Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

SR-PRO - Simulierte Realität im Produktentwicklungsprozess

21.04.2006


Fraunhofer IGD zeigt Verfahren zur interaktiven Optimierung von Produkten und Produktionsprozessen // Vorstellung von SR-PRO auf der HANNOVER MESSE vom 24.-28. April 2006 in Halle 16, Stand D16



Ein wichtiger Bestandteil des Produktentwicklungsprozesses ist die Simulation des Produktverhaltens. Durch den Einsatz virtueller Simulationsmodelle kann der Entwicklungsprozess wesentlich verkürzt und die Produktqualität gesteigert werden. Die Simulation komplexer Prozesse ist jedoch auch heute noch sehr zeitaufwändig, denn oft gelingt es erst nach vielen Simulationsdurchgängen, die optimale Lösung für die Gestaltung eines Produktes zu finden.

Wie kann die Optimierung von Produkten innerhalb einer komplexen Prozesskette automatisiert und beschleunigt werden? Mit dieser Frage beschäftigt sich das Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD im Projekt SR-PRO gemeinsam mit dem Fraunhofer ITWM und dem Fraunhofer SCAI. Ziel des Projektes ist es, in Zukunft Ingenieure mit Hilfe der Simulierten Realität (SR) bei der schnellen Suche nach optimalen Produktlösungen zu unterstützen und ihnen die Entscheidungsfindung zu erleichtern. Hierfür kombinieren die Fraunhofer-Institute Anwendungen für moderne Simulations- und Optimierungsalgorithmen mit Methoden aus dem Bereich der Virtuellen Realität (VR).


Die Fraunhofer-Forscher entwickeln im Rahmen des Projekts eine interaktive Arbeitsumgebung, mit deren Hilfe es Ingenieuren zukünftig möglich sein wird, Simulationsergebnisse visuell in Echtzeit zu verändern, verschiedene Varianten eines Produktes abzuwägen sowie das Design anhand der Vorgabe von Zielkriterien zu optimieren. Ein hierfür neu gestalteter Desktop-VR-Arbeitsplatz erlaubt dabei Eingaben und Interaktion sowohl in 2-D als auch in 3-D.

Ihre Vision von Simulierter Realität realisieren die Fraunhofer-Forscher in zwei Anwendungsszenarien, der Crash-Simulation von Karosserien und der Simulation eines Fertigungsprozesses für Vliesstoffe, wie sie beispielsweise für Windeln oder Ölfilter verwendet werden.

Karosserie-Design

Die funktionalen Merkmale eines Autos werden durch eine Vielzahl von verschiedenen Simulationen berechnet. Bei Crash-Simulationen werden beispielsweise das Eindringen in den vorderen Teil des Autos, die Größe der Türen nach dem Crash und die Kräfte, die auf die Insassen beziehungsweise Fußgänger wirken, vorhergesagt. Zu Beginn des Entwicklungsprozesses eines Autos werden die maximal erlaubten Deformationen festgelegt. Das Ziel der Simulationsdurchgänge ist es, diese Messdaten zu optimieren und gleichzeitig Produktionskosten, Gewicht, etc. niedrig zu halten. Dazu entwickelte das Fraunhofer IGD gemeinsam mit dem Fraunhofer SCAI neue Methoden zur interaktiven Optimierung des Designraumes unter Berücksichtigung verschiedenster Kriterien.

Vliesstoff-Fertigung

Die Simulation des Prozesses der Fasergewinnung ist hochkomplex, arbeitet mit vielen Parametern und verlangt ein speziell entwickeltes Modell für die Simulation der dynamischen Faserbewegung. Ziel dieses Teilprojekts von SR-PRO ist es, ein Tool für die Planung und optimale Konfiguration von Fertigungsmaschinen für Vliesstoffe zu entwickeln. Das Fraunhofer IGD entwickelte in diesem Zusammenhang eine realitätsnahe Visualisierung des Fertigungsprozesses.

Das Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung stellt SR-PRO auf der HANNOVER MESSE 2006 vom 24.-28. April 2006 in Halle 16, Stand D16 vor. Gerne können Sie einen Messetermin vereinbaren.

Weitere Informationen zum Projekt SR-PRO erhalten Sie bei

Dr. André Stork
Abteilung Industrielle Anwendungen
Fraunhofer IGD Darmstadt

Telefon: +49 ( 0) 6151 / 155-469
Telefax: +49 ( 0) 6151 / 155-299
E-Mail: andre.stork@igd.fraunhofer.de

Kurzprofil INI-GraphicsNet

Das internationale Netzwerk der Graphischen Datenverarbeitung (INI-GraphicsNet) besteht aus dem Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD, dem Zentrum für Graphische Datenverarbeitung ZGDV e.V., beide in Darmstadt und Rostock, und dem Fachgebiet Graphisch-Interaktive Systeme (GRIS) der Technischen Universität Darmstadt sowie weiteren acht Institutionen in sechs Ländern: dem Centre for Advanced Media Technology (CAMTech), dem Centre for Graphics and Media Technology (CGMT), beide in Singapur, dem Centro de Computação Gráfica (CCG) in Guimarães und Coimbra (Portugal), The IMEDIA Academy in Providence, Rhode Island (USA), dem Omaha Graphics and Media Laboratory (OGM) in Nebraska (USA), dem Centre for Visual Interaction and Communication Technologies (VICOMTech) in San Sebastian (Spanien), dem Institute for Graphic Interfaces (IGI) in Seoul (Süd-Korea) und dem Center for Advanced Computer Graphics Technologies (GraphiTech) in Trento (Italien).

Diese Institutionen bilden das weltweit größte und leistungsfähigste Forschungs-Netzwerk der Graphischen Datenverarbeitung. Ihre Kernkompetenz ist die Visualisierung und interaktive Verarbeitung von Daten, Informationen und Wissen. Sie erforschen und entwickeln neue Interaktions- und Dialogformen für digitale Medien und realisieren innovative Systeme zur Kommunikation und graphisch-interaktiven Kooperation über Rechnernetzwerke. Innerhalb des Forschungsverbundes sind an den zehn Standorten über 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie mehr als 500 wissenschaftliche Hilfskräfte beschäftigt. Der Etat betrug 2005 über 38 Millionen EURO.

Bernad Lukacin | idw
Weitere Informationen:
http://www.igd.fraunhofer.de/igd-a2/projects/index.html.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie HANNOVER MESSE:

nachricht Rittal mit neuer Push-in-Leiteranschlussklemme - Kontakte im Handumdrehen
26.04.2017 | Rittal GmbH & Co. KG

nachricht Neuer Blue e+ Chiller von Rittal - Exakt regeln und effizient kühlen
25.04.2017 | Rittal GmbH & Co. KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: HANNOVER MESSE >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise