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Home Entertainment à la Carte

01.03.2004


Home-Entertainment-Systeme sind die Multimedia-Anwendung der Zukunft, kosten aber noch viel Geld und sind in den Möglichkeiten bisher sehr beschränkt. Sie stellen oftmals noch reine "Insel-Lösungen" dar, die nicht in der Lage sind, sich mit anderen Geräten, z. B. dem PC im Arbeitszimmer, zu verbinden und auf vorhandene Spezial-Hardware oder Multimedia-Inhalte zuzugreifen. Auf der anderen Seite bieten mobile Geräte wie PDAs oder Handys immer mehr Multimedia-Funktionen, können diese aber ebenso wenig mit anderen Geräten teilen.


Ein am Lehrstuhl für Computergraphik der Universität des Saarlandes entwickeltes Multimedia-System hebt diese Grenzen auf: Stationäre und mobile Multimedia-Geräte lassen sich damit leicht vernetzen, um die Fähigkeiten der verschiedenen Geräte kombinieren und gemeinsam nutzen zu können. Damit stößt das Team um Prof. Philipp Slusallek in völlig neue Dimensionen des Multimedia-Entertainment vor: Inhalte können vollkommen transparent auf allen angeschlossenen Geräten genutzt werden. Auch kann die Medien-Wiedergabe von einem Gerät spontan auf ein anderes verlagert werden, z. B. vom Handy auf das Home-Entertainment-System im Wohnzimmer oder umgekehrt. Dies bietet sich an, um bessere Möglichkeiten zur Ausgabe zu nutzen, wie z. B. die HiFi-Anlage für Audio-Ausgabe oder die größere Projektionsfläche auf dem TV-Gerät. Gleichzeitig können auch andere Benutzer mit bereits gestarteten Präsentationen verbunden werden und somit die gleichen Inhalte simultan auf verschiedenen Endgeräten konsumieren. So kann etwa das im Wohnzimmer ausgestrahlte TV-Programm synchron auf einem mobilen Gerät betrachtet werden. Auch können zwei Anwender mit ihren Handys die gleichen Multimedia-Inhalte, wie z.B. Video-Clips, zeitgleich auf beiden Geräten betrachten.

Möglich gemacht wird all dies durch eine speziell entwickelte Multimedia-Architektur, die „Netzwerk-Integrierte Multimedia Middleware (NMM)". Diese Software ist das Ergebnis aktueller Forschungsarbeiten am Lehrstuhl für Computergraphik. Teile einer Anwendung lassen sich auf verschiedenen Geräten ausführen und so die Fähigkeiten aller im Netzwerk vorhandenen Geräte transparent nutzen - es entstehen vollkommen neue "virtuelle" Geräte. Insgesamt besteht das Multimedia-System aus stationären Home-Entertainment-Systemen, genannt "Multimedia-Box", und mobilen Geräten, wie PDAs und Handys. Die Multimedia-Box basiert auf einem Standard-PC in einem wohnzimmertauglichen Gehäuse, das an einen Fernseher angeschlossen ist und sich komplett mit einer Fernbedienung steuern lässt. Das System vereint dabei die Funktionalität herkömmlicher Geräte wie Fernseher, Videorecorder, DVD-, CD-, und MP3-Player in einem Gerät. Durch die Netzwerkfähigkeit der zugrundeliegenden NMM-Architektur können stationäre und mobile Geräte nahtlos integriert und genutzt werden.


Kontakt:

Prof. Dr.-Ing. Philipp Slusallek
FR 6.2-Computer Graphics Lab
Universität des Saarlandes
Im Stadtwald, Geb. 36.1, E18
66123 Saarbrücken
Tel: (0681) 302 3830
Fax: (0681) 302 3843
E-Mail: slusallek@cs.uni-sb.de

Dipl.-Inform. Marco Lohse
Tel: (0681) 302 3869
Fax: (0681) 302 3843
E-Mail: mlohse@cs.uni-sb.de

Philipp Slusallek | Staatskanzlei des Saarlandes
Weitere Informationen:
http://graphics.cs.uni-sb.de
http://www.uni-sb.de

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