Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Cebit 2012: Frei bewegliche 3-D-Objekte ohne hohen Aufwand in Online-Shops einbinden

22.02.2012
Auch bei einem Online-Warenhaus wollen Käufer ein Produkt von allen Seiten betrachten, vergrößern oder aus einzelnen Komponenten zusammenstellen.

Bisher müssen Web-Entwickler mit einer Vielzahl von unterschiedlichen Programmen hantieren, um Artikel im Internet so vielfältig darzustellen. Die neue HTML-Erweiterung XML3D, mit der man Computerszenen räumlich detailliert auf Webseiten beschreiben kann, erleichtert dies. Mit wenigen Klicks lässt sich damit ein Online-Shop erstellen, wie Forscher des Intel Visual Computing Institute der Universität des Saarlandes am Stand F34 in Halle 9 auf der Computermesse Cebit zeigen. Die Messe findet vom 6. bis 10. März in Hannover statt.

Die Seite des Online-Shops füllt den gesamten Bildschirm des Laptops aus. In der Mitte ist das Abbild einer hochwertigen Digitalkamera zu sehen. Nur wenige Fingerbewegungen auf dem Touchpad genügen, um das Modell frei zu bewegen, es aus jeder Perspektive zu vergrößern oder zu verkleinern, egal welches Objektiv gerade per Mausklick aufgesetzt wurde.

„Bisher hätte man für jede Bewegung der verschiedenen Objektivvarianten unzählige Fotos machen, diese mit spezieller Software zu einer Animation zusammenfügen und dann darauf hoffen müssen, dass der potenzielle Käufer in seinem Browser auch das richtige Zusatzprogramm installiert hat“, erklärt Kristian Sons, der die Szenenbeschreibungssprache XML3D am Intel Visual Computing Institute (VCI)/Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) mitentwickelt hat. Diese setzt lediglich das entsprechende 3-D-Modell, eine Internetverbindung und einen Browser voraus.

„Mit XML3D kann man dreidimensionale Inhalte auf solch einfache Weise in Webseiten einbetten wie es bisher nur mit Videoclips der Internet-Plattform YouTube möglich ist“, ergänzt Philipp Slusallek, Professor für Computergraphik der Saar-Uni und wissenschaftlicher Direktor am DFKI und Intel VCI. Möglich macht XML3D dies, indem es dem aktuellen HTML-Standard HTML5 die nötigen Elemente hinzufügt, um in der Webseite neben Texten, Bildern und Videos auch 3-D-Objekte beschreiben zu können. „Alle 3-D-Komponenten sind somit Teil des HTML-Codes, der die Webseite definiert, und Web-Entwickler können daher mit gewohnten Programmiermethoden neuartige 3-D-Inhalte schaffen“, erklärt Slusallek.

Die Informatiker aus dem Saarland haben bereits Implementierungen von XML3D fertiggestellt, die entweder auf den Browsern Firefox und Chrome basieren oder auf der Web-Programmiersprache JavaScript in Kombination mit der Browser-Komponente WebGL. Dies ist eine JavaScript-Schnittstelle zur Grafikhardware, die bereits in den neueren Versionen der Browser Firefox, Google Chrome, Apple Safari und Opera verfügbar ist. Alle Implementierungen sind auf der Projektseite kostenlos erhältlich.

Künftig sollen mittels XML3D nicht nur dreidimensionale Konfiguratoren für Online-Artikel, sondern auch interaktive Infografiken, Lern- und Computerspiele programmiert werden. Daher arbeiten die Forscher auch daran, XML3D zu standardisieren. Im August 2011 hat das DFKI zusammen mit dem Fraunhofer Institut für Graphische Datenverarbeitung und dem Web3D Consortium eine Community innerhalb des für WWW-Standards zuständigen World Wide Web Consortiums (W3C) gegründet, was der ersten Phase des Standardisierungsprozesses entspricht. Mozilla, Google und das internationale Industriekonsortium Khronos Group haben bereits Interesse daran bekundet.

Weitere Fragen beantworten:
Dr. Kristian Sons
Projektleiter XML3D
Telefon: 0681 85775 3833
E-Mail: kristian.sons@dfki.de
Gordon Bolduan
Forschungskommunikation Exzellenzcluster „Multimodal Computing and Interaction“
Telefon: 0681 302-70741, E-Mail: bolduan@mmci.uni-saarland.de

Thorsten Mohr | Universität des Saarlandes
Weitere Informationen:
http://xml3d.org/
http://www.intel-vci.uni-saarland.de/de/projekte/xml3d-3d-internet.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie CeBIT 2012:

nachricht Praktisches Handgerät zum Lesen und Beschreiben von Hochfrequenz-RFID-Datenträgern
24.07.2012 | Contrinex GmbH

nachricht Rittal und Siemens stellen integrierte Energieverteilungslösung vor
20.03.2012 | Rittal GmbH & Co. KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: CeBIT 2012 >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

21.500 Euro für eine grüne Zukunft – Unserer Umwelt zuliebe

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

innovations-report im Interview mit Rolf-Dieter Lafrenz, Gründer und Geschäftsführer der Hamburger Start ups Cargonexx

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

Niederlande: Intelligente Lösungen für Bahn und Stahlindustrie werden gefördert

20.01.2017 | Förderungen Preise