissenschaftlicher Erkenntnisse zu forcieren und die Zusammenführung der Kräfte von angewandter Forschung und der Praxis ist Aufgabe des Vereins.

Media Contact

Anna-Kristina Wassilew idw

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