Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

HANNOVER MESSE baut Energieeffizienztunnel !

05.02.2008
Das Energiesparen in der Industrie hilft nicht nur der Umwelt, sondern verschafft auch Wettbewerbsvorteile. So könnten bis zu 90 Prozent der Lebenszykluskosten einzelner Komponenten wie Elektromotoren vermieden und bis zu 70 Prozent Einsparungen bei Nebenanlagen wie Pumpen, Lüftern, Druckluft und Kälteanlagen mit moderner Technik erzielt werden. Wie dies gelingt, zeigt die HANNOVER MESSE praxisnah in Halle 6 mit dem neuen „Energieeffizienztunnel“.

Besucher können sich hier auf der HANNOVER MESSE 2008 interaktiv an verschiedenen Anlagen informieren, wo gespart werden kann. Dabei wird ein kompletter Produktionsprozess gezeigt. Displays und Terminals errechnen Einsparpotenziale oder kalkulieren neu eingegebene Anforderungen vor Ort. Wer dann noch im Dunkeln tappt, wird spätestens am Ende des Tunnels Licht sehen – dort, wo Energieexperten des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V. (VDMA) und des ZVEI - Zentralverbande der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e.V. am Info-Point auf entsprechende Aussteller der HANNOVER MESSE 2008 verweisen, die dann im Detail weiterhelfen können.

Thorsten Herdan, Geschäftsführer des VDMA Forums Energie, zur Sonderschau „EnergieEffizienz in Industriellen Prozessen“: „Das Thema Energieeffizienz war für den Maschinen- und Anlagenbau schon immer ein Riesenthema. Auch wenn die Investitionskosten zunächst steigen sollten – wichtiger sind die Lebenszykluskosten, die sich verringern und am Schluss für günstigere Produkte sorgen. Energieeffizienz ist für alle Produktionsprozesse und damit für die Kunden des Maschinen- und Anlagenbaus ein immer wichtiger werdender Parameter. Energieeffizienz wird in Zukunft eine der Kaufentscheidungen werden. Das demonstriert auch der Energieeffizienztunnel. Energieeffizienz spielt darüber hinaus bei der Erzeugung von Strom und Wärme eine elementare Rolle.

So werden beispielsweise durch energieeffiziente Turbinen oder Motoren bei der Stromproduktion der CO2-Ausstoß verringert und Ressourcenschonung betrieben. Die Energieeffizienzsteigerung bei Systemkomponenten darf auch nicht vernachlässigt werden. So tragen effiziente Pumpen, Kompressoren oder Antriebe zu deutlichen CO2-Einsparungen bei. Die Entwicklungen im Maschinen- und Anlagenbau sind seit langem stark durch den Effizienzgedanken geprägt. Schon heute entfallen bei 160 Milliarden Euro Maschinen- und Anlagen-Umsatz rund 80 Milliarden Euro auf Effizienzsteigerungen.“

Dr. Reinhard Hüppe, Geschäftsführer des ZVEI-Fachverbands Automation, bestätigt: „Auch im Bereich elektrischer Antriebstechnik gibt es enormes Einsparpotenzial. In Deutschland sind 30 Millionen Antriebseinheiten installiert. Davon werden nur zwölf Prozent mit Energie sparender Drehzahlregelung betrieben. Bei rund 50 Prozent aller Antriebe wäre es sinnvoll, sie ebenfalls umzurüsten. So könnten 22 Milliarden Kilowattstunden Strom jährlich gespart werden. Das entspricht einem Energieproduktionsäquivalent von neun Kraftwerksblöcken mit 400 Megawatt. Rechnet man im Durchschnitt einen Industrie-Strompreis von acht Cent pro Kilowattstunde, könnte die Industrie jährlich mindestens 1,75 Milliarden Euro sparen.“

Werner Blaß, Geschäftsführer des Fachbereichs Elektrische Antriebe im ZVEI, ergänzt: „Auch im Bereich Energiesparmotoren liegen erhebliche Einsparpotenziale. Eine flächendeckende Einführung von Energiesparmotoren der höchsten Effizienzklasse EFF 1 im Bereich der Standardanwendungen würde noch einmal ein Einsparpotenzial von 5,5 Milliarden Kilowattstunden oder 440 Millionen Euro Stromkosten bringen. Würden die wirtschaftlichen Einsparpotenziale der elektrischen Antriebstechnik mit der heute verfügbaren Technologie voll ausgeschöpft, würde das die Umwelt allein in Deutschland um jährlich 17 Millionen Tonnen Kohlendioxyd entlasten.“

Ebenso weiß Bundeswirtschaftsminister Michael Glos, der als Schirmherr für die neue Sonderschau „EnergieEffizienz in Industriellen Prozessen“ in Halle 6 gewonnen werden konnte, um die großen Einsparpotenziale in der Industrie: „Die Sonderschau wird den Unternehmen demonstrieren, dass die effiziente Energienutzung nicht nur dem Klimaschutz dient, sondern die Unternehmen dabei ihre Betriebskosten auch spürbar senken und damit ihre Wettbewerbsfähigkeit stärken können – ein Aspekt, der vor dem Hintergrund steigender Energiepreise immer bedeutender wird. Zudem werden mit der Sonderschau auch die internationale Marktführerschaft und Vorreiterrolle deutscher Unternehmen im Bereich der Energieeffizienztechnologien herausgestellt und für das deutsche wie internationale Fachpublikum sichtbar gemacht.“

Zu den Firmen, die bereits hohe Energiekosten einsparen, gehört die Weidmüller Interface GmbH (Halle 11, Stand B 60), Anbieter von Lösungen für Übertragung von Energie, Signalen und Daten im industriellen Umfeld. Durch den Ersatz einer Elektrobeheizung von Galvanikbädern konnten jährlich 775 000 Kilowattstunden Strom und 685 000 Kilowattstunden Gas eingespart werden, die Energiekosten sanken um etwa 160 000 Euro. In nur vier Monaten hatte sich die Investition des Unternehmens für ein neues erdgasbetriebenes Brennwert-Blockheizkraftwerk inklusive Abwärmenutzung in Höhe von 50 000 Euro bezahlt gemacht. Dafür vergab die Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena) in Zusammenarbeit mit der Deutschen Messe Hannover und der KfW Förderbank im vergangenen Jahr erstmals den „Energy Efficiency Award“ im Rahmen der Initiative EnergieEffizienz. Auch in diesem Jahr wird auf der HANNOVER MESSE 2008 dieser mit insgesamt 30 000 Euro dotierte Preis am 22. April während des WORLD ENERGY DIALOGUES zum zweiten Mal verliehen.

Mit der neuen Sonderschau „EnergieEffizienz in Industriellen Prozessen“ greift die HANNOVER MESSE 2008 ein topaktuelles Thema auf, das für viele Hersteller zunehmend wichtiger wird. Thomas Rilke, Leiter der Industrieautomation auf der HANNOVER MESSE 2008: „Technologien und Dienstleistungen zu den Themen Energiesparen und Energieeffizienz stehen im Zentrum der HANNOVER MESSE 2008. In Zukunft wird ein Produkt dann wettbewerbsfähig sein, wenn es auch energieeffizient ist.“

Ansprechpartner für die Redaktion:
Marco Siebert
Tel.: +49 511 89-31619
E-Mail: marco.siebert@messe.de

Marco Siebert | Deutsche Messe Hannover
Weitere Informationen:
http://www.messe.de/presseservice

Weitere Nachrichten aus der Kategorie HANNOVER MESSE:

nachricht Die GFOS stellt auf der HMI aus: Mit gfos.MES in Richtung Industrie 4.0
20.02.2018 | GFOS mbH

nachricht Hannover Messe 2018: Wasserschwert statt Laserschwert
01.02.2018 | Technische Universität Chemnitz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: HANNOVER MESSE >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Die Brücke, die sich dehnen kann

Brücken verformen sich, daher baut man normalerweise Dehnfugen ein. An der TU Wien wurde eine Technik entwickelt, die ohne Fugen auskommt und dadurch viel Geld und Aufwand spart.

Wer im Auto mit flottem Tempo über eine Brücke fährt, spürt es sofort: Meist rumpelt man am Anfang und am Ende der Brücke über eine Dehnfuge, die dort...

Im Focus: Eine Frage der Dynamik

Die meisten Ionenkanäle lassen nur eine ganz bestimmte Sorte von Ionen passieren, zum Beispiel Natrium- oder Kaliumionen. Daneben gibt es jedoch eine Reihe von Kanälen, die für beide Ionensorten durchlässig sind. Wie den Eiweißmolekülen das gelingt, hat jetzt ein Team um die Wissenschaftlerin Han Sun (FMP) und die Arbeitsgruppe von Adam Lange (FMP) herausgefunden. Solche nicht-selektiven Kanäle besäßen anders als die selektiven eine dynamische Struktur ihres Selektivitätsfilters, berichten die FMP-Forscher im Fachblatt Nature Communications. Dieser Filter könne zwei unterschiedliche Formen ausbilden, die jeweils nur eine der beiden Ionensorten passieren lassen.

Ionenkanäle sind für den Organismus von herausragender Bedeutung. Wenn zum Beispiel Sinnesreize wahrgenommen, ans Gehirn weitergeleitet und dort verarbeitet...

Im Focus: In best circles: First integrated circuit from self-assembled polymer

For the first time, a team of researchers at the Max-Planck Institute (MPI) for Polymer Research in Mainz, Germany, has succeeded in making an integrated circuit (IC) from just a monolayer of a semiconducting polymer via a bottom-up, self-assembly approach.

In the self-assembly process, the semiconducting polymer arranges itself into an ordered monolayer in a transistor. The transistors are binary switches used...

Im Focus: Erste integrierte Schaltkreise (IC) aus Plastik

Erstmals ist es einem Forscherteam am Max-Planck-Institut (MPI) für Polymerforschung in Mainz gelungen, einen integrierten Schaltkreis (IC) aus einer monomolekularen Schicht eines Halbleiterpolymers herzustellen. Dies erfolgte in einem sogenannten Bottom-Up-Ansatz durch einen selbstanordnenden Aufbau.

In diesem selbstanordnenden Aufbauprozess ordnen sich die Halbleiterpolymere als geordnete monomolekulare Schicht in einem Transistor an. Transistoren sind...

Im Focus: Quantenbits per Licht übertragen

Physiker aus Princeton, Konstanz und Maryland koppeln Quantenbits und Licht

Der Quantencomputer rückt näher: Neue Forschungsergebnisse zeigen das Potenzial von Licht als Medium, um Informationen zwischen sogenannten Quantenbits...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Digitalisierung auf dem Prüfstand: Hochkarätige Konferenz zu Empowerment in der agilen Arbeitswelt

20.02.2018 | Veranstaltungen

Aachener Optiktage: Expertenwissen in zwei Konferenzen für die Glas- und Kunststoffoptikfertigung

19.02.2018 | Veranstaltungen

Konferenz "Die Mobilität von morgen gestalten"

19.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Highlight der Halbleiter-Forschung

20.02.2018 | Physik Astronomie

Wie verbessert man die Nahtqualität lasergeschweißter Textilien?

20.02.2018 | Materialwissenschaften

Der Bluthochdruckschalter in der Nebenniere

20.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics