Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Politikrelevante Forschung zu Patentalternativen

05.04.2005


Unter der Schirmherrschaft des von der Europäischen Kommission finanzierten Projekts "Technologie- und Infrastrukturpolitik in der wissensbasierten Wirtschaft" wurden Alternativen zum Patentsystem untersucht. Die Ergebnisse des Projekts haben bereits zur Politikformulierung für eine wissensbasierte Wirtschaft beigetragen und haben in der Zukunft voraussichtlich einen großen Einfluss auf verwandte Taktiken.



Patente weisen oftmals Schwachpunkte auf, beispielsweise in Bezug auf die Wissensverbreitung an die Öffentlichkeit. Spezialisten haben bereits vorgeschlagen, dass, anstelle der Belohnung der Investoren über kommerzielle Wege, Erfindungen bewilligt werden könnten, damit sich diese weit verbreiten und man sich auf weitere Investitionen im Bereich F&E konzentrieren kann. Verschiedene Alternativen zu den Patentsystemen wurden ausgiebig untersucht.



"Vorab-Subventionen" bedeuten die Bewilligung von Fördermitteln im Verhältnis zur F&E-Investition und können neue Anreize geben, da sich die Unternehmen in der Regel auf steigende Ertäge konzentrieren. Trotzdem sind Informationen zum zukünftigen privaten Wert einer Erfindung und zu den damit verbundenen Nebenergebnissen nur schwer im Voraus abzuschätzen. Zusätzlich dazu fand man heraus, dass sich private F&E-Subventionen durch den öffentlichen Sektor im Vergleich zur unternehmensintern finanzierten F&E weniger gefällig zeigten.

Die "nachträglichen Anerkennungen" oder Patentübernahmen könnten diese Unzulänglichkeiten möglicherweise überwinden, da mehr Informationen zum sozialen Wert der Erfindung erhältlich sind. Im Gegensatz zu Patenten verfügen diese Systeme über das Potenzial, die Anreize für die ursprüngliche Forschung zu erhöhen und Monopolstellungen auszuschalten. Anerkennungssysteme könnten sich für kleine Firmen als besonders rentabel erweisen.

Innerhalb des Patentübernahmesystems wurden unterschiedliche Methoden zur Errechnung des angemessenen Preises erforscht. In den Fällen, in denen der soziale Einfluss wichtiger als der kommerzielle Wert ist, sollte das Anerkennungssystem das Sponsoring der Forschungswettbewerbe oder Forschungsdurchläufe umfassen.

Ein Forschungsdurchlauf ermöglicht die Spezifizierung der Qualitätskriterien innerhalb einer variablen Zeit, während der Forschungswettbewerb die Möglichkeit noch besserer Leistungen innerhalb einer begrenzten Zeit bietet. Beide Tools könnten zur Lösung möglicher Konflikte zwischen dem Unternehmer und dem Erfinder beitragen. Zusätzlich dazu können sie genutzt werden, um gute Ergebnisse bei speziellen geringen Marktanreizen zu erzielen.

Patrick Cohendet | ctm
Weitere Informationen:
http://www-ulp.u-strasbg.fr/

Weitere Berichte zu: Erfindung Forschungswettbewerb

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht Wert fest „im grünen Bereich“ - IMK-Konjunkturindikator: Rezessionsgefahr sinkt auf nur 5,1 Prozent
14.09.2017 | Hans-Böckler-Stiftung

nachricht Konjunkturprognose: Deutsche Wirtschaft nähert sich der Hochkonjunktur
07.09.2017 | Institut für Weltwirtschaft (IfW)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: LaserTAB: More efficient and precise contacts thanks to human-robot collaboration

At the productronica trade fair in Munich this November, the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT will be presenting Laser-Based Tape-Automated Bonding, LaserTAB for short. The experts from Aachen will be demonstrating how new battery cells and power electronics can be micro-welded more efficiently and precisely than ever before thanks to new optics and robot support.

Fraunhofer ILT from Aachen relies on a clever combination of robotics and a laser scanner with new optics as well as process monitoring, which it has developed...

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Posterblitz und neue Planeten

25.09.2017 | Veranstaltungen

Hochschule Karlsruhe richtet internationale Konferenz mit Schwerpunkt Informatik aus

25.09.2017 | Veranstaltungen

Junge Physiologen Tagen in Jena

25.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Die Parkinson-Krankheit verstehen – und stoppen: aktuelle Fortschritte

25.09.2017 | Medizin Gesundheit

Neurorehabilitation nach Schlaganfall: Innovative Therapieansätze nutzen Plastizität des Gehirns

25.09.2017 | Medizin Gesundheit

Posterblitz und neue Planeten

25.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten