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Siemens baut das erste Zentrum für molekulare Bildgebung in den Vereinigten Arabischen Emiraten

09.02.2007
Neueste medizinische Systeme ermöglichen optimale Patientenversorgung

Mubadala Development und Siemens Medical Solutions haben einen Vertrag im Wert von 16,7 Mio. EUR zur Errichtung und zum Betrieb eines Zentrums für molekulare Bildgebung (Molecular Imaging Centre, MIC) in Abu Dhabi geschlossen.

Damit steht den Patienten in der Region schon bald die modernste diagnostische Technologie zur Verfügung, der Schwerpunkt des Zentrums wird insbesondere auf den Bereichen Onkologie, Kardiologie und Neurologie liegen. Die Einrichtung soll voraussichtlich im Sommer 2008 ihre Pforten öffnen und die Erste ihrer Art in der Region darstellen. Der Vertrag wurde in Anwesenheit Ihrer Hoheit Scheicha Lubna Al Qassimi, Wirtschaftsministerin der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), und der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel unterzeichnet. Das Zentrum wird mit den neuesten medizintechnischen Geräten für die komplette anatomische und funktionelle Diagnostik ausgestattet sein. Dazu gehören insbesondere auch ein PET/CT-System (ein Hybrid aus Positronen-Emissionstomograph und Computertomograph) sowie ein Zyklotron von Siemens zur Herstellung von Radioisotopen. Der PET/CT-Scanner akquiriert Bilder doppelt so schnell wie getrennte Systeme – und dies bei unverändert hoher Bildqualität. Eine leistungsstarke ITInfrastruktur mit der von Siemens entwickelten syngo-Benutzeroberfläche im Mittelpunkt ermöglicht einen effizienten Daten- und Bildaustausch über das gesamte MIC hinweg und selbst mit anderen Kliniken weltweit.

„Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit Siemens - einem Unternehmen, dessen Name im weltweiten Markt für medizinische Lösungen großes Ansehen genießt. Gemeinsam werden wir dem Gesundheitssektor in dieser Region ausgefeilte und richtungsweisende molekulare Bildgebungs- und Diagnostikleistungen bieten", so Waleed Al Mokarrab Al Muhairi von Mubadala Development.

Die molekulare Bildgebung stellt einen der am schnellsten wachsenden Bereiche bei den Bildgebungstechniken in Forschung und Klinik dar. Mithilfe von Hybridsystemen wie der PET/CT können anatomische und biologische Informationen im Rahmen einer einzigen Untersuchung gesammelt und in Korrelation gebracht werden. Daraus resultiert ein Fusionsbild, das auf molekularer Ebene anatomische und funktionale Prozesse aus dem Inneren des menschlichen Körpers sichtbar macht. Mit der derzeit einzigartigen räumlichen Auflösung der Geräte können selbst die kleinsten Läsionen aufgespürt werden. „Die Molekularmedizin besitzt ein enormes Potenzial, Erkrankungen schon viel früher sichtbar zu machen als heute. In Kombination mit spezifischen Biomarkern erleichtern molekulare Bildgebungstechniken dem Arzt die Entscheidung über die geeignete Medikation für einen Patienten – und ermöglichen eine genauere Vorhersage und Überwachung der Wirkung dieser Medikamente. Die Therapie des Patienten lässt sich damit individuell anpassen, so dass die Medizin auf verbreitete Krankheiten wie Krebs, Herzkreislaufprobleme oder neurologische Degenerationserscheinungen effizienter und qualitativ besser reagieren kann“, sagte Erich R. Reinhardt, Mitglied des Vorstands der Siemens AG und Vorsitzender des Vorstands von Siemens Medical Solutions. „Langfristig wollen wir in der Lage sein, die auf molekularer Ebene liegenden Ursachen von Krankheiten erkennen und behandeln zu können, lange bevor der Patient überhaupt Symptome verspürt. Siemens ist heute führend bei der Entwicklung entsprechender Lösungen in der Molekularmedizin.”

Erstes Zyklotron der Region

Das MIC wird als erste Einrichtung in der Region auch über ein Zyklotron verfügen, den Teilchenbeschleuniger von Siemens zur Erzeugung zuverlässiger radioaktiver Biomarker mit hoher Ausbeute. Diese sind für eine genaue PET-Diagnose unentbehrlich. Die wichtigen Biomarker sollen nicht nur für die Patienten des Zentrums zur Verfügung stehen, sondern auch anderen diagnostischen Einrichtungen im Umfeld zugänglich gemacht werden.

Während der ersten Projektphase stellte Siemens im vergangenen Jahr ein Expertenteam zusammen, das in enger Zusammenarbeit mit Mubadala das Konzept und Design dieser einzigartigen, mit den neuesten technischen Errungenschaften bei der molekularen Bildgebung ausgestatteten Einrichtung erarbeitete. Die Vertragsunterzeichnung stellt nun den Beginn der zweiten Projektphase dar, die den Bau des Bildgebungszentrums vorsieht.

Nach Abschluss der Bauarbeiten soll dann ein über fünf Jahre laufendes Abkommen über das Management und den Betrieb der Einrichtung unterzeichnet werden. Den Ausschlag für Siemens gab laut Dr. Volker Wetekam, Leiter von Global Solutions bei Siemens Medical Solutions, neben der technischen Expertise auch das umfangreiche Portfolio von Siemens: „Bei einer großen Einrichtung wie dem MIC sind vielfältige Lösungen erforderlich. Siemens unterbreitete ein attraktives Angebot, da wir ein führender Anbieter von Infrastrukturlösungen für das Gesundheitswesen sind und auf Grund dessen einen umfassenden Ansatz zur nahtlosen Integration der verschiedensten Aspekte des Mubadala-Projekts bieten konnten.“ Neben Medical Solutions werden auch der Siemens- Bereich Industrial Solutions & Services (I&S) sowie Siemens Gebäudetechnik (SBT) bei den Bauarbeiten und der Infrastruktur für das MIC involviert sein.

Mubadala Development ist eine Aktiengesellschaft, die von der Regierung des Emirats Abu Dhabi gegründet wurde und sich auch in deren Eigentum befindet. Die Mission des Unternehmens ist die Investition in wirtschaftliche, strategische industrielle und kommerzielle Partnerschaften. Das Unternehmen verwaltet ein vielfältiges Portfolio lokaler, regionaler und internationaler Investitionen. In den Vereinigten Arabischen Emiraten und der weiteren Golfregion war Mubadala Development an der Finanzierung und Entwicklung einiger führender Projekte beteiligt. Dazu zählen auch das erste grenzüberschreitende Erdgasprojekt des Golf-Kooperationsrats (GCC) Dolphin Energy (Mehrheitsbeteiligung von 51 %) sowie Aldar Properties, die National Central Cooling Company, die Abu Dhabi Ship Building, das Diabeteszentrum des Imperial College London in Abu Dhabi, Injazat Data Systems und die Ölfeldentwicklungen bei Mukhaizna in Oman. Mubadala Development hat mit der Dubai Aluminum Company (DUBAL) eine gemeinsame Entwicklungsvereinbarung über Entwicklung, Bau, Eignertum und Betrieb eines Aluminium- Schmelzhüttenkomplexes auf bisher unerschlossenem Bauland im Wert von 6 Milliarden USD geschlossen. Die auf internationalem Niveau geplante Anlage mit einer Kapazität von 1,2 Millionen Tonnen pro Jahr wird im Hafen- und Industriegebiet Khalifa in Abu Dhabi entstehen. Mubadala Development ist ebenfalls führend an der Entwicklung des neuen Campus der UAE University in Al Ain City durch eine öffentlich private Partnerschaft. Wichtig sind Mubadala Development auch die Schaffung zahlreicher strategischer Allianzen und die damit verbundenen Projekte. Zu den derzeitigen Allianzpartnern zählen die Dubai Aluminum Company (DUBAL), Rolls-Royce und Shell.

Siemens Medical Solutions ist weltweit einer der größten Anbieter im Gesundheitswesen. Der Bereich steht für innovative Produkte und Komplettlösungen sowie für ein umfangreiches Angebot von Dienst- und Beratungsleistungen. Abgedeckt wird das gesamte Spektrum von bildgebenden Systemen für Diagnose und Therapie, über die Molekularmedizin und die Audiologie bis hin zu IT-Lösungen. Jüngste Akquisitionen auf dem Gebiet der Labordiagnostik (In-Vitro) – wie die Diagnostic Products Corporation und Bayer Diagnostics – ebnen den Weg dazu, weltweit erstes integriertes Diagnostik-Unternehmen zu werden. Mithilfe all dieser Lösungen ermöglicht Siemens Medical Solutions seinen Kunden, sichtbare Ergebnisse sowohl im klinischen, als auch im administrativen Bereich zu erzielen – so genannte „Proven Outcomes“. Innovationen aus dem Hause Siemens optimieren Arbeitsabläufe in Kliniken, Praxen sowie im Rahmen einer integrierten Gesundheitsversorgung und führen zu mehr Effizienz. Siemens Medical Solutions beschäftigt weltweit mehr als 41.000 Mitarbeiter und ist in über 130 Ländern präsent. Im Geschäftsjahr 2006 (30. September) erzielte Siemens Medical Solutions einen Umsatz von 8,23 Mrd. € sowie einen Auftragseingang von 9,33 Mrd. €. Das Bereichsergebnis betrug 1,06 Mrd. €.


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