"ERC Advanced Grant" für Prof. Bading von der Universität Heidelberg

Prof. Dr. Hilmar Bading, Geschäftsführender Direktor des Interdisziplinären Zentrums für Neurowissenschaften (IZN) der Universität Heidelberg, wird für sein Projekt „The Biology of Nuclear Calcium“ mit dem hoch dotierten „Advanced Grant“ des Europäischen Forschungsrats ERC gefördert.

Zu diesem Erfolg beglückwünschte Rektor Prof. Dr. Bernhard Eitel den Forscher im Namen der Ruprecht-Karls-Universität, aber auch persönlich sehr herzlich. Mit der bahnbrechenden Verbindung von optischen und molekularen Methoden zur Visualisierung von nuklearem Kalzium sowie durch den Aufbau eines Expertenteams habe das Projekt von Professor Bading das Potential, die Signal- und Effektorenfunktionen von nuklearem Kalzium besser zu verstehen und gegebenenfalls zu stimulieren: ein richtungsweisendes Thema von weltweiter Relevanz.

Die Arbeitgruppe von Professor Bading am Interdisziplinären Zentrum für Neurowissenschaften (IZN) der Universität Heidelberg untersucht, wie Signalverarbeitung im Zellkern Lernen, Gedächtnis und das Überleben von Nervenzellen steuert. Diese über Gehirnaktivität induzierten adaptiven Prozesse sind auf zellulärer Ebene vom Dialog zwischen Synapse und Zellkern abhängig und gehen mit Veränderungen des genetischen Make-up der Nervenzellen einher. Die Synapse ist die Kommunikationsstelle zwischen einzelnen Nervenzellen; der Zellkern repräsentiert die Kommandozentrale der Zelle und enthält die genetische Information. Professor Bading hat einen über das Metall Kalzium regulierten Schalter im Zellkern entdeckt, der sowohl eine Schlüsselfunktion in der Entstehung von Langzeitgedächtnis hat, als auch genetische Überlebensprogramme der Zelle steuert.

Im Alter und auch bei neurodegenerativen Erkrankungen wie zum Beispiel der Alzheimerschen Erkrankung ist, so vermutet Professor Bading, dieser Kalzium-Schalter im Zellkern nicht mehr voll funktionsfähig, was zu Einschränkungen kognitiver Leistungen und zum Absterben von Nervenzellen führt. Ziel des vom European Research Council (ERC) mit 2,4 Millionen Euro geförderten Projektes ist es, diesen Kalzium-Schalter im Zellkern sichtbar zu machen und neue Wege zu entwickeln, den Schalter in seiner Funktion im gealterten oder erkrankten Gehirn zu unterstützen.

In diesem Wettbewerb wurde den in Europa in ihren Disziplinen führenden Wissenschaftlern die Möglichkeit gegeben, sich um eine Art Eliteförderung zu bewerben. Der Themenbereich waren die „Life Sciences“, die von Krebsforschung und Infektionsbiologie bis hin zu Neurowissenschaften reichen – von Bakterien und Viren bis hin zu Nervenzellen. Fast 800 Wissenschaftler haben sich an dem Wettbewerb beteiligt, und knapp 10 % wurden vom ERC als Gewinner ausgewählt. Im Bereich Neurowissenschaften waren es europaweit zehn Wissenschaftler, davon nur zwei in Deutschland: Heidelberg und eine Gruppe in Berlin. Insgesamt wählte der Europäische Forschungsrat elf Wissenschaftler in Deutschland aus.

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