Wirtschaft fordert gesetzliche Eingrenzung der Zugriffsrechte der Finanzverwaltung auf die EDV der Unternehmen

Die Spitzenverbände der Deutschen Wirtschaft unterstützen die Bemühungen einzelner Mitglieder des Finanzausschusses des Deutschen Bundestages, die durch das Steuersenkungsgesetz per 1.1.2002 geschaffenen ausufernden Zugriffsrechte der Finanzverwaltung auf die elektronischen Daten der Unternehmen sachgerecht und praktikabel einzugrenzen. Die Wirtschaft appelliert an die Mitglieder des Finanzausschusses und den Gesetzgeber, die aktuellen Vorschläge zur Korrektur der Zugriffsrechte aufzugreifen und für deren rechtzeitige Verabschiedung zum 1.1.2002 zu sorgen.

Hintergrund der Forderung der Wirtschaft ist ein von unabhängiger Seite ausgearbeiteter Entwurf einer Gesetzeskorrektur, der den Mitgliedern des Finanzausschusses derzeit zur Beratung vorliegt. Dieser Entwurf zeigt die Schwachstellen der in der Abgabenordnung neu geschaffenen Zugriffsrechte auf. Ab dem 1.1.2002 müssen Unternehmen bis zu 10 Jahre steuerrelevante Daten digital vorhalten, um der Finanzverwaltung einen unmittelbaren Zugriff hierauf sowie eine maschinelle Auswertung zu ermöglichen. Allein die digitale Archivierung dieser Daten bedeutet für die Unternehmen einen immensen administrativen und finanziellen Aufwand.

Der Korrekturentwurf sieht vor, die Zugriffsrechte sowie die damit verbundenen Archivierungspflichten abzumildern, um zu verhindern, dass den Unternehmen in massiver Weise ein unverhältnismäßiger finanzieller und administrativer Aufwand aufgebürdet wird. Dies ist nicht nur für große Unternehmen, sondern insbesondere auch für kleinere und mittlere Unternehmen dringend erforderlich. Kleinstbetriebe sollten sogar ganz von der Pflicht zur Vorhaltung elektronischer Daten – unter Beibehaltung der Vorlage in Papierform – entbunden werden.

Kurz vor dem drohenden Inkrafttreten der ausufernden Zugriffsrechte bestätigen sich bei der Umsetzung der neugefassten Regelung die Probleme in der Praxis. Hierauf hat die Wirtschaft bereits in der Vergangenheit immer wieder hingewiesen. Bisher sind diese Bedenken jedoch weder vom Gesetzgeber noch von der Finanzverwaltung hinreichend berücksichtigt worden. Inzwischen wird jedoch auch dem Gesetzgeber und den Steuerbehörden offenbar immer deutlicher, dass ein durchgreifender Korrekturbedarf besteht. Insbesondere bereitet den Datentechnikern und den Steuerpflichtigen aufgrund der unklaren Gesetzesfassung die Trennung von steuerrelevanten gegenüber nicht-steuerrelevanten Daten kaum lösbare Probleme. Zudem ist die Aufbewahrungsfrist für die digitale Speicherung von 10 Jahren zu lang.

DEUTSCHER INDUSTRIE- UND HANDELSKAMMERTAG
BUNDESVERBAND DER DEUTSCHEN INDUSTRIE
ZENTRALVERBAND DES DEUTSCHEN HANDWERKS
BUNDESVEREINIGUNG DER DEUTSCHEN ARBEITGEBERVERBÄNDE
BUNDESVERBAND DEUTSCHER BANKEN
GESAMTVERBAND DER DEUTSCHEN VERSICHERUNGSWIRTSCHAFT
BUNDESARBEITSGEMEINSCHAFT DER MITTEL- UND GROSSBETRIEBE DES EINZELHANDELS
HAUPTVERBAND DES DEUTSCHEN EINZELHANDELS
BUNDESVERBAND DES DEUTSCHEN GROSS- UND AUSSENHANDELS
ots Originaltext: BDI
Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de
Rückfragen:
Herrn Welling
Tel.: 030/20281584

Media Contact

ots

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen

Aktuelle und interessante Meldungen und Entwicklungen aus dem Bereich der Wirtschaftswissenschaften finden Sie hier zusammengefasst.

Unter anderem bietet Ihnen der innovations-report Berichte aus den Teilbereichen: Aktienmärkte, Konsumklima, Arbeitsmarktpolitik, Rentenmarkt, Außenhandel, Zinstrends, Börsenberichte und Konjunkturaussichten.

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreiben Sie einen Kommentar

Neueste Beiträge

Mit Lasern in eine mobile Zukunft

Das EU-Infrastrukturprojekt NextGenBat hat ambitionierte Ziele: Die Performance von mobilen Energiespeichern wie Batterien soll mit neuen Materialien und laserbasierten Herstellungsverfahren enorm gesteigert werden. Zum Einsatz kommt dabei ein Ansatz zur…

Aufbruch in die dritte Dimension

Lassen sich auch anspruchsvolle Metallbauteile in Serie produktiv und reproduzierbar 3D-drucken? Forschende aus Aachen bejahen diese Frage: Sie transferierten am Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT das zweidimensionale Extreme Hochgeschwindigkeits-Laserauftragschweißen EHLA auf…

Motorenforscher starten Messkampagne mit klimaneutralem Wasserstoff

„Wasserstoff und daraus erzeugte synthetische Kraftstoffe werden ein zentraler Baustein der maritimen Energiewende sein“, davon ist Professor Bert Buchholz von der Fakultät für Maschinenbau und Schiffstechnik der Universität Rostock fest…

Partner & Förderer