Michael Krüger erhält den Joseph-Breitbach-Preis 2010

Der Preis ist in diesem Jahr mit 50.000 € dotiert. Die Preisverleihung findet am 24. September 2010 im Stadttheater Koblenz statt; dazu ergeht noch eine gesonderte Einladung.

Die Begründung der Jury:
„Der Joseph-Breitbach-Preis 2010 wird an den Dichter, Essayisten und Herausgeber Michael Krüger verliehen. Der Lyriker hat in einer Reihe wichtiger Gedichtbände auf die Entwicklung der Poesie Einfluss genommen und in immer erneuerter Unmittelbarkeit gegenwärtige Erfahrung an die großen Traditionen des 20. Jahrhunderts angeschlossen. Der Erzähler hat in einer für ihn charakteristischen, schwebendironischen Haltung scharf umrissene Augenblicksbilder der Gesellschaft entworfen. Der Essayist und langjährige Herausgeber der bedeutendsten deutschen Literaturzeitschrift hat die europäische und anglo-amerikanische Avantgarde mit der deutschsprachigen verknüpft. Auf einzigartige Weise kann der Schriftsteller und Verleger Michael Krüger als das ästhetisch-literarische Gewissen der Moderne gelten.“
Biographie
Michael Krüger, geboren 1943 in Wittgendorf, lebt in München. Nach dem Abitur Lehre als Verlagsbuchhändler und Buchdrucker, nebenbei Gasthörer an der FU Berlin. 1962 bis 1965 Buchhändler in London. Seit 1968 zunächst als Verlagslektor im Carl Hanser Verlag, seit 1986 Verlagsleiter, seit geschäftsführender Gesellschafter. Herausgeber der „Akzente“ und der „Edition Akzente“. Weiter ist er Mitglied verschiedener Akademien, darunter der Akademie der Wissenschaften und der Literatur, Mainz, und der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. Ehrendoktorwürde der Universitäten Bielefeld und Tübingen.
Auszeichnungen (in Auswahl)
1986 Peter-Huchel-Preis
1994 Ernst-Meister-Preis
2000 Kultureller Ehrenpreis der Landeshauptstadt München
2004 Großer Literaturpreis der bayerischen Akademie der Schönen Künste
Veröffentlichungen (in Auswahl)
Reginapoly. Gedichte. München/Wien: Carl Hanser 1976
Diderots Katze. Gedichte. München/Wien: Carl Hanser 1978
Wiederholungen. Berlin: Klaus Wagenbach 1983
Was tun? Eine altmodische Geschichte. Berlin: Klaus Wagenbach 1984 (Quartheft 131)
Die Dronte. Gedichte. München: Carl Hanser 1985
Warum Peking? Eine chinesische Geschichte. Berlin: Klaus Wagenbach 1986 (Quartheft 145)
Wieso ich? Eine deutsche Geschichte. Berlin: Klaus Wagenbach 1987 (Quartheft 152)
Idyllen und Illusionen. Tagebuchgedichte. Berlin: Klaus Wagenbach 1989 (Quartheft 165)
Das Ende des Romans. Eine Novelle. Salzburg: Residenz 1990
Der Mann im Turm. Roman. Salzburg: Residenz 1991
Himmelfarb. Roman. Salzburg: Residenz 1993
Brief nach Hause. Gedichte. Salzburg: Residenz 1993
Nachts, unter Bäumen. Gedichte. Salzburg: Residenz 1996
Wettervorhersage. Gedichte. Salzburg: Residenz 1998
Die Cellospielerin. Roman. Frankfurt am Main: Suhrkamp 2000
Keiner weiß es besser als der Mond. Gedichte (zu Bildern von Quint Buchholz). München: Carl Hanser 2001
Wer das Mondlicht fängt. Bilder und Gedichte. Zürich: Sanssouci 2001
Das falsche Haus. Eine Novelle. Frankfurt am Main: Suhrkamp 2002
Kurz vor dem Gewitter. Gedichte. Frankfurt am Main: Suhrkamp 2003
Vorworte, Zwischenbemerkungen, Nachrufe. Ein (lückenhaftes) ABC. München/Wien: Sanssouci 2003
Die Turiner Komödie. Bericht eines Nachlaßverwalters. Frankfurt am Main: Suhrkamp 2005
Unter freiem Himmel. Gedichte. Frankfurt am Main: Suhrkamp 2007
Literatur als Lebensmittel. München: Sanssouci 2008
Schritte, Schatten, Tage, Grenzen. Gedichte 1976-2008. Hrsg. von Hans J. Balmes und Jörg Bong. Frankfurt am Main: Fischer Taschenbuch 2008

Reden und Entwürfe. Frankfurt am Main: Insel 2008

Zum Joseph-Breitbach-Preis
Seit 1998 wird der Joseph-Breitbach-Preis der Akademie der Wissenschaften und der Literatur, Mainz, gemeinsam mit der Stiftung Joseph Breitbach an deutschsprachige Autoren aller Literaturgattungen – ungeachtet ihres jeweiligen Wohnsitzes – vergeben. Stiftung und Akademie entsprechen damit dem Willen des am 9. Mai 1980 in München verstorbenen Schriftstellers Joseph Breitbach, der, in Koblenz geboren, in Paris und München gelebt hat.
Bisherige Preisträger
Hans Boesch, Friedhelm Kemp, Brigitte Kronauer (1998); Reinhard Jirgl, Wolf Lepenies, Rainer Malkowski (1999); Ilse Aichinger, W.G. Sebald, Markus Werner (2000); Thomas Hürlimann, Ingo Schulze, Dieter Wellershoff (2001); Elazar Benyoëtz, Erika Burkart, Robert Menasse (2002); Christoph Meckel, Herta Müller, Harald Weinrich (2003), Raoul Schrott (2004), Georges-Arthur Goldschmidt (2005), Wulf Kirsten (2006), Friedrich Christian Delius (2007), Marcel Beyer (2008), Ursula Krechel (2009)

Media Contact

Petra Plättner idw

Weitere Informationen:

http://www.adwmainz.de

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