Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Stahlindustrie optimistisch, aber von der Politik enttäuscht

25.02.2011
TED-Ergebnisse der 15. Handelsblatt Jahrestagung „Stahlmarkt 2011“
(22. und 23. Februar 2011, Hotel Interconti, Düsseldorf)
Rund 56 Prozent der rund 250 Teilnehmer der diesjährigen 15. Handelsblatt Jahrestagung „Stahlmarkt 2011“ sehen 2011 optimistisch entgegen und erwarten eine Verbesserung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung in der Eurozone. Mit einer deutschen Rohstahlproduktion von über 45 Millionen Tonnen rechneten rund 40 Prozent der im Rahmen einer TED-Umfrage befragten Industrievertreter.

Eindeutig fiel die Beurteilung der Befragten hinsichtlich der Preismacht der Rohstoffproduzenten aus. 62,76 Prozent erwarten, insbesondere bei Erz und Kohle, eine weitere Zunahme der Vormachtstellung der Rohstofflieferanten und rund 25 Prozent gehen von einer gleichbleibenden Dominanz aus. Die Rohstoffversorgung wird nach Einschätzung von über 40 Prozent der Befragten die Entwicklung in der Stahlproduktion weiterhin am nachhaltigsten beeinflussen. Für jeweils etwa 20 Prozent werden die Nachfrageentwicklung und die politischen Rahmenbedingungen die Zukunft der Stahlindustrie am stärksten beeinflussen.

Enttäuschung über Klimaschutzpolitik
Enttäuscht zeigten sich die Industrievertreter von der aktuellen Klimaschutz- und Rohstoffpolitik der Bundesregierung. Rund 86 Prozent bewerteten die Klimaschutzpolitik als enttäuschend oder unbefriedigend. Mit der Rohstoffpolitik zeigten sich ebenfalls weit über 80 Prozent der Befragten unzufrieden oder enttäuscht.

Rohstoffpreise bestimmen internationale Stahlpreise
Der Rohstoffpreis für Eisenerz wird nach Einschätzung von über der Hälfte ausschlaggebend für die internationalen Stahlpreise sein. Nur 14,16 Prozent sehen den Stahlpreis in Abhängigkeit des Kohlepreises. Mit insgesamt 7,96 Prozent spielen Gas- und Strompreise, laut der TED-Umfrage, eine nebensächliche Rolle für die Preisentwicklung. Auch CO2-Zertifikate gehören mit 9,73 Prozent zu den untergeordneten Preisfaktoren. Die Preise des Sekundärrohstoffs Eisen- und Stahlschrott werden laut 54,31 Prozent der Befragten ebenfalls steigen. Eine eindeutige Mehrheit von knapp 70 Prozent sieht in der Ressourcenverfügbarkeit ein Wachstumsrisiko für die deutsche Stahlindustrie.

Volatilität gefährdet Wettbewerbsfähigkeit
War für über die Hälfte (50,7 Prozent) der Teilnehmer 2010 die Volatilität der Stahlpreise die größte Herausforderung für den Stahlhandel, so ergaben die Umfragewerte auf der diesjährigen Handelsblatt Jahrestagung, dass die Teilnehmer die Volatilität nicht mehr nur als Herausforderung ansehen, sondern als Gefahrenpotenzial. 68,91 Prozent sehen die Wettbewerbsfähigkeit des Werkstoffs Stahls, durch die zunehmende Volatilität, gefährdet. Fast die Hälfte erwartet darum auch eine wachsende Bedeutung von Warenterminbörsen wie der London Metal Exchange (LME) als Instrument für ein funktionierendes Risikomanagement, während die knappe Mehrheit in naher Zukunft nicht von einer bedeutenden Rolle von Warenterminbörsen im Stahlmarkt ausgeht.

Stahl- und Automobilindustrie
Die Automobilindustrie ist nach wie vor einer der wichtigsten Kunden der Stahlindustrie. Mit Blick auf die Kundenseite sind die Einschätzungen der Befragten unterschiedlich. 33,33 Prozent misst dem Stahlpreis eine große Bedeutung für die Automobilindustrie bei. Weitere 31,33 Prozent stuft die Bedeutung der Stahlpreise für die Autoindustrie nur als mittelmäßig ein. Als sehr groß bewerteten 21,33 Prozent die Auswirkungen des Stahlpreises auf die Wertschöpfungskette der Automobilindustrie.

Die Beteiligung an der bereits zum zweiten Mal durchgeführten TED-Umfrage im Rahmen der Handelsblatt Jahrestagung „Stahlmarkt 2011“ war wieder sehr groß. Die Teilnehmer sind vorwiegend in der Vorstands- oder Geschäftsleitungsebene tätig und kommen aus den Branchen Stahl, Elektrotechnik, Maschinenbau und Automobil.

2012 findet die Handelsblatt Jahrestagung „Stahlmarkt 2012“ am 6. und 7. März 2012 in Düsseldorf statt.

Weitere Informationen im Internet: www.handelsblatt-stahlmarkt.de

Kontakt

EUROFORUM – ein Geschäftsbereich der EUROFORUM Deutschland SE
Konzeption und Organisation für Handelsblatt Veranstaltungen
Dr. phil. Nadja Thomas
Senior-Pressereferentin
Prinzenallee 3
40549 Düsseldorf
Telefon.: +49 (0)2 11. 96 86-33 87
Fax: +49 (0)2 11. 96 86-43 87
E-Mail: nadja.thomas@euroforum.com

Dr. phil. Nadja Thomas | EUROFORUM Deutschland SE
Weitere Informationen:
http://www.euroforum.com

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Lebensdauer alternder Brücken - prüfen und vorausschauen
29.05.2017 | Technische Universität Kaiserslautern

nachricht Internationale Konferenz an der Schnittstelle von Literatur, Kultur und Wirtschaft
29.05.2017 | Universität Mannheim

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neue Methode für die Datenübertragung mit Licht

Der steigende Bedarf an schneller, leistungsfähiger Datenübertragung erfordert die Entwicklung neuer Verfahren zur verlustarmen und störungsfreien Übermittlung von optischen Informationssignalen. Wissenschaftler der Universität Johannesburg, des Instituts für Angewandte Optik der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien Jena (Leibniz-IPHT) präsentieren im Fachblatt „Journal of Optics“ eine neue Möglichkeit, glasfaserbasierte und kabellose optische Datenübertragung effizient miteinander zu verbinden.

Dank des Internets können wir in Sekundenbruchteilen mit Menschen rund um den Globus in Kontakt treten. Damit die Kommunikation reibungslos funktioniert,...

Im Focus: Strathclyde-led research develops world's highest gain high-power laser amplifier

The world's highest gain high power laser amplifier - by many orders of magnitude - has been developed in research led at the University of Strathclyde.

The researchers demonstrated the feasibility of using plasma to amplify short laser pulses of picojoule-level energy up to 100 millijoules, which is a 'gain'...

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Lebensdauer alternder Brücken - prüfen und vorausschauen

29.05.2017 | Veranstaltungen

49. eucen-Konferenz zum Thema Lebenslanges Lernen an Universitäten

29.05.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz an der Schnittstelle von Literatur, Kultur und Wirtschaft

29.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Intelligente Sensoren mit System

29.05.2017 | Messenachrichten

Geckos kommunizieren überraschend flexibel

29.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

1,5 Millionen Euro für vier neue „Innovative Training Networks” an der Universität Hamburg

29.05.2017 | Förderungen Preise