Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Baukasten für industrielle IT-Sicherheit

31.03.2014

Schutz für Fabrikdaten und industrielle Netze – Fraunhofer SIT zeigt auf der Hannover Messe erstmals Trusted Production Platform as a Service

Das Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie zeigt auf der Hannover Messe erstmals die neue Trusted Production Platform as a Service (TPP).


IT-Sicherheit für die Produktion

Fraunhofer SIT

Dabei handelt es sich um eine modulare IT-Sicherheitslösung zum Schutz von Produktionsumgebungen, deren Komponenten sich auch einzeln nutzen lassen: Das Trusted Core Network schützt industrielle Netze vor unerlaubter Manipulation. Ein industrielles Rechte-Management sichert Fabrikationsdaten und ermöglicht kryptographisch basierte Kontrolle über Produktionsort und Stückzahl.

Vom 7. bis 11. April zeigt das Institut eine Beispiel-Implementierung mit handelsüblichen Routern im Security-Pavillon der Hannover Messe in Halle 8 am Stand D25/1. Weitere Informationen zu den Angeboten des Fraunhofer SIT finden sich unter www.sit.fraunhofer.de/hannover2014 .

Laut Handelsblatt-Umfrage unter 70 Mitgliedern des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbauer (VDMA) hatte knapp ein Drittel der befragten Unternehmen bereits Produktionsausfälle durch Cyberattacken.

„Bereits die Industrie 3.0 hat ernsthafte Sicherheitsprobleme, die sich in Zukunft vermutlich noch verstärken werden“, sagt Professor Michael Waidner vom Fraunhofer SIT. Zur Absicherung von Anlagen und Komponenten hat das Fraunhofer SIT deshalb mit der Trusted Production Platform ein modulares Lösungskonzept entwickelt, das sowohl heutigen als auch zukünftigen IT-Sicherheitsherausforderungen gerecht wird.

Für die Sicherheit industrieller IT-Netze sorgt das „Trusted Core Network“ (TCN). Das TCN basiert auf einer Peer-to-Peer-Infrastruktur, die in der Lage ist, die Identität und den Zustand von Netzknoten zu prüfen. Weicht ein Knoten vom vorgegebenen Sollzustand ab, schlägt das System Alarm und schließt manipulierte Netzknoten von der Kommunikation aus.

Das TCN verwendet das standardisierte Trusted Platform Modul TPM als Vertrauensanker, um Gerätezustand und -identität verlässlich prüfen zu können. Auf jedem Gerät befindet sich ein TPM, auf dem Informationen zur erlaubten Software und anderen relevanten Teilen der Konfiguration gespeichert sind. Router können mit diesen Informationen alle Geräte in der Nachbarschaft prüfen.

Die Trusted Production Platform verfügt außerdem über ein digitales Rechte-Management zum Schutz von wertvollen Fabrikationsdaten. Während Konstruktionsdaten meist bereits gut geschützt sind, liegen Fabrikationsdaten oft ungesichert direkt auf den computergestützten Maschinen. Mit Hilfe des Industrial Rights Management (IRM) werden die Fabrikationsdaten bereits bei der Entstehung verschlüsselt.

Das IRM sorgt außerdem dafür, dass Entschlüsselung und Produktion nur an dafür vorgesehenen Maschinen erfolgt und die erlaubte Stückzahl nicht überschritten wird. „Bisher existiert nach unserer Kenntnis kein vergleichbarer Schutz für Fabrikationsdaten, die direkt auf den Werkzeugmaschinen liegen“, sagt Thomas Dexheimer vom Security Testlab des Fraunhofer SIT.

Das digitale Rechtemanagement (DRM) regelt alle wichtigen Parameter des Auftrags, wie zum Beispiel Verwendungszweck oder Menge. Markenhersteller können so gewährleisten, dass auch externe Produzenten nur exakt die Menge produzieren, die sie zuvor vorgegeben hatten – und keine zusätzlichen Plagiate.

Wird diese IRM-Lösung noch mit dem Trusted Core Network integriert, entsteht eine verteilte Industrie4.0-Plattform, bei der viele Manipulationsmöglichkeiten ausgeschlossen werden und eine wesentlich bessere Kontrolle der Infrastruktur und der Prozesse erreicht werden kann.

Ergänzt wird das Angebot des Fraunhofer SIT durch kryptographisch basierte Produktschutzmechanismen. Sie schützen Anlagen und Komponenten vor unerlaubten Nachbauten und sorgen zum Beispiel dafür, dass nur Originalkomponenten Verwendung finden.

Oliver Küch | Fraunhofer-Institut
Weitere Informationen:
http://www.sit.fraunhofer.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie HANNOVER MESSE:

nachricht Silizium als neues Speichermaterial für die Akkus der Zukunft
25.04.2018 | Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

nachricht BAM@Hannover Messe: Innovatives 3D-Druckverfahren für die Raumfahrt
24.04.2018 | Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: HANNOVER MESSE >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: BAM@Hannover Messe: Innovatives 3D-Druckverfahren für die Raumfahrt

Auf der Hannover Messe 2018 präsentiert die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), wie Astronauten in Zukunft Werkzeug oder Ersatzteile per 3D-Druck in der Schwerelosigkeit selbst herstellen können. So können Gewicht und damit auch Transportkosten für Weltraummissionen deutlich reduziert werden. Besucherinnen und Besucher können das innovative additive Fertigungsverfahren auf der Messe live erleben.

Pulverbasierte additive Fertigung unter Schwerelosigkeit heißt das Projekt, bei dem ein Bauteil durch Aufbringen von Pulverschichten und selektivem...

Im Focus: BAM@Hannover Messe: innovative 3D printing method for space flight

At the Hannover Messe 2018, the Bundesanstalt für Materialforschung und-prüfung (BAM) will show how, in the future, astronauts could produce their own tools or spare parts in zero gravity using 3D printing. This will reduce, weight and transport costs for space missions. Visitors can experience the innovative additive manufacturing process live at the fair.

Powder-based additive manufacturing in zero gravity is the name of the project in which a component is produced by applying metallic powder layers and then...

Im Focus: IWS-Ingenieure formen moderne Alu-Bauteile für zukünftige Flugzeuge

Mit Unterdruck zum Leichtbau-Flugzeug

Ingenieure des Fraunhofer-Instituts für Werkstoff- und Strahltechnik (IWS) in Dresden haben in Kooperation mit Industriepartnern ein innovatives Verfahren...

Im Focus: Moleküle brillant beleuchtet

Physiker des Labors für Attosekundenphysik, der Ludwig-Maximilians-Universität und des Max-Planck-Instituts für Quantenoptik haben eine leistungsstarke Lichtquelle entwickelt, die ultrakurze Pulse über einen Großteil des mittleren Infrarot-Wellenlängenbereichs generiert. Die Wissenschaftler versprechen sich von dieser Technologie eine Vielzahl von Anwendungen, unter anderem im Bereich der Krebsfrüherkennung.

Moleküle sind die Grundelemente des Lebens. Auch wir Menschen bestehen aus ihnen. Sie steuern unseren Biorhythmus, zeigen aber auch an, wenn dieser erkrankt...

Im Focus: Molecules Brilliantly Illuminated

Physicists at the Laboratory for Attosecond Physics, which is jointly run by Ludwig-Maximilians-Universität and the Max Planck Institute of Quantum Optics, have developed a high-power laser system that generates ultrashort pulses of light covering a large share of the mid-infrared spectrum. The researchers envisage a wide range of applications for the technology – in the early diagnosis of cancer, for instance.

Molecules are the building blocks of life. Like all other organisms, we are made of them. They control our biorhythm, and they can also reflect our state of...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

infernum-Tag 2018: Digitalisierung und Nachhaltigkeit

24.04.2018 | Veranstaltungen

Fraunhofer eröffnet Community zur Entwicklung von Anwendungen und Technologien für die Industrie 4.0

23.04.2018 | Veranstaltungen

Mars Sample Return – Wann kommen die ersten Gesteinsproben vom Roten Planeten?

23.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Silizium als neues Speichermaterial für die Akkus der Zukunft

25.04.2018 | HANNOVER MESSE

IAB-Arbeitsmarktbarometer: Trotz Dämpfer auf gutem Niveau

25.04.2018 | Wirtschaft Finanzen

AWI-Forscher messen Rekordkonzentration von Mikroplastik im arktischen Meereis

25.04.2018 | Geowissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics