Lista-Innovationspreis und Tebo-Umsetzungspreis vergeben

Sieben Studien-Absolventen haben heute den mit 25.000 Schweizer Franken (ca. 16.000 Euro) dotierten diesjährigen Lista- Innovationspreis und den mit 10.000 Schweizer Franken (ca. 6.400 Euro) dotierten Tebo-Umsetzungspreis erhalten. Zwei zweite Plätze sicherten sich die beiden ehemaligen Studierenden der Fachhochschule Ravensburg-Weingarten, Frauke Driewer aus Ettlingen und André Kluftinger aus Leutkirch. Die Mechatronik-Absolventin hat mit ihrer Arbeit über Haus-Automatisierung für ältere und behinderte Menschen den zweiten Preis der Lista-Stiftung, der mit 7.000 Schweizer Franken dotiert ist, gewonnen. André Kluftinger erhielt für seine Arbeit zur Steuerung von Industrie-Robotern mit einem Drehteller den zweiten Tebo-Preis in Höhe von 3.000 Franken.

Die Preise für innovative Diplom- oder Projektarbeiten wurden auf der Technologie-Messe Intertech Bodensee in Friedrichshafen verliehen. Zum sechsten Mal in Folge gewinnen FH-Studenten aus Weingarten die internationale Ausschreibung, an der Hochschulen aus Liechtenstein, Österreich, der Schweiz und Deutschland teilnehmen. „Ziel ist es, junge Leute an wirtschaftliche Fragen heranzuführen“, sagte Xaver Edelmann vom Auswahlkomitee bei der Preisverleihung in Friedrichshafen.

„Es geht darum, Technologien für ältere Menschen und Behinderte zu entwickeln, die in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt sind, damit diese zu Hause wohnen bleiben können“, erklärt die 26-jährige Frauke Driewer das Thema ihrer englischen Abschlussarbeit mit dem Titel „Virtual Reality User Interface For Home Automation And Home Robotics“. Sie hat an der Helsinki University of Technology an einem Forschungsprojekt mitgearbeitet, dass sich mit der automatischen Überwachung der Wohnung älterer Menschen beschäftigt. So sollen zum Beispiel Sensoren dafür sorgen, dass der Herd sich von alleine abstellt, falls er vergessen wird. Eine Vielzahl von anderen Daten wird gesammelt und so entsteht an einem anderen Ort auf dem Computer ein Abbild der Wohnung. Ein Pfleger oder Betreuer soll dort erkennen können, ob etwas nicht in Ordnung ist. Die Schwierigkeit dabei sei, erläutert Frauke Driewer, ein möglichst unkompliziertes Abbild auf dem Computer zu erzeugen, denn die Pfleger seien in der Regel nicht so gut im Umgang mit dem Computer geschult.

In einem zweiten Teil ihrer Abschlussarbeit, die von Professor Dr. Klaus Schilling betreut wurde, hat die Absolventin des Aufbaustudiums „Master of Science in Mechatronics“ ein Programm zur Steuerung eines Roboters entwickelt, der den Älteren oder Behinderten im Haus helfen soll. Zurzeit arbeitet die 26-jährige Jung-Ingenieurin am Lehrstuhl für Robotik und Telematik der Universität Würzburg und will dort ihre Doktorarbeit schreiben.

André Kluftinger hat in Weingarten Physikalische Technik mit der Studienrichtung Mechatronik studiert. Seine Diplomarbeit, für die ihm der Preis verliehen wurde, hat er bei DaimlerChrysler im Forschungszentrum in Ulm geschrieben. Betreut hat ihn der Weingartner Professor Dr. Konrad Wöllhaf. Kluftinger entwickelt in seiner Arbeit mit dem Titel „Positionsplanung für einen robotergestützten 3D-Sensor“ Geräte und Programme für einen Roboter mit drehbarem Tisch und 3-D-Sensor, so wie er in der Industrie zur Qualitätskontrolle von Werkstücken, zur optischen Vermessung und zur Datenkontrolle eingesetzt wird. Dieser Roboter kann auf einem Drehtisch Gegenstände bewegen und somit dreidimensional einscannen. Die besondere Problematik seiner Arbeit habe darin bestanden, zu vermeiden, dass der Roboter, der über einen sehr teuren 3-D-Sensor verfügt, mit dem Objekt zusammenstößt. Der 25 Jahre alte Mechatronik-Student hat Messgeräte entwickelt, die den Abstand automatisch überwachen und ein dazu passendes Programm geschrieben, das die Geschwindigkeit des Roboters an den Abstand zum Hindernis automatisch anpasst und ihn stoppt, bevor es zu einer Kollision kommt. Der schwäbische Tüftler hat aber noch mehr Ideen. Gerade erst hat er zwei weitere Entwicklungen zum Patent angemeldet.
Die beiden Jungingenieure präsentieren ihre Arbeiten während der Intertech, bis zum Sonntag, 8. November, in der Neuen Messe Friedrichshafen.

Mit dem 1989 gestifteten Lista-Innovationspreis will der schweizerische Hersteller für Betriebs-, Lager- und Büroeinrichtungen Lista innovative Diplom- oder Projektarbeiten fördern, die eine Chance haben, auch realisiert zu werden, oder deren Lösung einem Bedürfnis entspricht. Das Familienunternehmen aus Erlen (Thurgau) stellt sein Engagement unter das Motto: „Neuen Ideen gehört die Zukunft“. Dem neun-köpfigen Stiftungsrat sitzt der Verwaltungspräsident der Telecom FL AG, Gerhard Frey, als Präsident vor.

Das Technologiezentrum für die Euregio Bodensee, Tebo, in St. Gallen (Schweiz) will mit seinem Preis für innovative und in die Praxis umsetzbare technologische Arbeiten Jungunternehmer aus dem Bodenseeraum fördern. Mit ihm sollen Arbeiten ausgezeichnet werden, die einen neuen Markt schaffen.

Die Gewinner der übrigen Auszeichnungen sind: Andreas Kuhn und Rolf Stämpfli (St. Gallen/Schweiz), zusammen erster Lista-Preis (10.000 Fr), Jonas Bonderer (Konstanz), 1. Preis Tebo (5.000 Fr), Markus Halter und Christian Zellweger (Buchs/Schweiz), 3. Preis Tebo (2.000 Fr)

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Dipl.-Journ. Tove Simpfendörfer idw

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