Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

KIT auf der Hannover Messe 2013

25.03.2013
Innovationen für das künftige Energiesystem, für nachhaltiges Bauen und weitere Zukunftsaufgaben zeigt das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) auf der Hannover Messe vom 8. bis 12. April 2013. An seinem Hauptstand präsentiert das KIT eine Energiesparlampe, die ganz ohne Quecksilber auskommt, sowie ein Energiespeichersystem, das Strom aus erneuerbaren Quellen speichert, verteilt und dabei Schwankungen ausgleicht.

Weitere Themen am KIT-Stand sind Werkstoffinnovationen und Schutzkonzepte, welche die Lebensdauer von Bauwerken verlängern, sowie ein hochintegriertes Radar, das alle Hochfrequenzkomponenten in einem Gehäuse vereint. Das KIT trägt darüber hinaus zu weiteren Ständen und Sonderschauen bei, wie „SuperConductingCity“.

KIT-Hauptstand, Halle 2, Stand C18 –
Leitmesse „Research & Technology“
Energiesparlampe ohne Quecksilber. Mit der „3rdPPBulb“ haben Wissenschaftler des KIT und der Fachhochschule Aachen eine neuartige Energiesparlampe entwickelt, die ganz ohne das hochgiftige Schwermetall Quecksilber funktioniert. Die elektrodenlose Lampe arbeitet effizient und erreicht eine günstige CO2-Bilanz. Sie lässt sich kostengünstig herstellen und bietet auch dem Verbraucher viele Vorteile: hohe Leuchtdichte, angenehme Lichtfarben, Dimmbarkeit, kurze Startphase und besonders lange Lebensdauer. Dabei ist die innovative Energiesparlampe nicht größer als eine klassische Glühlampe und lässt sich vielseitig einsetzen. Aktuell erzeugt die „3rdPPBulb“ bei einer netzseitigen Leistungsaufnahme von 17 Watt rund 850 Lumen Lichtstrom. Das entspricht einer effektiven Lichtausbeute von rund 50 Lumen/Watt und damit einer 75-Watt-Glühlampe. Die Forscher des KIT haben die quecksilberfreie Füllung, die Leuchtstoffbeschichtung, die Innenbeschichtung sowie die Geometrie der „3rdPPBulb“ entwickelt; die Aachener Forscher haben das Vorschaltgerät konstruiert. Physikalisch werden die Plasmalampen über einen ISM-Band (Industrial, Scientific, and Medical Band)-Spannungstransformator betrieben.
Das Kurzvideo 'Die quecksilberfreie Energiesparlampe' finden Sie auf dem KIT-Youtube-Kanal unter

http://www.youtube.com/watch?v=BqRFh2sw9AA&feature=youtu.be

Speichersystem für Strom aus regenerativen Quellen. Die Energiewende setzt wesentlich auf den Ausbau erneuerbarer Energien. Allerdings unterliegt die Stromerzeugung mit Windgeneratoren und Photovoltaikanlagen naturgemäß zeit- und wetterbedingten Schwankungen – ebenso wie der Verbrauch. Energiespeicher ermöglichen es, Erzeugung und Verbrauch zeitlich zu harmonisieren Dazu sind neben fortschrittlichen Speichertechnologien wie Lithium-Ionen-Batterien vor allem auch Lösungen für ein intelligentes Energieflussmanagement erforderlich. Wissenschaftler des KIT und des Siemens Sektors Industry haben ein Energiespeichersystem entwickelt, das Strom aus erneuerbaren Quellen speichert und verteilt und damit Schwankungen ausgleicht. Die einzelnen Komponenten wie Batterien und Energieerzeugungseinheiten sind über einen Gleichstrom (DC)-Zwischenkreis miteinander verbunden. Während das Energiemanagementsystem mit Lithium-Ionen-Batterien im Rahmen des Projekts Competence E am KIT entstanden ist, stammen die DC/DC Wandler sowie der echtzeitfähige „Local Grid Controller“ (LGC) für die sicherheitskritischen Steuer- und Regelfunktionen innerhalb des Systems von Siemens Industry.

Schutz für Stahlbetonbauwerke. Nachhaltig bauen heißt dauerhaft bauen – nach diesem Grundsatz setzt die IONYS AG, eine Ausgründung des KIT, Ergebnisse der Grundlagenforschung des KIT über die angewandte Forschung in Zusammenarbeit mit der Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft zeitnah in die Praxis um. Die IONYS AG entwickelt innovative Werkstoffe ebenso wie Präventionskonzepte, welche die Lebensdauer von Bauwerken der technischen Infrastruktur deutlich verlängern und damit die Lebenszykluskosten erheblich reduzieren. Zu diesen Bauwerken gehören neben den klassischen Verkehrswegen auch Einrichtungen wie die Wasserversorgung oder die Abwasserentsorgung. Ein Beispiel für die innovativen Produkte der IONYS AG ist ein Gel zur Tiefenhydrophobierung als Oberflächenschutzsystem für mineralische Werkstoffe wie etwa Stahlbeton. Das Geschäftskonzept der IONYS AG wurde bereits mehrfach ausgezeichnet, unter anderem beim bwcon Cyber¬One Hightech Award, von der Deutschen Börse AG, beim Landespreis für junge Unternehmen in Baden-Württemberg sowie beim Unternehmenswettbewerb STEP Award des F.A.Z.-Instituts.

Radar für die Westentasche. Im Rahmen des von der EU geförderten Projekts SUCCESS (Silicon-based Ultra Compact Cost-Efficient System Design for mmWave-Sensors) ist ein hochintegriertes Radar-Frontend entstanden, bei dem alle Hochfrequenzkomponenten in einem Gehäuse untergebracht sind. Damit erhält der Anwender einen lötbaren Chip; die komplexe Verbindungstechnik für hochfrequente Signale entfällt. Der Sensor sendet und empfängt elektromagnetische Wellen mit einer Frequenz von 122 GHz. Aus deren Laufzeit zu einem Objekt wird der Abstand mit einer Genauigkeit von bis zu unter 1 mm berechnet. Über den Dopplereffekt lässt sich ebenfalls die Geschwindigkeit des Objekts messen. Der Sensor ist 8 x 8 mm2 groß und enthält alle notwendigen Hochfrequenzkomponenten inklusive Antennen. Die kompakte Technik ermöglicht eine kostengünstige Herstellung und zahlreiche neue Anwendungen. Neben Umfelderkennung in Autos und der Steuerung von Industrierobotern sind beispielsweise extrem flache Bewegungssensoren denkbar, die hinter der Tapete verschwinden, oder auch Bohrmaschinen, die bei der gewünschten Bohrtiefe von selbst abschalten. Beteiligt an der Entwicklung des Chips sind neben dem KIT das IHP-Leibniz-Institut für innovative Mikroelektronik, STMicroelectronics, die Silicon Radar GmbH, die Universität Toronto, Evatronix, die Hightec MC AG, SELMIC sowie die Robert Bosch GmbH.

Weitere Themen des KIT auf der Hannover Messe 2013

SuperConductingCity (Halle 13, Stand C39). Der Gemeinschaftsstand SuperConductingCity hat sich zur weltweit bedeutendsten Messepräsentation der Supraleiterbranche entwickelt. Hier stellt das KIT mit seinen Partnern RWE und Nexans das Projekt AmpaCity vor, das in den nächsten Monaten das längste supraleitende Kabel der Welt unter der Essener Innenstadt verlegen wird. Dies ist ein Beispiel für innovative Entwicklungen und Anwendungen der Hochtemperatur-Supraleitung in der Energietechnik aus dem KIT. Hochtemperatur-Supraleitung ermöglicht Energieübertragung nahezu ohne Verluste, steigert die Energieeffizienz, erlaubt vereinfachte Netzstrukturen und gestattet es, dezentrale und regenerative Energien sicher ins Stromnetz zu integrieren. Damit ermöglichen Hochtemperatur-Supraleiter wirtschaftliche und umweltfreundliche neue Anwendungen im Energiebereich. Wissenschaftler des KIT entwickeln gemeinsam mit Industriepartnern unter anderem supraleitende Kabel, Strombegrenzer und Transformatoren.

Energy Solution Center (Halle 25, Stand H12). Am Gemeinschaftsstand des Landes Baden-Württemberg stellt sich das Energy Solution Center (EnSoC) vor. Getragen vom KIT und weiteren Industriepartnern, bündelt EnSoC Kompetenzen aus Wissenschaft und Wirtschaft. Ziel ist, den Einsatz von Höchstleistungsrechnern (High Performance Computing) in der anwendungsorientierten Energieforschung und der Energiewirtschaft voranzutreiben. Dazu verfolgt EnSoC Forschungsvorhaben auf Gebieten der Energiewirtschaft und der Energietechnik, wie beispielsweise Elektromobilität.

iZeus (Halle 25, Stand H13). Am GGEMO Stand der Bundesregierung präsentiert das KIT das Verbundprojekt „iZEUS – intelligent Zero Emission Urban System“: Partner aus Forschung und Industrie haben sich in iZEUS verbunden, um die Elektromobilität mithilfe moderner Innovationstechnologien voranzubringen. Dazu entwickelt das KIT sein „Energy Smart Home Lab“ weiter, einen intelligenten Haushalt, in den ein Elektroauto als mobiler Stromspeicher integriert ist. Außerdem konzipieren Forscher des KIT eine integrierte Plattform für Elektromobilitätsdienste, wie energieeffiziente Navigation oder Planen multimodaler Routen.

Bionik – Lösungen nach dem Vorbild der Natur (Halle 2, Stand D12). Das KIT präsentiert auf der Plattform BIONIK innovative, von Prinzipien der Natur abgeleitete Methoden zur Entwicklung und Verbesserung von Materialien und Bauteilen. Um technische Konstruktionen zu verbessern, erforschen Wissenschaftler zunächst das Design biologischer Strukturen und überführen es dann in die Technik. So lassen sich mithilfe von Computerprogrammen, die auf biologischen Wachstumsprinzipien basieren, und einfachen grafischen Methoden technische Bauteile leichter und langlebiger machen.

Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts nach den Gesetzen des Landes Baden-Württemberg. Es nimmt sowohl die Mission einer Universität als auch die Mission eines nationalen Forschungszentrums in der Helmholtz-Gemeinschaft wahr. Das KIT verfolgt seine Aufgaben im Wissensdreieck Forschung – Lehre – Innovation.

Monika Landgraf | idw
Weitere Informationen:
http://www.kit.edu

Weitere Nachrichten aus der Kategorie HANNOVER MESSE:

nachricht Hohe Akzeptanz vor Markteinführung - Die Entwicklung des Großschranksystems VX25 von Rittal
24.04.2018 | Rittal GmbH & Co. KG

nachricht Rittal digitalisiert Fertigung - Produktion weltweit nach Industrie 4.0
25.04.2018 | Rittal GmbH & Co. KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: HANNOVER MESSE >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Im Focus: Was passiert, wenn wir das Atomgitter eines Magneten plötzlich aufheizen?

„Wir haben jetzt ein klares Bild davon, wie das heiße Atomgitter und die kalten magnetischen Spins eines ferrimagnetischen Nichtleiters miteinander ins Gleichgewicht gelangen“, sagt Ilie Radu, Wissenschaftler am Max-Born-Institut in Berlin. Das internationale Forscherteam fand heraus, dass eine Energieübertragung sehr schnell stattfindet und zu einem neuartigen Zustand der Materie führt, in dem die Spins zwar heiß sind, aber noch nicht ihr gesamtes magnetisches Moment verringert haben. Dieser „Spinüberdruck“ wird durch wesentlich langsamere Prozesse abgebaut, die eine Abgabe von Drehimpuls an das Gitter ermöglichen. Die Forschungsergebnisse sind jetzt in "Science Advances" erschienen.

Magnete faszinieren die Menschheit bereits seit mehreren tausend Jahren und sind im Zeitalter der digitalen Datenspeicherung von großer praktischer Bedeutung....

Im Focus: Erste Beweise für Quelle extragalaktischer Teilchen

Zum ersten Mal ist es gelungen, die kosmische Herkunft höchstenergetischer Neutrinos zu bestimmen. Eine Forschungsgruppe um IceCube-Wissenschaftlerin Elisa Resconi, Sprecherin des Sonderforschungsbereichs SFB1258 an der Technischen Universität München (TUM), liefert ein wichtiges Indiz in der Beweiskette, dass die vom Neutrino-Teleskop IceCube am Südpol detektierten Teilchen mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Galaxie in vier Milliarden Lichtjahren Entfernung stammen.

Um andere Ursprünge mit Gewissheit auszuschließen, untersuchte das Team um die Neutrino-Physikerin Elisa Resconi von der TU München und den Astronom und...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Stadtklima verbessern, Energiemix optimieren, sauberes Trinkwasser bereitstellen

19.07.2018 | Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Europaweit erste Patientin mit neuem Hybridgerät zur Strahlentherapie behandelt

19.07.2018 | Medizintechnik

Waldrand oder mittendrin: Das Erbgut von Mausmakis unterscheidet sich je nach Lebensraum

19.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Automatisiertes Befüllen von Regalen im Einzelhandel

19.07.2018 | Verkehr Logistik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics