Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Gesetzliche Sozialversicherung 2007 mit Überschuss von 9 Milliarden Euro

11.04.2008
Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, haben die Haushalte der gesetzlichen Sozialversicherung - also der gesetzlichen Kranken-, Pflege-, Unfall- und Rentenversicherung, der Alterssicherung für Landwirte sowie der Bundesagentur für Arbeit - im Jahr 2007 in Abgrenzung der Finanzstatistik mit einem Überschuss in Höhe von 9,0 Milliarden Euro abgeschlossen.

Dabei blieben die Ausgaben mit 467,2 Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahr (467,0 Milliarden Euro) nahezu unverändert. Die kassenmäßigen Einnahmen waren dagegen mit 476,3 Milliarden Euro rückläufig (- 2,3%), vornehmlich bedingt durch die zu Beginn des Jahres 2006 eingeführte Änderung des Beitragseinzugsverfahrens. Sie führte dazu, dass 2006 einmalig ein zusätzlicher Monatsbeitrag zu verbuchen und daher eine außerordentliche Erhöhung der Einnahmen zu verzeichnen war (Basiseffekt). Deshalb ist der Überschuss des Jahres 2007 auch nur eingeschränkt mit dem Überschuss im Vorjahr (20,5 Milliarden Euro) vergleichbar.

Bei den einzelnen Zweigen der gesetzlichen Sozialversicherung zeigt sich folgendes Bild: Für die gesetzliche Krankenversicherung ergab sich 2007 ein Finanzierungsüberschuss von 1,8 Milliarden Euro. Dabei stiegen die Ausgaben um 4,3% auf 154,6 Milliarden Euro, unter anderem auf Grund der Erhöhung des Mehrwertsteuersatzes zum 1. Januar 2007 und den damit einhergehenden gestiegenen Aufwendungen für Arznei-, Verband- und Hilfsmittel aus Apotheken (+ 6,9% auf 25,6 Milliarden Euro) sowie für Heil- und Hilfsmittel von anderen Stellen (+ 4,4% auf 8,7 Milliarden Euro). Mit 6,0 Milliarden Euro lagen die Krankengeldzahlungen 5,6% über dem Vorjahresniveau. Die Einnahmen der gesetzlichen Krankenversicherung beliefen sich 2007 auf insgesamt

156,5 Milliarden Euro und übertrafen damit den Vorjahreswert um 4,5%.

Auf Grund der Zunahme der Anzahl der Sozialversicherungspflichtigen und der Erhöhung des durchschnittlichen Beitragssatzes von 14,2 auf 14,8% sind die Beitragseinnahmen, die Haupteinnahmequelle der gesetzlichen Krankenversicherung, 2007 um 5,4% auf 149,9 Milliarden Euro gestiegen.

Wegen erheblich rückläufiger Ausgaben, vor allem bedingt durch die Zunahme der Beschäftigtenzahl bei anhaltend guter Konjunktur, erzielte die Bundesagentur für Arbeit einen Überschuss in Höhe von 6,6 Milliarden Euro. Gegenüber dem Vorjahr (11,2 Milliarden Euro ) fiel er allerdings niedriger aus, weil die Einnahmen im Jahr 2007 gegenüber dem Vorjahr auf Grund des oben erwähnten Basiseffektes im Jahr 2006 sowie aufgrund der Absenkung des Beitragssatzes zur Arbeitslosenversicherung (von 6,5 auf 4,2%) zum 1. Januar 2007 deutlich zurückgingen (- 21,8% auf 44,2 Milliarden Euro).

Mit 37,6 Milliarden Euro waren auch die Ausgaben der Bundesagentur für Arbeit im Berichtszeitraum stark rückläufig (- 17,2%), vor allem weil die Aufwendungen für das Arbeitslosengeld (- 26,0% auf 16,9 Milliarden Euro) als Folge der gesunkenen Zahl der Leistungsempfänger abnahmen.

Die Ausgaben der gesetzlichen Rentenversicherung beliefen sich 2007 auf 234,7 Milliarden Euro (+ 0,8%). Die Einnahmen von 235,7 Milliarden Euro fielen, vornehmlich wegen oben erwähnten Basiseffekts, um 1,9% niedriger aus. Daraus errechnet sich per Saldo ein Finanzierungsüberschuss von einer Milliarde Euro (Vorjahr: + 7,3 Milliarden Euro).

Die gesetzliche Pflegeversicherung wies im Berichtszeitraum ein Finanzierungsdefizit von 321 Millionen Euro aus (Vorjahr: Überschuss von 451 Millionen Euro).

Weitere Auskünfte gibt:
Peter Hatzmann,
Telefon: (0611) 75-2731,
E-Mail: staatliche-haushalte@destatis.de

Peter Hatzmann | Statistisches Bundesamt
Weitere Informationen:
http://www.destatis.de

Weitere Berichte zu: Krankenversicherung Sozialversicherung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Statistiken:

nachricht Zahl der Rheuma-Patienten höher als bisher angenommen
23.11.2017 | Versorgungsatlas

nachricht Frauenanteil in Professorenschaft 2015 auf 23 % gestiegen
14.07.2016 | Statistisches Bundesamt

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Statistiken >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Blauer Phosphor – jetzt erstmals vermessen und kartiert

Die Existenz von „Blauem“ Phosphor war bis vor kurzem reine Theorie: Nun konnte ein HZB-Team erstmals Proben aus blauem Phosphor an BESSY II untersuchen und über ihre elektronische Bandstruktur bestätigen, dass es sich dabei tatsächlich um diese exotische Phosphor-Modifikation handelt. Blauer Phosphor ist ein interessanter Kandidat für neue optoelektronische Bauelemente.

Das Element Phosphor tritt in vielerlei Gestalt auf und wechselt mit jeder neuen Modifikation auch den Katalog seiner Eigenschaften. Bisher bekannt waren...

Im Focus: Chemiker der Universitäten Rostock und Yale zeigen erstmals Dreierkette aus gleichgeladenen Ionen

Die Forschungskooperation zwischen der Universität Yale und der Universität Rostock hat neue wissenschaftliche Ergebnisse hervorgebracht. In der renommierten Zeitschrift „Angewandte Chemie“ berichten die Wissenschaftler über eine Dreierkette aus Ionen gleicher Ladung, die durch sogenannte Wasserstoffbrücken zusammengehalten werden. Damit zeigen die Forscher zum ersten Mal eine Dreierkette aus gleichgeladenen Ionen, die sich im Grunde abstoßen.

Die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen den Professoren Mark Johnson, einem weltbekannten Cluster-Forscher, und Ralf Ludwig aus der Physikalischen Chemie der...

Im Focus: Storage & Transport of highly volatile Gases made safer & cheaper by the use of “Kinetic Trapping"

Augsburg chemists present a new technology for compressing, storing and transporting highly volatile gases in porous frameworks/New prospects for gas-powered vehicles

Storage of highly volatile gases has always been a major technological challenge, not least for use in the automotive sector, for, for example, methane or...

Im Focus: Materiezustände durch Licht verändern

Forscherinnen und Forscher der Universität Hamburg stören die kristalline Ordnung

Physikerinnen und Physikern der Universität Hamburg ist es gelungen, mithilfe von Laserpulsen die Ordnung von Quantenmaterie so zu stören, dass ein spezieller...

Im Focus: Disrupting crystalline order to restore superfluidity

When we put water in a freezer, water molecules crystallize and form ice. This change from one phase of matter to another is called a phase transition. While this transition, and countless others that occur in nature, typically takes place at the same fixed conditions, such as the freezing point, one can ask how it can be influenced in a controlled way.

We are all familiar with such control of the freezing transition, as it is an essential ingredient in the art of making a sorbet or a slushy. To make a cold...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Neurowoche 2018: 7000 Experten für Gehirn und Nerven tagen in Berlin

15.10.2018 | Veranstaltungen

Berlin5GWeek: Private Industrienetze und temporäre 5G-Inseln

15.10.2018 | Veranstaltungen

PV Days in Halle zeigen neue Chancen für die Photovoltaik

11.10.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Smart Glasses Guide: Neues Tool zur Auswahl von Datenbrillen und Anwendungen

15.10.2018 | Informationstechnologie

Neurowoche 2018: 7000 Experten für Gehirn und Nerven tagen in Berlin

15.10.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Grauer Star: Neues Verfahren bei der Katarakt-Operation

15.10.2018 | Medizintechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics