OECD-Länder wollen Lebenslanges Lernen besser fördern

Bundesministerin Bulmahn: „Aufwendungen für Bildung und Lebenslanges Lernen sind Investitionen, keine Kosten.“

OECD-Bildungsdirektor McGaw: „Es ist so, als ob man in ein Haus investiert; aber es ist noch besser, denn man kann es mitnehmen“

Die Mitgliedsländer der OECD (Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) wollen die Bedingungen für ein Lebenslanges Lernen weiter verbessern. Dies vereinbarten die Vertreter von 26 Ländern zum Abschluss der dreitägigen OECD-Konferenz „Policies to strengthen incentives and mechanisms for co-financing lifelong learning“ am Freitag auf dem Petersberg bei Bonn.

Der OECD-Direktor für Bildung, Barry McGaw bezeichnete die Förderung des Lebenslangen Lernens als gesamtgesellschaftlich notwendige Aufgabe. „Die Qualität der Angebote muss weiter verbessert und die Finanzierung nachhaltig gesichert werden. Der finanzielle Druck ist für niedrig Qualifizierte besonders groß. Lebenslanges Lernen ist eine andere Form der Vermögensbildung. Aber unsere Gesellschaften haben Vorurteile gegenüber Vermögensbildung von Benachteiligten.“ Internationale OECD­Vergleiche geben hierzu wichtige Anregungen und sind eine gute Grundlage um sich über Erfolg und Misserfolg unterschiedlicher politischer Veränderungen auszutauschen. So können Vorurteile überwunden werden.

Die Gastgeberin der Konferenz, Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn, will die Rechte der Nachfrager von Weiterbildungsangeboten weiter stärken: „Die Menschen müssen leichter Zugang zur Bildung finden und das Lebenslange Lernen mit Freude betreiben.“

Die Punkte wurden als Eckpunkte von der Konferenz beschlossen. Eine Verständigung wurde auch beim Thema der Finanzierung von Weiterbildung erzielt. Sie solle unter anderem durch Instrumente wie Lernzeitkonten oder Bildungsgutscheine gewährleistet werden. Der Erfolg hänge aber stark von den Rahmenbedingungen und Strukturen des Bildungssystems ab, sagte McGaw. McGaw lobte das deutsche Engagement im Bereich Lebenslanges Lernen. “Deutschland hat mit seinen Impulsen und seinem Engagement einen maßgeblichen Anteil an der positiven Entwicklung des Projekts und der weiteren Arbeit der OECD auf dem Gebiet des Lebenslangen Lernens.“

Bulmahn wies darauf hin, dass die Weiterbildung dem Einzelnen neue Chancen eröffne und den Arbeitsmarkt wirksam entlaste. „Ziel unserer Politik ist die Chancengerechtigkeit durch einen besseren Zugang zum Lebenslangen Lernen für alle.“ Die Ministerin verwies dabei insbesondere auf das Projekt des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) Lernende Regionen mit dem sie in Deutschland mit 118 Millionen Euro bis 2007 bisher 74 Lernende Regionen fördert. Davon übernimmt der Europäische Sozialfonds fast 50 Millionen Euro. Mit dem Programm werden regionale Netzwerke gefördert, die ein maßgeschneidertes Beratungs,- Lern- und Weiterbildungsangebot vor Ort bieten und damit zur Innovationsstärkung der Unternehmen und zur regionalen Entwicklung beitragen.

Für die Weiterbildung müsse gleichzeitig ein hohes Niveau der Angebote gesichert werden, unterstrich Bulmahn. Dafür bereite der Bund gemeinsam mit den Ländern eine einheitliche Zertifizierung vor und habe mit dem Info-Web-Weiterbildung, eine Metasuchmaschine mit Zugang zu 30.000 Weiterbildungsanbietern in Deutschland, Transparenz auf dem Markt geschaffen. Die Stiftung Warentest untersuche auf ihre Initiative hin verschiedene Angebote des Weiterbildungsmarktes. „Nur wenn jeder für sich das passende Angebot findet und der Nutzen garantiert werden kann, wird sich das Lebenslange Lernen bei allen durchsetzen“, sagte Bulmahn.

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