RP6-Projekte sollen die Spitzenposition Europas in der Krebsforschung ausbauen

Anlässlich der „Europäischen Woche der Krebsbekämpfung“ hat die Europäische Kommission angekündigt, dass sie 19 neue Projekte im Umfang von 100 Millionen Euro auf dem Gebiet der Krebsforschung finanzieren wird.

Die unter dem vorrangigen Themenbereich „Biowissenschaften, Genomik und Biotechnologie im Dienste der Gesundheit“ des Sechsten Rahmenprogramms (RP6) geförderten Projekte betreffen die Untersuchung der Verbindung zwischen Genomik und Krebserkrankungen, die Weiterentwicklung bildgebender Diagnoseverfahren und der Strahlentherapie sowie klinische Versuchsreihen bei Brustkrebs und Leukämie. Ferner sollen sie zum Aufbau von Bio-Banken und Krebsregistern beitragen.

Die große Mehrheit der für eine Förderung ausgewählten Projekte setzen die neuen Instrumente des RP6 – integrierte Projekte und Exzellenznetze – ein. EU-Forschungskommissar Philippe Busquin begrüßte diese Entwicklung, merkte jedoch an, es sei sinnlos, in den nächsten vier Jahren 400 Millionen Euro in die Krebsforschung zu investieren, wenn Forscher und Finanzierungsinstitute in ganz Europa nicht bereit seien, an einem Strang ziehen.

„Kein Land kann isoliert Forschung betreiben. Die europäische Krebsforschung leidet zu oft darunter, dass doppelter Aufwand betrieben und keine kritische Masse erreicht wird. Wie in anderen wissenschaftlichen Bereichen wird ein europäischer Forschungsraum auch hier hilfreich sein, um den wissenschaftlichen Vorsprung in brauchbare Früherkennungsdiagnosen und Therapien umzusetzen und den Fortschritt im Labor für die klinische Anwendung zu nutzen – und zwar so schnell wie möglich“, fügte er hinzu.

Im Bereich der Genomik werden insgesamt sechs Projekte finanziert. Dazu zählen zwei integrierte Projekte, in denen innovative Techniken der Onkogenomik eingesetzt werden, um weitere Krebsgene zu erkennen und ihren Einfluss auf den Krankheitsverlauf zu untersuchen, sowie vier weitere Projekte, die untersuchen, wie Moleküle als potenzielle molekulare Targets für neue Arzneimittel genutzt werden können, um die Entwicklung des Krebses zu beeinflussen.

Darüber hinaus wurden drei Projekte ausgewählt, die auf die Entwicklung neuer bildgebender Verfahren und die Validierung unterstützender Instrumente für die Diagnose von Gehirntumoren hinarbeiten. Durch Fortschritte bei bildgebenden Diagnoseverfahren und der Strahlentherapie hofft man, Tumore an Lunge, Brust, Prostata sowie andere Tumore frühzeitig erkennen und behandeln zu können.

Was die Entwicklung besserer Therapien anbelangt, wurden zwei Netze ausgewählt, die klinische Versuchsreihen bei Brustkrebs und Leukämie durchführen sollen. Außerdem soll ein Exzellenznetz, das Bio-Banken und Krebsregister miteinander verbindet, zur Entwicklung und Bewertung von Krebsbehandlungen und Vorsorgestrategien beitragen.

Mitte nächsten Jahres werden zwei weitere Aufforderungen zur Einreichung von Vorschlägen veröffentlicht, bei denen es u.a. um präklinische Tests, neue Therapien, Bevölkerungen mit hohem Krebsrisiko, familiäre Krebserkrankungen und ungewöhnliche Krebsarten, die immunologische Kontrolle von Tumoren und die Erkennung und Behandlung von Kleinstmetastasen auf molekularer Ebene gehen wird.

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