Wie kann der Stau auf der Datenautobahn verhindert werden?

Haben Sie während der Fußballweltmeisterschaft versucht, über Ihr Smartphone den Triumph der deutschen Fußballnationalmannschaft zu verfolgen? Ist es Ihnen gelungen, auf diesem Weg 120 Minuten am Ball zu bleiben? Vermutlich nicht.

Dass dies in Zukunft besser wird, haben vom 22. bis zum 24.09.2014 ca. 400 Expertinnen und Experten der zentralen IT-Versorger der deutschen Universitäten und Hochschulen, die im ZKI e. V. organisiert sind, u.a. neue Konzepte für globale Datennetze wie das Internet diskutiert.

In Forschung und Lehre ist weniger die qualitativ hochwertige Übertragung von Sportereignissen eine Herausforderung, der sich die Rechenzentren stellen müssen, sondern die sichere und performante Übertragung von sehr großen Datenmengen z. B. aus der Genetik oder vom Teilchenbeschleuniger in Genf zu den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern überall in Deutschland. Das Konzept der Software Defined Networks (SDN) liefert aber auf alle diese Herausforderungen vielversprechende Antworten. 

Dr. Stefan Schmid von der TU Berlin führte in seiner Keynote „Software-Defined Networking: Was, weshalb, wie?“ in die Thematik ein. Mit dem Konzept eines „Software Defined Data Center“ hat der nächste Schritt der Industrialisierung der IT die die IT-Serviceeinrichtungen der Hochschulen erreicht. Dieses Konzept sieht vor, über die einzelnen, virtualisierten Bestandteile eines Rechenzentrums wie Server, Netzwerke, Speicher, Security eine Abstraktionsschicht zu legen, die die gesamte Infrastruktur steuert und – soweit möglich – automatisiert. 

Träger der inhaltlichen Arbeit im ZKI sind zwölf Arbeitskreise, die sich mit Themen wie Vernetzung, Rechenzentrumstechnologie und E-Learning beschäftigen. Exemplarische Schwerpunkte der Treffen dieser Arbeitskreise waren u.a.: 

  • Open Source Systeme zur Virtualisierung am Beispiel von Apache Cloudstack, auch unter dem Hintergrund, zukünftig Lizenzkosten zu senken,
  • Massive Open Online Courses (MOOCs) als Ergänzung zur klassischen Lehre,
  • Einführung eines Informationssicherheitsmanagements an den Fachhochschulen in NRW als Beispiel, wie den zunehmenden Bedrohungen durch kriminelle und staatliche Akteure begegnet werden kann. 

Die ZKI-Tagung wurde von einer Ausstellung begleitet, die den IT-Entscheidern die Möglichkeit gab, sich vor Ort mit etwa 30 Anbietern von Informationstechnologien und IT-Services auszutauschen. Ein besonderer Dank gilt dem Ausrichter der Tagung, der Technischen Universität Kaiserlautern, die mit einem gelungenen Rahmenprogramm den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Möglichkeit gab, die gastgebende Stadt näher kennenzulernen und die Geschichte Kaiserslauterns auf lebendige Weise zu erfahren.

Zum ZKI e.V.:

Im ZKI – Zentren für Kommunikation und Informationsverarbeitung in Lehre und Forschung e.V. – sind die Rechenzentren deutscher Universitäten und Fachhochschulen, aber auch Einrichtungen der Großforschung und der Forschungsförderung, sowie Unternehmen der IT-Branche organisiert. 

Der ZKI e.V. wurde 1993 gegründet. Seitdem fördert er die Informationsverarbeitung in Lehre und Forschung in Hochschulen und überwiegend öffentlich geförderten Einrichtungen der Großforschung und der Forschungsförderung. Er unterstützt die Zentren für Kommunikation und Informationsverarbeitung (Rechenzentren) bei ihren Aufgaben durch: 

  • Organisation des Meinungs- und Erfahrungsaustausches
  • Anregung der Kooperation zwischen den ZKI/Rechenzentren
  • Beratung und Zusammenarbeit mit bildungs- und wissenschaftsfördernden Einrichtungen im In- und Ausland. 

V.i.S.d.P.   Martin Wimmer, Vorsitzender des ZKI e.V., Zentren für Kommunikation und Informationsverarbeitung in Lehre und Forschung e.V. (ZKI), c/o Hochschule Heilbronn, ZKI-Geschäftsstelle, Max-Planck-Str. 39, 74081 Heilbronn, martin.wimmer@zki.de

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Utta Manes-Korban TU Kaiserslautern

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