Deutsche Börse plant Neusegmentierung des Open Markets

Die Deutsche Börse plant eine Neusegmentierung des Open Markets
(Freiverkehr) vorzunehmen. Das First Quotation Board soll in seiner jetzigen Form geschlossen werden, außerdem ist eine Verschärfung der Regeln für den Entry Standard vorgesehen. Zukünftig sollen im übrigen so genannten Quotation Board neben Anleihen nur noch Aktien einbezogen werden, die wie im bisherigen Second Quotation Board, ein Listing an einem anderen von der Deutschen Börse anerkannten in- oder ausländischen börsenmäßigen Handelsplatz haben.

Mit dem First Quotation Board stand seit 2008 ein weiteres Finanzierungsinstrument zur Verfügung, in dem die antragstellenden Teilnehmer die Auswahl der Emittenten übernommen haben. Anfang 2011 wurden die Anforderungen im First Quotation Board zum Schutz des Kapitalmarktes verschärft. Nach Erkenntnissen der Deutschen Börse, der Hessischen Börsenaufsicht sowie der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist es trotz straf- und aufsichtsrechtlicher Maßnahmen, der engen Einbindung der Antragsteller und der Verschärfungen der Einbeziehungsvoraussetzungen weiterhin zu massiven und häufigen Verdachtsfällen auf Marktmanipulation gekommen.

„Wir sind davon überzeugt, mit den geplanten Maßnahmen die Transparenz, Qualität und Effizienz des Gesamtmarktes zu wahren und weiter zu verbessern und damit die nachhaltige Kapitalaufnahme und die Handelbarkeit sicherzustellen“, sagte Alexander Höptner, bei der Deutschen Börse für den Bereich Markets Services verantwortlich.

Unternehmen, die derzeit im First Quotation Board sind und die die jeweiligen Eingangsvoraussetzungen und Folgepflichten erfüllen, steht ein Wechsel in die höher regulierten Segmente Prime Standard und General Standard im Regulierten Markt und Entry Standard im Open Market grundsätzlich offen. Zukünftig soll im Quotation Board der Spezialist die Rolle des Antragstellers übernehmen und die Handelbarkeit des Wertes sicher stellen, indem er Liquidität spendet und die Verpflichtung übernimmt, Kapitalmaßnahmen und andere relevante Informationen der Börse unverzüglich mitzuteilen.

Um die Einbindung der Emittenten nachhaltig zu verbessern, werden zudem die Regeln des Entry Standards verschärft. Der Zugang zum Entry Standard als Teilsegment des Open Market wird künftig immer ein öffentliches Angebot und damit einen Prospekt voraussetzen. Darüber hinaus werden auch die Folgepflichten verschärft und der Emittent direkt zu deren Erfüllung verpflichtet. Um den Anlegern die Möglichkeit zu geben, ihre Aktien noch über die Börse zu veräußern, soll die Neusegmentierung voraussichtlich im 3.

Quartal erfolgen.

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