Hochkarätiges Medizin-Symposium in Wiesbaden

Internationale Leistenbruch-Spezialisten diskutieren Übertragung von Live-Operationen aus dem St. Josefs-Hospital ins Kurhaus

Zum dritten Mal tagt das „Internationale Hernien-Symposium“ unter Vorsitz von Prof. Dr. Friedrich-Eckart Isemer, Chefarzt der Allgemein- und Unfallchirurgie am St. Josefs-Hospital, am 7. und 8. November 2003 in Wiesbaden. Es steht unter der Schirmherrschaft der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (DGHC). Wiederum ist es gelungen, führende Leistenbruch-Spezialisten aus verschiedenen Ländern zu diesem zweitägigen Symposium nach Wiesbaden einzuladen. Dabei ist u.a. auch Dr. Ira Rutkow – der „Leistenbruch-Papst“ aus den USA, nach dem ein besonders erfolgreiches Verfahren mit Implantation von speziell geformten Kunststoffnetzen (PerFix Plug), die zu einer spannungsfreien Leistenbruch-Versorgung führen, benannt ist.

Warum kommen die Spezialisten nach Wiesbaden? Chefarzt Prof. Dr. Friedrich-Eckart Isemer vom St. Josefs-Hospital Wiesbaden steht schon seit Jahren in einem engen Kontakt zu Dr. Rutkow und hat als einer der ersten Chirurgen in Deutschland dessen Methoden etabliert. Das „Hernien-Center“ versorgt nicht nur die Leisten-, Nabel- und Narbenbruch-Patienten mit den neuesten Methoden, sondern hat auch eine wichtige Rolle im Know-How-Transfer: es fungiert seit mehreren Jahren als Ausbildungszentrum für Chirurgen aus dem gesamten Bundesgebiet und aus anderen Ländern. Das Symposium bietet die Plattform, um die verschiedenen Operationsmethoden, die derzeit auf dem Gebiet des Leisten-, Nabel- und Narbenbruchs angewandt werden, zu diskutieren.

Ein besonderer Höhepunkt kommt am Samstag den „Live-Operationen“ zu: namhafte Operateure aus Deutschland führen im St. Josefs-Hospital ihre Leistenbruchoperationen durch, die per Großleinwand in die Kurhauskolonnaden übertragen werden. Über eine Standleitung kann zugleich mit den Operateuren im OP entsprechend diskutiert werden.

Der Leistenbruch, medizinisch Leistenhernie genannt, gehört zu den häufigsten Erkrankungen in der Bevölkerung. Es sind weitaus mehr Männer als Frauen betroffen. Ursächlich für die Entstehung einer Leistenhernie ist eine Schwachstelle in der Bauchwand des Menschen, der innere Leistenring. Wenn sich diese Pforte ausweitet, stülpt sich das Bauchfell dort aus und es entsteht eine Leistenhernie. Symptome der Leistenhernie sind meist eine Vorwölbung sowie geringe bis mäßige Schmerzen in der Leistenregion. Gefährlich kann eine Leistenhernie deshalb werden, da sich in die entstandene Ausbuchtung der Darm einklemmen kann. Dies kann zu einem Darmverschluss und/oder zum Absterben des eingeklemmten Darmabschnitts führen. Obwohl diese Komplikation der Leistenhernie nicht allzu häufig vorkommt, ist sie dennoch sehr ernst zu nehmen, da bei ihrem Auftreten eine sofortige Notoperation mit großer operativer Eröffnung der Bauchhöhle notwendig wird.

Eine Leistenhernie geht niemals von selbst zurück, ohne Behandlung nimmt sie im Lauf der Zeit an Größe zu. Eine Leistenhernie sollte deshalb in der Regel durch eine Operation behandelt werden. Es gibt jedoch verschiedene Operationsmethoden, um eine Leistenhernie zu kurieren. Bei der klassischen Operationsmethode ist ein längerer Hautschnitt erforderlich, durch den die Bauchdecke eröffnet wird. Dann wird mit den traditionellen chirurgischen Instrumenten der Gewebebruch durch Nähte verschlossen. Ein schonendes, schmerzarmes und mit nur kurzem Klinikaufenthalt verbundenes Verfahren ist die laparoskopische Hernioplastik, bei der kein großer Schnitt mehr notwendig ist.

Der Leistenbruch wird über eine Videooptik von innen besichtigt und dann an seinem Entstehungsort, dem inneren Leistenring operiert. Dabei wird der Bruchsack unter direkter Sicht in die Bauchhöhle zurück gebracht und die Lücke der Bauchwand von innen ohne Spannung mit einem medizinischen Netz verschlossen. Während des Symposiums wird das Für und Wider der offenen und laparoskopischen Verfahren diskutiert sowie der immunologische Einbau der verschiedenen Kunststoffnetze in das Stützgewebe des Menschen.

Ansprechpartner für Medien

, Susanne Schiering-Rosch

Weitere Informationen:

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