Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Statistiken belegen: KMU sind innovativer als bislang angenommen

22.02.2012
Das IfM Bonn hat in seiner neuen Studie das verfügbare Datenmaterial zur FuE- und Innovationstätigkeit der deutschen Wirtschaft analysiert und die Berücksichtigung des Mittelstands im Berichtswesen kritisch unter die Lupe genommen. Die Studie weist auf bislang unbeachtet gebliebene Stärken der Neuerungstätigkeit kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) hin.

Kleinen und mittleren Unternehmen wird die Fähigkeit zugesprochen, sich flexibel an Veränderungen des Marktes und insbesondere der Nachfrage anpassen zu können. Diese Eigenschaft macht die Wettbewerbsfähigkeit und Wirtschaftskraft der KMU aus, um die Deutschland von seinen Nachbarn beneidet wird. Die Stärke des deutschen Mittelstands findet jedoch bislang nicht ihren Ausdruck in den Statistiken zur FuE- und Innovationstätigkeit der Wirtschaft. Vielmehr ist dort eine geringere Innovationstätigkeit der KMU im Vergleich zu den Großunternehmen zu erkennen.

Jüngste Weiterentwicklungen im statistischen Berichtssystem bieten nun neue Einblicke in das Innovationsverhalten der Wirtschaft. Bislang fokussierten sich die relevanten Erhebungen auf technologische Innovationen. Seit Kurzem sind – wie von OECD und Eurostat gefordert – auch Angaben zu den nicht-technologischen Innovationen (z. B. neue Vertriebswege) verfügbar. Aus der Studie des IfM Bonn geht hervor, dass nicht-technologische Innovationen überproportional häufig vom Mittelstand hervorgebracht werden. Zieht man beide Innovationsformen in Betracht, so steigt die Innovationsbeteiligung der KMU deutlich: 78 % der Unternehmen mit 10 bis 49 und 84 % der Unterneh-men mit 50 bis 249 Beschäftigten beteiligen sich am Innovationsprozess. Der entsprechende Anteilswert für die Großunternehmen liegt bei 95 %. KMU sind demnach innovativer als bisher ausgewiesen.

Ansprechpartner

Dr. Frank Maaß
Telefon: (0228) 72997-27
E-Mail: maass@ifm-bonn.org
Datenquellen
Die Analyse des IfM Bonn basiert auf unterschiedlichen statistischen Berichtssystemen, namentlich die FuE-Statistik des Stifterverbands für die Deutsche Wissenschaft, des Registers des Deutschen Patent- und Markenamtes, des Betriebspanels des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), des Mittelstandspanels der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), des Mannheimer Innovationspanels des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) sowie Datenaufbereitungen von Eurostat.

Zum IfM Bonn

Das IfM Bonn wurde im Jahr 1957 auf Initiative Ludwig Erhards vom Bund und vom Land Nordrhein-Westfalen gegründet mit der Maßgabe, die Lage, Entwicklung und Probleme des Mittelstands zu erforschen. Diese Aufgaben erfüllt das Institut in einer praxisorientierten Weise, indem es zum einen umfangreiches statistisches Datenmaterial zum Mittelstand auf Basis amtlicher, halbamtlicher sowie eigener Daten aufbereitet. Zum anderen werden wissenschaftliche Fragestellungen bearbeitet und Gutachten zu aktuellen wirtschaftspolitisch relevanten Fragestellungen auf Basis von Unternehmensbefragungen erstellt. Die Ergebnisse dieser Forschungsarbeiten stehen der interessierten Öffentlichkeit auf der Homepage des Instituts (www.ifm-bonn.org) zur Verfügung.

Dr. Nadine Schlömer-Laufen | idw
Weitere Informationen:
http://www.ifm-bonn.org
http://www.ifm-bonn.org/assets/documents/IfM-Materialien-212.pdf

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Statistiken:

nachricht Frauenanteil in Professorenschaft 2015 auf 23 % gestiegen
14.07.2016 | Statistisches Bundesamt

nachricht Mehr Habilitationen von Frauen im Jahr 2015
28.06.2016 | Statistisches Bundesamt

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Statistiken >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Im Focus: «Kosmische Schlange» lässt die Struktur von fernen Galaxien erkennen

Die Entstehung von Sternen in fernen Galaxien ist noch weitgehend unerforscht. Astronomen der Universität Genf konnten nun erstmals ein sechs Milliarden Lichtjahre entferntes Sternensystem genauer beobachten – und damit frühere Simulationen der Universität Zürich stützen. Ein spezieller Effekt ermöglicht mehrfach reflektierte Bilder, die sich wie eine Schlange durch den Kosmos ziehen.

Heute wissen Astronomen ziemlich genau, wie sich Sterne in der jüngsten kosmischen Vergangenheit gebildet haben. Aber gelten diese Gesetzmässigkeiten auch für...

Im Focus: A “cosmic snake” reveals the structure of remote galaxies

The formation of stars in distant galaxies is still largely unexplored. For the first time, astron-omers at the University of Geneva have now been able to closely observe a star system six billion light-years away. In doing so, they are confirming earlier simulations made by the University of Zurich. One special effect is made possible by the multiple reflections of images that run through the cosmos like a snake.

Today, astronomers have a pretty accurate idea of how stars were formed in the recent cosmic past. But do these laws also apply to older galaxies? For around a...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

500 Kommunikatoren zu Gast in Braunschweig

20.11.2017 | Veranstaltungen

VDI-Expertenforum „Gefährdungsanalyse Trinkwasser"

20.11.2017 | Veranstaltungen

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Künstliche neuronale Netze: 5-Achs-Fräsbearbeitung lernt, sich selbst zu optimieren

20.11.2017 | Informationstechnologie

Tonmineral bewässert Erdmantel von innen

20.11.2017 | Geowissenschaften

Hemmung von microRNA-29 schützt vor Herzfibrosen

20.11.2017 | Biowissenschaften Chemie