Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Zwei Millionen Euro für molekulare Bildgebungsverfahren in Greifswalder Medizinforschung

06.12.2010
Mit einer Summe von 2,1 Millionen Euro fördert die Europäische Union Projekte von Wissenschaftlern der Medizinischen Fakultät der Universität Greifswald. Finanziert wird der Ausbau molekularer Bildgebungssysteme mit denen einzelne Körperzellen z. B. Nervenzellen so stark vergrößern werden können, dass kleinste Details sichtbar werden. Mit den bewilligten Mitteln wird unter anderem ein 2-Photonenmikroskop angeschafft.

Neu an diesem 2-Photonenmikroskop ist die Tatsache, dass die Zelle während der Untersuchung am Leben bleibt und unter Beobachtung weiter funktioniert. Zum Beispiel kann beobachtet werden, wie eine Nervenzelle Ausläufer, sogenannte Dendriten ausbildet, um mit anderen Nervenzellen zu kommunizieren.

Dies ist ein Vorgang, der für Lernen und Gedächtnis wichtig ist. Die lebenden Zellen können mit dem neuen Gerät über Tage und Wochen beobachtet werden. Neben der extrem hohen Auflösung ergibt sich als weiterer Vorteil, dass aufgrund der langwelligen Anregungsstrahlung eine dreidimensionale Abbildung der biologischen Probe möglich ist.

Hauptziel des Projektes ist es, die Forschung an der Medizinischen Fakultät Greifswald durch den Einsatz molekularer Bildgebungsverfahren zu stärken. Dabei soll eine zentrale Infrastruktur für die Bildgebungsverfahren aufgebaut werden. Zudem ist geplant, das methodische Know-how durch die Gewinnung erfahrener Forscher zu stärken.

Zusätzlich zu dem 2-Photonenmikroskop werden acht Wissenschaftlerstelle für die Dauer von drei Jahren finanziert.

Der Antrag wurde im 7. EU-Forschungsrahmenprogramm gestellt. Die Förderung läuft über drei Jahre. Koordinator des Projektes ist Prof. Dr. Aurel Popa-Wagner, Leiter des Molekularbiologischen Labors, welches zur Klinik für Neurologie (Direktor, Prof. Kessler) gehört. Das Team von Prof. Popa-Wagner untersucht neue Therapien für eine verbesserte Wiederherstellung der verlorenen Funktionen nach einem Schlaganfall. Unter anderem werden Untersuchungen zur Anwendungen von Stammzellen beim Schlaganfall durchgeführt.

Um das Vorhaben umzusetzen, haben sich Wissenschaftler aus acht Abteilungen, Instituten und Kliniken der Medizinischen Fakultät Greifswald zur interdisziplinären Arbeitsgruppe Molecular Imaging Group zusammengefunden. Die Gruppe umfasst mehrere thematische Schwerpunkte, die Stärke der Greifswalder Fakultät in der engen interdisziplinären Zusammenarbeit belegt. Neben der von Prof. Popa-Wagner geleiteten Arbeitsgruppe werden Neuromuskuläre Erkrankungen durch Prof. Brinkmeier, Institut für Pathophysiologie, untersucht. Ferner ist Frau Prof. Bröker mit dem Projekt Infektionsbiologie und Immunabwehr, Frau Prof. Felbor, Institut für Humangenetik, mit dem Projekt: Vaskuläre Malformationen, der Kardiologe Prof. Felix mit einem

Projekt zur Regeneration des Herzmuskels, Prof. Endlich aus dem Institut für Anatomie mit einem Projekt zu chronischen Nierenerkrankung, sowie der Gastroenterologe Prof. Lerch mit einem Pankreasprojekt und Prof. Kroemer mit einem Projekt zum Transport von Medikamenten durch die Zellmembran, beteiligt.

Die Ergebnisse der Forschungsarbeiten werden in eine Reihe von Wissenschaftlichen Symposien der Öffentlichkeit vorgestellt.

Ansprechpartner an der Universität Greifswald
Prof. Dr. Aurel Popa-Wagner
Klinik und Poliklinik für Neurologie
Ellernholzstr. 1/2, 17475 Greifswald
Telefon 03834 86-6811
wagnerap@uni-greifswald.de

Jan Meßerschmidt | idw
Weitere Informationen:
http://www.forschungsrahmenprogramm.de/index.htm
http://de.wikipedia.org/wiki/Multiphotonenmikroskop

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht 1,4 Millionen Euro für Forschungsprojekte im Industrie 4.0-Kontext
20.07.2017 | Hochschule RheinMain

nachricht MOLLICool - Mobile thermoelektrische Kühlbandage ausgezeichnet
19.07.2017 | NMI Naturwissenschaftliches und Medizinisches Institut an der Universität Tübingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Im Focus: Manipulating Electron Spins Without Loss of Information

Physicists have developed a new technique that uses electrical voltages to control the electron spin on a chip. The newly-developed method provides protection from spin decay, meaning that the contained information can be maintained and transmitted over comparatively large distances, as has been demonstrated by a team from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute. The results have been published in Physical Review X.

For several years, researchers have been trying to use the spin of an electron to store and transmit information. The spin of each electron is always coupled...

Im Focus: Das Proton präzise gewogen

Wie schwer ist ein Proton? Auf dem Weg zur möglichst exakten Kenntnis dieser fundamentalen Konstanten ist jetzt Wissenschaftlern aus Deutschland und Japan ein wichtiger Schritt gelungen. Mit Präzisionsmessungen an einem einzelnen Proton konnten sie nicht nur die Genauigkeit um einen Faktor drei verbessern, sondern auch den bisherigen Wert korrigieren.

Die Masse eines einzelnen Protons noch genauer zu bestimmen – das machen die Physiker um Klaus Blaum und Sven Sturm vom Max-Planck-Institut für Kernphysik in...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Operatortheorie im Fokus

20.07.2017 | Veranstaltungen

Technologietag der Fraunhofer-Allianz Big Data: Know-how für die Industrie 4.0

18.07.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - September 2017

17.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

1,4 Millionen Euro für Forschungsprojekte im Industrie 4.0-Kontext

20.07.2017 | Förderungen Preise

Von photonischen Nanoantennen zu besseren Spielekonsolen

20.07.2017 | Physik Astronomie

Bildgebung von entstehendem Narbengewebe

20.07.2017 | Biowissenschaften Chemie