Unbemannte Flugobjekte: UDE auf der CeBIT

Flugzeuge ohne Besatzung landen lassen, riesige Nationalparks genau beobachten und schützen – das Projekt PLANET des Ingenieurwissenschaftlers Prof. Dr. Pedro José Marrón von der Universität Duisburg-Essen (UDE) macht es möglich. Vom 6. bis zum 10. März stellt er es auf der CeBIT in Hannover vor.

„Die Ursprungsidee zu PLANET ist mir bei der Arbeit an anderen EU-Projekten gekommen“, überlegt sein Gründer und Koordinator Marrón. Besonderes Interesse habe er am Einsatz groß angelegter realer Systeme gehabt, die sich aus mehreren unterschiedlichen Objekten zusammensetzen.

Dazu gehören beispielsweise Sensoren, Aktuatoren oder Fahrzeuge. Das
Besondere: Diese Gegenstände werden über festgelegte Punkte miteinander verbunden, können so miteinander kommunizieren und eigenständig ein gemeinsames Ziel erreichen. Dass sich dieser Netzwerk-Gedanke auch auf Flugplätze oder Naturschutzgebiete anwenden lässt, sei erst später dazugekommen.

Beim PLANET-Projekt – Abkürzung für PLAtform for the Deployment and Operation of Heterogenous NETworked Cooperating Objects – , an dem die UDE-Forscher derzeit arbeiten, handelt es sich genauer gesagt um den andalusischen Nationalpark Coto de Doñana und den Flughafen ATLAS, auf dem die spanische Regierung unbemannte Flugzeuge testen lässt.

Entwickelt wird ein Portal, über das mobile kooperierende Objekte vernetzt werden und so optimal zum Einsatz kommen. Außer Luftfahrzeugen gehören dazu unter anderem führerlose Fahrgeräte zu Lande oder drahtlose Sensoren.

Gibt es im betrachteten Gebiet beispielsweise technische Probleme oder Verschmutzungen der Umwelt, registriert das mindestens eine der Systemkomponenten. Prof. Marrón: „Definitiv neu an unserer Entwicklung ist, wie wir bereits vorhandene Methoden kombinieren und wie wir verschiedene Geräte in einem so großen Rahmen miteinander interagieren lassen.“

Beim Flughafen-Szenario kommt es ihm besonders auf mehr „Sicherheit und Schutz“ an. Menschlicher Irrtum müsse minimiert werden: „Kleine Fehler passieren öfter, als wir denken, und sie könnten eventuell sehr teuer werden.“ Deshalb sollen Prozesse möglichst vollautomatisiert werden.

Getestet wird unter anderem, inwieweit sich Maschinen ohne Piloten selbst koordinieren und unfallfrei landen können, wenn der Tower einmal ausfällt. Das wäre dann ein Zeichen ihrer künstlichen Intelligenz.

Nach zwei Jahren wissenschaftlicher Arbeit im Nationalpark zusammen mit zwölf Partnern aus fünf weiteren Ländern zeigt sich der Informatiker sehr zufrieden: „Wir haben das Gesamtsystem spezifiziert, einleitende Experimente durchgeführt und verfügen über Algorithmen für eine automatisierte Datensammlung und solche, um das Netzwerk an die örtlichen Besonderheiten anzupassen.“

Prof. Marrón ist überzeugt, dass die Netzwerk-Idee auch anderswo erfolgreich ist: „Das funktioniert überall, wo Geräte miteinander verbunden sind, Informationen austauschen und kooperieren. Nationalpark und Flughafen sind nur zwei sehr sichtbare Beispiele für unsere Technologie.“ Gefördert wird das auf vier Jahre angelegte Projekt von der Europäischen Kommission.

PLANET auf der CeBIT: Halle 26, Standnr. D34, Stand „Innovationsland NRW“

Weitere Informationen: www.planet-ict.eu Prof. Dr. Pedro José Marrón, Tel. 0203/379-1803, pjmarron@uni-due.de

Redaktion: Alexandra Nießen, Tel. 0203/379-2461

Beate H. Kostka M.A.
Leiterin der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit in der Stabsstelle des Rektorats Universität Duisburg-Essen „Offen im Denken“
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