Softwaretool für Oberflächenmessungen

Die Stereoabbildung ist das Ergebnis der gleichzeitigen Betrachtung zweier Bilder aus leicht unterschiedlichen Winkeln, so dass diese dreidimensional erscheinen. Ein kürzlich entwickeltes Software-Tool zur Stereorekonstruktion liefert zuverlässige und präzise 3D-Oberflächendaten auf höchst integrierte und automatisierte Weise.

Ähnlich dem vom menschlichen Sehsystem genutzten Konzept zur Tiefenwahrnehmung nutzen Verfahren zur Stereorekonstruktion zwei Ansichten derselben Szene. Diese durchlaufen verschiedene Transformationen, um 3D-Objekte rekonstruieren zu können. Dabei handelt es sich um eine herkömmlich angewandte Methode, bei der zwei perspektivische Bilder eingesetzt werden, die zuerst kalibriert werden müssen.

Mit Hilfe der ständig zunehmenden computergestützten Quellen wurden fortschrittliche Systeme entwickelt, die diesen Prozess sowohl in Bezug auf die Hardware als auch auf die Software zur Datenverarbeitung stark unterstützen. Infolgedessen haben moderne 3D-Rekonstruktionsverfahren die Erstellung verbesserter Tiefenkarten zur Folge, in denen Störungen gemittelt sind und Unklarheiten größtenteils vermindert werden. Im Rahmen des GlauCAD-Projektes, das sich auf den Ausbruch und das Fortschreiten glaukomatöser Schäden konzentriert, wurde schließlich ein entsprechendes Software-Tool entwickelt. Das neue Tool umfasst die 3D-Rekonstruktion von Stereo-Fundusbildern zur Berechnung dichter Tiefenkarten. Die neue Software verfolgt alle notwendigen Verarbeitungsschritte – von der Kalibrierung von Stereobilderpaaren bis hin zur Erstellung der jeweiligen Tiefenkarten eines Eingabebildes.

Das Softwareprogramm nutzt zwei Basisverfahren: die Selbstkalibrierung von Bilderpaaren und den auf einem Block-Matching-Ansatz beruhenden Dichteabgleich. Die gesamte Verarbeitung von Stereobilderpaaren stellt einen vollständig automatisierten Prozess dar. Darüber hinaus wurden auch neue Algorithmen erstellt, die den Vergleich zweier Datensätze ermöglichen, welche zu unterschiedichen Zeitpunkten zur Ausrichtung von zwei Tiefenkarten erfasst wurden. Obwohl die Software für die Zwecke des GlauCAD-Projektes entwickelt wurde, können ihre Hauptmodule auch in anderen Anwendungsbereichen wie beispielsweise bei der 3D-Rekonstruktion von Artefakten, Geländemodellen oder sogar Schiffsrümpfen in einer Werft eingesetzt werden. Das Wichtigste ist dabei, dass das Softwaremodul bzw. die Softwaremodule als Teil(e) eines Mehrkomponentensystems für 3D-Messungen integriert werden kann(können).

Kontaktangaben

Prof. Georgios Sakas
Fraunhofer-Gesellschaft zur Forderung der Angewandten Forschung eV (FhG)
Fraunhofer Str. 5
64283
Darmstadt Deutschland
Tel: +49-6151-155153
Fax: +49-6151-155445
Email: georgios.sakas@igd.fraunhofer.de

Media Contact

Prof. Georgios Sakas ctm

Weitere Informationen:

http://www.igd.fhg.de/

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie

Neuerungen und Entwicklungen auf den Gebieten der Informations- und Datenverarbeitung sowie der dafür benötigten Hardware finden Sie hier zusammengefasst.

Unter anderem erhalten Sie Informationen aus den Teilbereichen: IT-Dienstleistungen, IT-Architektur, IT-Management und Telekommunikation.

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreib Kommentar

Neueste Beiträge

Klimawandel verursacht Artensterben im Schwarzwald

Schon heute hinterlässt der Klimawandel in den Mooren im Schwarzwald seine Spuren. Durch steigende Temperaturen und längere Trockenperioden sind dort in den vergangenen 40 Jahren bereits zwei typische Pflanzenarten ausgestorben….

Experiment bildet Elektronentransfer im Molekül ab

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Friedrich-Schiller-Universität Jena entwickeln in dem neuen Projekt „Multiskalen Pump-Pump-Probe-Spektroskopie zur Charakterisierung mehrschrittiger Elektronentransferkaskaden“ (kurz: „Multiscale P3S“) eine bisher einzigartige Untersuchungsmethode, um genau unter die Lupe zu…

Leistungstest für neuronale Schnittstellen

Freiburger Forschende entwickeln Richtlinie zur einheitlichen Analyse von Elektroden Wie sollen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Leistungsfähigkeit neuronaler Elektroden messen und definieren, wenn es keinen einheitlichen Standard gibt? Die Freiburger Mikrosystemtechnikerin…

By continuing to use the site, you agree to the use of cookies. more information

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close