Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Cebit 2010: Historische Städte werden in 3-D-Welten zum Leben erweckt

23.02.2010
In vielen Archiven und Museen lagern Karten, Gemälde oder Fotos von alten Stadtbildern. Sie geben aber nur bruchstückhaft wieder, wie die Städte früher einmal aussahen und welches Treiben auf ihren Märkten herrschte.

Informatiker der Universität des Saarlandes und des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) haben jetzt alte Ansichten der Festungsstadt Saarlouis digitalisiert. In mühevoller Kleinarbeit ist daraus eine 3-D-Welt geworden, die dem Betrachter einen virtuellen Spaziergang durch das historische Saarlouis ermöglicht.

Das Forschungsprojekt wird auf der Computermesse Cebit 2010 in Hannover vom 2. bis 6. März am saarländischen Forschungsstand (Halle 9, Stand B 43) vorgestellt.

Die saarländische Stadt Saarlouis wurde im 17. Jahrhundert von Sébastien de Vauban, dem Festungsbaumeister König Ludwigs XIV, gebaut. Noch heute stößt man beim Stadtrundgang an vielen Stellen auf die Spuren der alten Festungsanlage. Die Saarbrücker Informatiker erstellten davon ein 3-D-Modell, das sich so genau wie möglich der historischen Wirklichkeit annäherte. Das Team um Philipp Slusallek, Professor für Computergraphik der Universität des Saarlandes und wissenschaftlicher Direktor am DFKI, arbeitete dafür eng mit dem städtischen Museum von Saarlouis zusammen.

Aus alten Plänen, Skizzen und Kupferstichen rekonstruierten die Forscher nicht nur die Maße der Häuserfronten und die Gebäudeansichten, sondern auch die verwendeten Materialien und Farben. Anhand des 3-D-Modells kann man sich jetzt ganze Straßenzüge vor Augen führen und erkennt genau, wie weit sich die Festungsstadt ins Umland ausdehnte. In verschiedenen Ansichten wird außerdem dargestellt, wo später die alten Gemäuer mit den heutigen Häusern überbaut wurden.

Die naturgetreue Simulation des historischen Saarlouis soll den Stadtplanern helfen, die Festungssubstanz zu bewahren und behutsam für das moderne Stadtbild zu nutzen. "Wir wollen aber auch der Bevölkerung die Möglichkeit geben, die einzigartige Geschichte der ehemaligen Festungsstadt virtuell zu erleben und die vertrauten Winkel quasi mit historischer Brille zu erwandern", sagt Projektleiter Georg Demme. Sein Ziel ist es, das naturgetreue 3-D-Modell noch mehr mit Leben zu füllen. Mit so genannten Agentensystemen sollen historisch gekleidete Figuren gesteuert werden, die nicht nur das Stadtbild bevölkern, sondern auch dem menschlichen Betrachter die Stadt zeigen und erklären können. Außerdem wäre es möglich, die einzelnen Gebäude mit audiovisuellen Informationen oder schriftlichen Zeugnissen der Vergangenheit zu ergänzen, die der virtuelle Spaziergänger dann per Mausklick abrufen kann.

"Damit können Museen ihre historischen Bestände dem Publikum noch viel spannender vermitteln. Aber auch im Städtebau können Bürger intensiver an den Planungen beteiligt werden, wenn sie über die 3-D-Visualisierung ein genaueres Bild von der historischen Bausubstanz erhalten", nennt Professor Slusallek mögliche Anwendungen. Bislang wurden virtuelle Umgebungen vor allem in der Industrie für die Produktentwicklung genutzt. "Durch die fortschreitende Digitalisierung der architektonischen Entwürfe fällt es leichter, auch von Gebäuden und ganzen Städten detaillierte, dreidimensionale Modelle zu erstellen. Daher werden solche realitätsgetreuen Simulationen zunehmend auch für Städteplaner und Architekten interessant", meint der Saarbrücker Informatiker.

Fragen beantworten:

Prof. Dr. Philipp Slusallek
Tel. 0681 / 302-5377 oder -3830
Tel. 0511 / 89 49 70 37 (Cebit-Messetelefon)
E-Mail: slusallek@cs.uni-sb.de
Georg Demme
DFKI-Forschungsbereich Agenten und Simulierte Realität
Tel. 0681 / 302-3834
E-Mail: Georg.Demme@dfki.de
Friederike Meyer zu Tittingdorf
Tel. 0681 / 302-3610
Mobil 0151 / 11 37 16 32
Hinweis für Hörfunk-Journalisten: Sie können Telefoninterviews in Studioqualität mit Wissenschaftlern der Universität des Saarlandes führen. Interviewwünsche bitte an die Pressestelle (0681/302-3610) richten.

Friederike Meyer zu Tittingdorf | idw
Weitere Informationen:
http://www.viscenter.de
http://www.uni-saarland.de/pressefotos

Weitere Nachrichten aus der Kategorie CeBIT 2010:

nachricht Neue Freiheit für IT-Leiter - Die todo GmbH bringt flexIT 2010 heraus
24.03.2010 | todo GmbH

nachricht Neue Version der SAP-Lösung von Kaba noch anwenderfreundlicher
24.03.2010 | Kaba GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: CeBIT 2010 >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Im Focus: Breakthrough with a chain of gold atoms

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

Im Focus: Hoch wirksamer Malaria-Impfstoff erfolgreich getestet

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Im Focus: Sensoren mit Adlerblick

Stuttgarter Forscher stellen extrem leistungsfähiges Linsensystem her

Adleraugen sind extrem scharf und sehen sowohl nach vorne, als auch zur Seite gut – Eigenschaften, die man auch beim autonomen Fahren gerne hätte. Physiker der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die Welt der keramischen Werkstoffe - 4. März 2017

20.02.2017 | Veranstaltungen

Schwerstverletzungen verstehen und heilen

20.02.2017 | Veranstaltungen

ANIM in Wien mit 1.330 Teilnehmern gestartet

17.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Innovative Antikörper für die Tumortherapie

20.02.2017 | Medizin Gesundheit

Multikristalline Siliciumsolarzelle mit 21,9 % Wirkungsgrad – Weltrekord zurück am Fraunhofer ISE

20.02.2017 | Energie und Elektrotechnik

Wie Viren ihren Lebenszyklus mit begrenzten Mitteln effektiv sicherstellen

20.02.2017 | Biowissenschaften Chemie