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Forschungsergebnis Bremen: Qualität des Trinkwassers ist und bleibt gut/Internationaler Kongress

01.03.2002


Internationaler Kongress vom 4.-7. März 2002 an der Universität Bremen über die Folgen menschlich beeinflusster geochemischer Prozesse für Grund- und Sickerwasser

In Deutschland gibt es mit der Quantität und Qualität des Trinkwassers keine Probleme - und das gilt auch für die Zukunft. Diese beruhigende Aussage ist ein Ergebnis des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Schwerpunktprogramms "Geochemische Prozesse mit Langzeitfolgen im anthropogen beeinflussten Sickerwasser und Grundwasser". Zum Abschluss des umfangreichen Forschungsprojektes findet in der Universität Bremen vom 4. - 7. März 2002 die internationale Konferenz "Geochemical Processes 2002" (GeoProc2002) statt, an der mehr als 200 Geowissenschaftler, Chemiker, Bodenkundler, Mikrobiologen und Physiker aus aller Welt teilnehmen. Tagungsort ist die Hansestadt, weil das sechsjährige DFG-Forschungsprojekt vom Bremer Geochemiker Professor Horst D. Schulz aus dem Fachbereich Geowissenschaften der Universität koordiniert worden ist.

Weltweit gibt es große Gebiete mit Wassermangel. Deutschland und Mitteleuropa gehören nicht dazu. Dem Verbrauch in Deutschland von jährlich 3,8 Milliarden Kubikmetern Wasser steht die zehnfache Menge von neugebildetem Grundwasser gegenüber. Es stammt aus Niederschlägen, die versickern. Die globale Erwärmung lässt für die hiesigen Breiten zudem eine Zunahme des Niederschlages erwarten.

Das in Deutschland benötigte Trinkwasser wird zu drei Vierteln dem Grundwasser entnommen. Hier ist nach Aussage der Wissenschaftler keine Änderung hin zur vermehrten Nutzung des Oberflächenwassers aus Seen und Flüssen erforderlich. Denn die Vorteile der in der Bundesrepublik traditionellen Grundwassernutzung liegen auf der Hand: Selbst bei einer Reihe von Trockenjahren ist der Grundwasservorrat so groß, dass keine Versorgungsengpässe entstehen. Auf dem Sickerweg durch Böden und Gesteinsschichten werden zahlreiche Verunreinigungen im Wasser durch natürliche Selbstreinigung ("natural attenuation") abgebaut. Die Gesetze von den Bewegungen des Grundwassers sind heute so gut bekannt, dass die Nutzung des Grundwassers zur Wasserversorgung ohne Schädigung der Umwelt geschieht.
Dennoch gibt es dort Probleme der Wasserqualität, wo der Mensch die Natur nutzt - zum Beispiel beim Bergbau oder in der Landwirtschaft. Im DFG-Forschungsprogramm über die Langzeitfolgen im menschlich beeinflussten Sicker- und Grundwasser sind diese Umweltbelastungen untersucht worden: So wurde in intensiv landwirtschaftlich genutzten Zonen eine hohe Konzentration von organischen und anorganischen Schadstoffen in Grund- und Sickerwasser nachgewiesen. Besonders bei Nitrat wird der zulässige Grenzwert selbst im Trinkwasser häufig überschritten. Noch problematischer sind die in der Landwirtschaft eingesetzten Pestizide, weil sie sich auf natürlichem Wege nur unzureichend abbauen lassen. Diese Probleme treten allerdings nur in regional begrenzten Gebieten auf und stellen die Trinkwasserversorgung nicht in Frage.

Auch der Bergbau - vor allem der Braunkohletagebergbau - beeinträchtigt die Wasserqualität erheblich. Wenn für die Kohlegewinnung der Grundwasserspiegel abgesenkt wird, entsteht in bedeutenden Mengen Schwefelsäure, die in die Wassersysteme gespült wird und zu einer erheblichen Übersäuerung der Wässer führt.

Beim Kongress in Bremen stehen noch weitere Themen auf der Tagesordnung. Besonders interessant ist die Frage nach dem Skalenwechsel für geochemische Prozesse, zum Beispiel zwischen Labor und Natur. Dabei geht es um die Problematik, inwieweit sich im Laborversuch genau beschriebene Prozesse tatsächlich auf die reale Umwelt übertragen lassen - ein wissenschaftlich noch offenes Feld

Weitere Informationen bei:

Universität Bremen
Fachbereich Geowissenschaften
Geochemie und Hydrogeologie
Prof. Dr. Horst D. Schulz
Tel. 0421 / 218 3393
Fax. 0421 / 218 4321
E-Mail: hdschulz@uni-bremen.de

Angelika Rockel | idw

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