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Wirtschaftskrise hinterlässt nur kleine Delle in den Forschungsinvestitionen der Wirtschaft

08.12.2010
Unternehmen gaben 55,9 Milliarden Euro für Forschung und Entwicklung im Jahr 2009 aus – Forschungspersonal bleibt fast stabil – BASF-Chef Jürgen Hambrecht fordert „mehr Mut zum Fortschritt“

Die deutsche Wirtschaft hat im Jahr 2009 55,9 Mrd. Euro in Forschung und Entwicklung (FuE) investiert - 2,4 Prozent weniger als im Jahr 2008. Gleichwohl stieg die Quote der FuE-Aufwendungen der Wirtschaft gemessen am Bruttoinlandsprodukt auf 1,87 Prozent. Zusammen mit den staatlichen Aufwendungen beläuft sich die Quote sogar auf 2,77 Prozent.

Dies hat der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft im Rahmen der neuesten FuE-Erhebung festgestellt. Die Zahlen wurden heute in Berlin vorgestellt. „Die Quote ist ein Rekordwert für Deutschland, der dem Drei-Prozent-Ziel langsam nahe kommt, dem allerdings aufgrund der Rezession ein starker statistischer Effekt zugrunde liegt“, erläuterte Gero Stenke, Leiter der Stifterverband-Wissenschaftsstatistik.

2010 und 2011 erreichen die FuE-Investitionen der Unternehmen in Deutschland voraussichtlich neue Rekordwerte. So soll 2011 erstmals die 60-Milliarden-Schwelle mit FuE-Aufwendungen von 61,0 Mrd. Euro genommen werden, 2010 investieren die Unternehmen voraussichtlich 58,4 Mrd. Euro in FuE.

„Die Krise hat 2009 nur eine Delle hinterlassen. Die Wirtschaft engagiert sich zunehmend stärker für Forschung und Entwicklung“, sagte Jürgen Hambrecht, Vorstandsvorsitzender der BASF SE und Vizepräsident des Stifterverbandes. Hambrecht rief zu „mehr Mut zum Fortschritt“ auf und forderte Wirtschaft, Wissenschaft und Politik auf, gemeinsam gegen Risikoangst und Technikfeindlichkeit vorzugehen. „Wir müssen mit klaren Argumenten die Unsicherheiten und Ängste entkräften und die Chancen aufzeigen, die wir uns mit der Forschung und Entwicklung und schließlich vor allem der Anwendung neuer Technologien erschließen“, sagte Hambrecht.

Der Generalsekretär des Stifterverbandes Andreas Schlüter bemängelte die geringe Bereitstellung von Wagniskapital sowie das Fehlen einer steuerlichen FuE-Förderung. „In Deutschland wird nur rund 0,04 Prozent des BIP für Wagniskapital eingesetzt, in Großbritannien sind es 0,09 Prozent, in Schweden gar 0,15 Prozent. Hier sind Wirtschaft und Regierung gefordert. Die Erweiterung des High-Tech-Gründerfonds ist ein erster Schritt.“

Die Branchenentwicklung verlief im Krisenjahr 2009 uneinheitlich. Chemie- und Pharmaindustrie, aber auch unternehmensorientierte Dienstleistungen haben deutlich mehr in FuE investiert als im Jahr zuvor. Im Automobilbau, vor allem jedoch in der Elektroindustrie wurde dagegen kräftig im FuE-Bereich gespart. Um 5,9 bzw. 14,8 Prozent sanken dort die FuE-Aufwendungen.

Praktisch stabil blieb die Zahl der im FuE-Bereich beschäftigten Personen. Gemessen in Vollzeitäquivalenten arbeiteten 2009 hier rund 330.000 Menschen, ein Rückgang gegenüber 2008 um lediglich ein Prozent. „Vor allem im Vergleich zu früheren Krisenzeiten, in denen die Personalrückgänge zum Teil deutlich stärker waren, ist dies positiv zu bewerten“, sagte Gero Stenke.

Der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft erhebt als einzige Institution in Deutschland umfassend die Investitionen der Unternehmen in Forschung und Entwicklung. Zu den Aufwendungen und zum Personaleinsatz wurden im Jahr 2010 knapp 30.000 Unternehmen schriftlich befragt. Die Untersuchung wird im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung durchgeführt.

Weiterführende Informationen, Grafiken und Tabellen, Pressefotos sowie Redetexte finden Sie im Internet unter http://www.stifterverband.info.

Pressekontakt:
Frank Stäudner
Leiter Kommunikation und Presse
Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft
Tel.: (0177) 8401 158
E-Mail: frank.staeudner@stifterverband.de

Frank Stäudner | idw
Weitere Informationen:
http://www.stifterverband.info

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