Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Weltweit am Puls der Innovation

08.12.2015

Trends entstehen überall auf der Welt und vor allem dort, wo viele kluge Köpfe sind. Um am lokalen Puls der Zeit zu bleiben, forscht Siemens an mehr als 170 Standorten weltweit. Besondere Schwerpunkte setzt dabei Corporate Technology (CT), die zentrale Forschungsabteilung von Siemens.

Das 21. Jahrhundert ist ein sehr dynamisches Zeitalter. Die Globalisierung schreitet voran, und mit ihr nimmt auch der weltweite Wettbewerb zu. Das Kräfteverhältnis der Forschung und Entwicklung (FuE) verschiebt sich damit ebenfalls – weg von den einstigen Industrienationen hin zu den aufstrebenden Ländern. Diese Verlagerung bietet vielfältige Möglichkeiten, sich am sich schnell ändernden Weltmarkt immer wieder gut zu positionieren.


Forschungsfeld mit Zukunft: Blick in eine Laserkammer, wo ein 3-D Objekt mittels Metallpartikel hergestellt wird.

Ein Konzern, der global tätig ist wie Siemens, muss nicht nur im Vertrieb, sondern auch in der Forschung in den wichtigsten Märkten immer am lokalen Puls der Zeit sein. „Trends werden von Menschen gesetzt. Und wer mit diesen Trendsettern arbeiten will, muss dort vertreten sein, wo sie leben“, erklärt Dr. Norbert Gaus, Leiter der Einheit Research and Technology Center von Siemens Corporate Technology (CT).

So forschen und entwickeln gut 30.000 Siemens-Mitarbeiter an mehr als 170 Standorten. Besonders die zentrale Forschung gibt die Richtung für zukünftige Innovationen oder gar Geschäftsfelder vor. Weltweit unterhält sie 21 FuE-Zentren mit 7.800 Forschern, Entwicklern und weiteren Experten. Besondere Schwerpunkte setzen dabei die Standorte in den USA und in Deutschland sowie die CT-Standorte in Indien und China.


Additive Manufacturing: ein globales Forschungsfeld mit Zukunft

Beispiel Princeton in den USA: Hier arbeiten die Siemens-Forscher etwas außerhalb der idyllischen Universitätsstadt. Die rund 200 Forscher vor Ort decken eine große Bandbreite an Themen ab. Schwerpunkte sind die Digitalisierung und die industrielle Automatisierung. Das beinhaltet wichtige Aspekte von Additive Manufacturing, auch 3D-Druck genannt.

In den Räumen der Forschergruppe aus dem Technologiefeld Additive Manufacturing Engineering sieht es nicht zuletzt deshalb ein bisschen wie in einer Spielzeugkiste aus: Viele bunte Gegenstände aus einem einfachen 3D-Drucker liegen herum. Ob das jetzt Spielfiguren aus Kunststoff oder Miniaturmodelle von Turbinenschaufeln sind, spielt dabei keine Rolle. Denn was die verschiedenen Modelle eint, ist die zugrundeliegende Frage, wie Objekte so am Computer entworfen werden können, dass sie sich optimal mittels Additive Manufacturing herstellen lassen.

Bisher bekannte Designregeln und Materialeigenschaften gelten bei dieser Technologie nicht mehr. Die Spezialisten in Princeton arbeiten an Designmethoden, die dann in Siemens-Produkten wie der PLM-Software für Computer Aided-Design und -Engineering angewendet werden. Diese Programme ermöglichen es, Produktionsprozesse teils konventionell, teils mit Additive Manufacturing zu planen und zu realisieren.

Mit Additive Manufacturing beschäftigen sich auch die CT-Kollegen in Berlin. Im Vergleich zur Arbeit in Princeton geht es hier aber weniger um die Möglichkeiten des Designs des gedruckten Gegenstands – sondern vielmehr um die Materialien, Materialeigenschaften und die Fertigungstechnologien. Die Versuchsobjekte sind im Vergleich zu jenen der amerikanischen Kollegen nicht aus Kunststoff, sondern vielmehr aus Metall.

Dieses wird, je nach Verfahren, beispielsweise erst pulverisiert und dann mittels Lasertechnik Schicht für Schicht aufgeschmolzen, also „addiert“ – daher der Name dieser Technologie. Intention der Forschung ist es, in naher Zukunft zum Beispiel Ersatzteile für Gasturbinen einfach ausdrucken und gleich montieren zu können, statt wochenlang auf deren Lieferung zu warten.


Sensoren: Datenquelle für das Web of Systems

Am Stadtrand von München hat Siemens seinen größten CT-Standort – mit rund 850 Forschern und Entwicklern. Ein Beispiel: In den Laboren des Sensor-Technologiefelds arbeiten die Forscher an neuartigen Sensorsystemen, die sehr unterschiedliche Einsatzfelder haben können. Sensoren sind die Datenquellen im industriellen Umfeld und somit für die Digitalisierung der Industrie unverzichtbar.

So auch für alle Geschäfte von Siemens – von der Gebäudeautomatisierung über die Steuerung und Überwachung von komplexen Anlagen und Infrastruktur bis hin zu Mobility-Lösungen. Sensorsysteme bilden die Basis für das so genannte Web of Systems, bei dem Geräte und Systeme miteinander vernetzt werden und mit Softwareapplikationen Intelligenz eingehaucht bekommen.

Gleichzeitig sind sie auch für so genannte Data-Analytics-Anwendungen wichtig, die mithilfe der Sensordaten regelrecht lernen, Anlagen optimal zu steuern. Auch in diesem Feld arbeiten die CT-Experten eng mit den Kollegen aus den Geschäftseinheiten weltweit und anderen CT-Standorten zusammen.

„Forschung bei Siemens hat den Zweck, in innovative Produkte zu münden, erst dann wird aus Forschung Innovation“, erklärt Norbert Gaus. „Unsere Forschung zu Additive Manufacturing oder auch auf dem Feld der Sensorik sind nur zwei Beispiele dafür, wie Forschergruppen unserer CT-Standorte aus verschiedenen Technologiefeldern eng mit Geschäftseinheiten weltweit zusammenarbeiten.“

So können Entwicklungen zu erfolgreichen Innovationen werden. Auch deswegen sind Forschergruppen nicht nur in den für Siemens wichtigsten Ländern für Produktentwicklung wie Deutschland, China, Indien und den USA beheimatet, sondern auch an Standorten vertreten, wo wichtige Entwicklungen zusammen mit Kunden vorangetrieben werden.

Wie in Wien: In der Seestadt Aspern, einem Stadtentwicklungsprojekt am Rande der österreichischen Metropole, werden innovative Infrastrukturtechnologien in enger Abstimmung mit dem Auftraggeber erprobt und dank der CT-Präsenz zusammen mit den Divisionen vor Ort verbessert.

CT Indien und China: Spezialisten für Anforderungen aufstrebender Länder

Stark auf Software spezialisiert sind die CT-Mitarbeiter in Indien. Genauer gesagt in der Softwareschmiede Development Services. Mehr als 3.000 Mitarbeiter entwickeln in Bangalore Software für 30 Geschäftsgebiete, nicht nur für den indischen Markt, sondern für Märkte weltweit. Auch die 400 Mitarbeiter der CT-Standorte in Peking, Schanghai und Nanjing arbeiten an einer großen Bandbreite an Technologien, die in Siemens-Produkten Anwendung finden. Hier gilt ebenfalls das Motto: gemeinsam mit den Geschäftseinheiten möglichst nahe an den Kunden sein und als Mittler zwischen den Kundenbedürfnissen und dem technologisch und wirtschaftlich Machbaren agieren.

„China ist ein riesiger Markt, der besondere Anforderungen an die Produkte stellt“, erklärt Norbert Gaus. Sie müssen einfach zu bedienen und besonders robust sein, und sie müssen dem allgemeinen Preisniveau im Reich der Mitte und in ähnlich agierenden Märkten entsprechen. Um sicherzustellen, dass diese Anforderungen in den wichtigsten Forschungsprojekten berücksichtigt werden, sind die CT-Kollegen in China in all diese Projekte eingebunden.

Der Erfolg gibt ihnen recht: Die Kenntnisse aus dem chinesischen Markt fließen bereits in Lösungen für andere Märkte ein, zum Beispiel für Schwellenländer wie Indien oder Brasilien. Computertomografen etwa, die von Siemens-Forschern in China entwickelt wurden, werden jetzt auch in diesen Ländern vermarktet. Darüber hinaus wird Siemens im Bereich der Forschung 2016 in China ein eigenes Digital Innovation Center schaffen, in dem divisionsübergreifend an neuen Digitalisierungslösungen geforscht und entwickelt wird – für den chinesischen Markt, aber auch für internationale Märkte, wo der „chinese way to technology“ neue Optionen eröffnet.

Ob USA, Deutschland, Indien oder China – die genannten Forschungsaktivitäten sind nur einige unter vielen Beispielen, die zeigen, wie Ideen bei Siemens auf Reisen sind und von globalen Forschungsteams vorangetrieben werden. Auf diese Weise profitiert das Unternehmen vom geballten lokalen Know-how seiner Mitarbeiter. Und noch mehr: Siemens erfährt so auch die unterschiedlichen Anforderungen der Märkte – und zwar hautnah. Ein Wissen, das für ein global aufgestelltes Unternehmen wie Siemens einem wahren Schatz gleichkommt.


Katrin Nikolaus / Sebastian Webel

Dossier: Innovationen

Seit 170 Jahren sind Innovationen das Fundament für den Erfolg von Siemens. Doch wie entstehen diese? Das Dossier zeigt Beispiele entlang der gesamten Entwicklungskette – von der ersten Idee bis zur Markteinführung.

Redaktion
Sebastian Webel
Dr. Norbert Aschenbrenner
Dr. Johannes von Karczewski


Kontakt für Journalisten
Florian Martini
Tel.: +49 (89) 636-33446

www.siemens.com

Katrin Nikolaus / Sebastian Webel | Siemens Pictures of the Future

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Das Schulbuch wird digital
21.08.2019 | Universität Siegen

nachricht Forschungsunterstützung durch Ghostwriter
21.08.2019 | Dr. Franke / Thoxan

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fraunhofer FHR zeigt kontaktlose, zerstörungsfreie Qualitätskontrolle von Kunststoffprodukten auf der K 2019

Auf der K 2019, der Weltleitmesse für die Kunststoff- und Kautschukindustrie vom 16.-23. Oktober in Düsseldorf, demonstriert das Fraunhofer-Institut für Hochfrequenzphysik und Radartechnik FHR das breite Anwendungsspektrum des von ihm entwickelten Millimeterwellen-Scanners SAMMI® im Kunststoffbereich. Im Rahmen des Messeauftritts führen die Wissenschaftler die vielseitigen Möglichkeiten der Millimeterwellentechnologie zur kontaktlosen, zerstörungsfreien Prüfung von Kunststoffprodukten vor.

Millimeterwellen sind in der Lage, nicht leitende, sogenannte dielektrische Materialien zu durchdringen. Damit eigen sie sich in besonderem Maße zum Einsatz in...

Im Focus: Solving the mystery of quantum light in thin layers

A very special kind of light is emitted by tungsten diselenide layers. The reason for this has been unclear. Now an explanation has been found at TU Wien (Vienna)

It is an exotic phenomenon that nobody was able to explain for years: when energy is supplied to a thin layer of the material tungsten diselenide, it begins to...

Im Focus: Rätsel gelöst: Das Quantenleuchten dünner Schichten

Eine ganz spezielle Art von Licht wird von Wolfram-Diselenid-Schichten ausgesandt. Warum das so ist, war bisher unklar. An der TU Wien wurde nun eine Erklärung gefunden.

Es ist ein merkwürdiges Phänomen, das jahrelang niemand erklären konnte: Wenn man einer dünnen Schicht des Materials Wolfram-Diselenid Energie zuführt, dann...

Im Focus: Wie sich Reibung bei topologischen Isolatoren kontrollieren lässt

Topologische Isolatoren sind neuartige Materialien, die elektrischen Strom an der Oberfläche leiten, sich im Innern aber wie Isolatoren verhalten. Wie sie auf Reibung reagieren, haben Physiker der Universität Basel und der Technischen Universität Istanbul nun erstmals untersucht. Ihr Experiment zeigt, dass die durch Reibung erzeugt Wärme deutlich geringer ausfällt als in herkömmlichen Materialien. Dafür verantwortlich ist ein neuartiger Quantenmechanismus, berichten die Forscher in der Fachzeitschrift «Nature Materials».

Dank ihren einzigartigen elektrischen Eigenschaften versprechen topologische Isolatoren zahlreiche Neuerungen in der Elektronik- und Computerindustrie, aber...

Im Focus: An ultrafast glimpse of the photochemistry of the atmosphere

Researchers at Ludwig-Maximilians-Universitaet (LMU) in Munich have explored the initial consequences of the interaction of light with molecules on the surface of nanoscopic aerosols.

The nanocosmos is constantly in motion. All natural processes are ultimately determined by the interplay between radiation and matter. Light strikes particles...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Digitalisierung trifft Energiewende

15.10.2019 | Veranstaltungen

Bauingenieure im Dialog 2019: Vorträge stellen spannende Projekte aus dem Spezialtiefbau vor

15.10.2019 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Dezember 2019

14.10.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer FHR zeigt kontaktlose, zerstörungsfreie Qualitätskontrolle von Kunststoffprodukten auf der K 2019

16.10.2019 | Messenachrichten

Es braucht mehr als einen globalen Eindruck, um einen Fisch zu bewegen

16.10.2019 | Biowissenschaften Chemie

Blindgänger mit Laser entschärft: Erfolgreicher Feldversuch zum Projektende

16.10.2019 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics