Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Auch 2002 Mittelstandsfinanzierung im Fokus der Tätigkeit

28.01.2002


Deutsche Förderbank KfW zieht erfolgreiche Bilanz für das vergangene Jahr

Trotz 2001 national und international schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen konnte KfW-Vorstandssprecher Hans W. Reich bei der heutigen Jahresauftakt-Pressekonferenz der KfW gute Geschäftszahlen präsentieren, die die Erwartungen der Förderbank übertroffen haben: So stieg die Konzernbilanzsumme deutlich von 224 Mrd auf 246 Mrd EUR. Auch die Gesamtzusagen verzeichneten einen leichten Anstieg auf 36,6 Mrd EUR.

Im Mittelpunkt der Arbeit der KfW stand im abgelaufenen Kalenderjahr, so Reich vor Journalisten in Frankfurt, der Einsatz der Bank für den deutschen Mittelstand. Gerade die Sicherstellung der langfristigen Mittelstandsfinanzierung wird auch 2002 im Zentrum der KfW-Aktivitäten stehen. "Wir werden uns dafür einsetzten, dass kleine und mittlere Unternehmen trotz der aktuellen Veränderung des Finanzsystems auch künftig einen gesicherten Zugang zu Finanzierungsquellen haben", sagte Hans W. Reich. Der klassische, langfristige Bankkredit werde auch künftig das wichtigste Finanzprodukt für den Mittelstand bleiben. "Nur für wenige mittelständische Unternehmen stellt die direkte Kapitalmarktfinanzierung eine echte Alternative dar." Gleichzeitig werde bei der Kreditvergabe jedoch künftig viel stärker nach "guten" und "schlechten" Risiken der Unternehmen differenziert. Dies bleibe nicht ohne Folgen für die Preise der Darlehen. Besondere Dynamik erhält diese Tendenz durch die Basel II-Regelungen. "Klar ist, Basel II darf nicht scheitern", betonte Reich. Die KfW wird sich weiterhin konstruktiv und zugunsten des Mittelstandes in die Diskussion um Basel II einbringen.

Die KfW setzt in ihrer Strategie zur Sicherung der langfristigen Mittelstandsfinanzierung zudem auf innovative Finanzierungsprodukte wie Kreditverbriefungen. 2001 hat die KfW Mittelstandskredite in einem Volumen von 2,7 Mrd EUR verbrieft und an den Kapitalmarkt gebracht: Die Kreditrisiken werden dabei auf den Kapitalmarkt transferiert, die Kreditinstitute erhalten so Spielraum für neue Mittelstandskredite. Zusätzlich wurden Wohnungsbaukredite über 2,5 Mrd ¤ verbrieft. Für 2002 strebt Reich ein Verbriefungsvolumen von insgesamt 10 bis 12 Mrd EUR an.

Im vergangenen Jahr hat die KfW 33,2% des Grundkapitals der IKB Deutsche Industriebank erworben. Gemeinsam mit der IKB formt die KfW eine strategische "Allianz für den Mittelstand". Beide Institute werden zusammen neue Wege in der langfristigen Mittelstandsfinanzierung beschreiten: bei der Eigenkapitalfinanzierung, der Begebung von Schuldscheindarlehen für den Mittelstand sowie im Bereich der strukturierten Finanzierung, beispielsweise bei Direktinvestitionen deutscher Mittelständler bzw. bei europäischen Akquisitionsfinanzierungen auf konsortialer Basis. Die Zusammenarbeit mit der IKB wird wettbewerbsneutral erfolgen.

In Kürze, so Reich, stehe der Abschluss eines ersten Globaldarlehens mit der IKB bevor. Solche Globaldarlehen sollen zukünftig Banken und Sparkassen eingeräumt werden, die mit der KfW auch Verbriefungstransaktionen durchführen. Die Banken erhalten dadurch die Möglichkeit zu einer flexiblen, maßgeschneiderten Produktgestaltung. Globaldarlehen machen zudem eine risikobezogene Margendifferenzierung möglich. Bereits für das erste Halbjahr 2002 rechnet die KfW hierbei mit einem Volumen von insgesamt rund 3 Mrd EUR.

Reich präsentierte bei der Jahresauftakt-Pressekonferenz weiterhin Kennzahlen des abgelaufenen Geschäftsjahres 2001:

  • Für die Investitionsfinanzierung in Deutschland hat die KfW 2001 insgesamt 23,5 Mrd EUR zugesagt. Das entspricht einem Plus von 1,6 Mrd EUR gegenüber dem Vorjahr.
  • Das Zusagevolumen in den Programmen zur Förderung des deutschen Mittelstandes betrug 6,6 Mrd EUR. Damit wurden bundesweit mehr als 25.000 Unternehmen unterstützt.
  • Die Zusagen in den wohnungswirtschaftlichen Programmen stiegen um 80% auf 9 Mrd EUR.
  • Der Löwenanteil dieser Mittel entfiel mit 6,3 Mrd EUR auf das KfW-Wohneigentumsprogramm.
  • Für Modernisierung und Ausbau der kommunalen Infrastruktur hat die KfW 2001 Kreditzusagen über 2,8 Mrd EUR gegeben. Damit wurden Investitionen in Höhe von 8,5 Mrd EUR in 1.100 Städten und Gemeinden mobilisiert.
  • In der Export- und Projektfinanzierung hat die KfW 2001 mit 8,4 Mrd. EUR vor dem Hintergrund der weltwirtschaftlichen Entwicklung ein durchaus zufriedenstellendes Gesamtergebnis erzielt.
  • Für die Förderung der Entwicklungsländer hat die KfW 2001 2,8 Mrd EUR zugesagt. 1,4 Mrd. EUR davon entfielen auf ein Darlehen an die Armutsbekämpfungs- und Wachstumsfazilität des IWF.
  • Die Integration der DEG in die KfW-Bankengruppe wurde im vergangenen Jahr erfolgreich vollzogen. Gemeinsam können beide Institute ihren Kunden ein besseres, maß-geschneidertes Angebot an Finanzdienstleistungen bieten und interne Synergien realisieren.
  • Am Kapitalmarkt hat die KfW 2001 längerfristige Mittel in Höhe von 38,6 Mrd EUR aufgenommen und damit ein neues Rekordvolumen erreicht. Knapp die Hälfte der Mittel entfielen auf den Euro. Dies ist vor allem auf das 2001 erfolgreich eingeführte EUR-Benchmark-Programm der KfW zurückzuführen. Für 2002 hat sich die KfW zudem als erster nicht in den USA ansässiger Emittent verpflichtet, mindestens 2 Anleihen im Globalformat mit einer Mindestgröße von 3 Mrd EUR und Benchmark-Laufzeiten zu begeben.

KfW-Vorstandssprecher Reich gab in seinem Ausblick auf das neue Jahr für die Investionsfinanzierung in Deutschland ein ähnliches Volumen wie 2001 als Zielgröße an und betonte die Bedeutung der binnenwirtschaftlichen Entwicklung für einen allseits in der zweiten Jahreshälfte erwarteten wirtschaftlichen Aufschwung. Es könne nicht ausreichen allein auf außenwirtschaftliche Impulse zu setzen.

Christine Volk | ots

Weitere Berichte zu: Globaldarlehen IKB Kapitalmarkt Mittelstandsfinanzierung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht Der Dauerläufer: Starke Binnennachfrage macht diesen Aufschwung robuster als seine Vorgänger
17.10.2017 | Hans-Böckler-Stiftung

nachricht Positiv für die Volkswirtschaft: Die Zahl der Betriebsgründungen von Hauptniederlassungen steigt weiter
12.10.2017 | Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise