Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mit Sicherheit zum Geschäftserfolg

19.02.2004


Fraunhofer IGD zeigt innovative Sicherheitssysteme auf der CeBIT 2004



Von Wirtschaftskriminalität sind 40 Prozent der Unternehmen in Deutschland betroffen, dies belegt eine aktuelle Studie von PricewaterhouseCoopers. Nach Betrug und Untreue rangiert die Computerkriminalität auf Rang zwei. Doch es sind nicht nur die digitalen Plagegeister wie beispielsweise "Mydoom" oder andere Computerwürmer und -viren, die Schäden in Milliardenhöhe verursachen. So entstehen Musikindustrie und Künstlern durch illegale Kopien große Einnahmeverluste. Ferner können Unbefugte leicht sensible Daten ausspionieren, denn viele Firmen und Organisationen tauschen Angebote und Verträge, Baupläne oder Wirtschaftsdaten ungesichert über die elektronischen Netze aus. Bislang unterschätzt werden auch die Gefahren durch mobile Endgeräte wie Laptops, Personal Digital Assistants (PDA) und Multimedia-Handys: sie unterlaufen die klassischen Schutzmechanismen und können so unbemerkt an brisante Informationen gelangen oder Schadprogramme einschleusen. Umfassende Sicherheits-Systeme für diese und weitere Anforderungen haben Forscher des Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD entwickelt. Sie zeigen ihre neuen marktreifen Lösungen für sichere Informationstechnik (IT) in Hannover auf der CeBIT 2004 am Fraunhofer-Gemeinschaftsstand in Halle 11, Stand A24 vom 18. bis 24. März.



Mobile Agenten

Mobile Endgeräte wie PDA oder Multimedia-Handy werden in Beruf und Freizeit immer beliebter. Doch wirklich komplexe Aufgaben lassen sich mit den Kleinstcomputern nur unzureichend bearbeiten. Mobile Agenten können hier Abhilfe schaffen. Aufwändige Aufgaben kann der Einzelne vom PDA aus an mobile Agenten delegieren, die diese dann ganz eigenständig erledigen. Natürlich müssen die digitalen Helfer bei ihrer Reise durch das Internet besonders geschützt sein. So kann der Anwender vielfältigste Tätigkeiten sicher an mobile Agenten delegieren. Dass dies ein erfolgversprechendes Zukunftskonzept ist, zeigen Forscher des Fraunhofer IGD mit der Software-Agenten-Plattform SeMoA (Secure Mobile Agents). Die mobilen Agenten sind vielfältig einsetzbar: Sie helfen gezielt Informationen zu beschaffen, bestimmte Anbieter und Produkte zu finden, Preisvergleiche anzustellen, einen Preis auszuhandeln oder Einkäufe zu erledigen - alles im Auftrag des Benutzers.

Automatischer Schutz

Viele Unternehmen, insbesondere in sicherheitskritischen Branchen wie Banken, Versicherungen oder eCommerce, aber auch zahlreiche Behörden haben umfassende Regelungen zur IT-Sicherheitspolitik aufgestellt. Allerdings hapert es oftmals an der Umsetzung, denn vielen Mitarbeitern fehlt es trotz massiver Aufklärungskampagnen an Sicherheitsbewußtsein. So werden unabsichtlich Computerviren eingeschleust oder Datenmissbrauch ermöglicht. Wie sich auch große Institutionen und Firmen weitgehend automatisiert vor Angriffen auf Netzwerke und Datenbanken schützen können, zeigt das COSEDA-Exponat des Fraunhofer IGD. Mit dem System, das unterschiedliche Sicherheitsmechanismen integriert, lassen sich Sicherheitspolitiken in einer Organisation durchsetzen. Dabei bleibt die Komplexität der Sicherheitsregeln niedrig und die Anwender brauchen auf ihre gewohnten Programme nicht zu verzichten.

Rote Karte für Raubkopien

Die private Kopie einer Musik-CD ist erlaubt, bestraft wird aber der kommerzielle Vertrieb digitaler Audio-CDs. Denn durch den illegalen Handel mit Musik entstehen der Phonographischer Wirtschaft weltweit Umsatzrückgänge in Milliardenhöhe. Freischaffenden Künstlern und Musikindustrie steht inzwischen ein Markierungsverfahren zur Verfügung, das mittels digitaler Wasserzeichen den Urheberschutz an Audiodaten gewährt, Missbrauch nachweisen kann und es ermöglicht, zusätzliche Informationen einzubinden. Forscher des Fraunhofer IGD haben dieses Watermarking-System entwickelt, mit dem Anwender digitale Wasserzeichen in Audiodaten einbetten und erkennen können. Die Software-Lösung ist als Plug-In in einen handelsüblichen Soundeditor integriert.

Durch illegales Kopieren von Computerspielen gehen Herstellern hierzulande zirka 350 Millionen Euro pro Jahr verloren, so der Verband der Unterhaltungssoftware Deutschland. Doch nicht nur die Computerspiele-Industrie will die Urheberrechte an ihren virtuellen Charakteren sichern. Auch Designer, die Autoindustrie oder virtuelle Museen wollen ihre dreidimensionalen Objekte und digitalen Prototypen markieren - ob zum Urheberrechtsschutz, zur Unterscheidung unterschiedlicher Varianten, oder um Zusatzinformationen zu hinterlegen. Für diese spezifischen Anforderungen haben Wissenschaftler des Fraunhofer IGD ein System entwickelt, das digitale Wasserzeichen in 3D-Modelle einbettet und detektiert - im digitalen wie im realen Objekt.

Ansprechpartner:
Dr. Christoph Busch
Abteilung Sicherheitstechnologie für Graphik- und
Kommunikationssysteme
Fraunhofer IGD, Darmstadt
E-Mail:christoph.busch@igd.fraunhofer.de

Bernad Lukacin | idw
Weitere Informationen:
http://www.cebit2004.fraunhofer.de.

Weitere Nachrichten aus der Kategorie CeBIT 2004:

nachricht FwD begeisterte CeBIT-Besucher
19.04.2004 | Funkwerk Dabendorf GmbH

nachricht D-Link unter die Top 50 der wichtigsten Cebit Aussteller gewählt
31.03.2004 | D-Link

Alle Nachrichten aus der Kategorie: CeBIT 2004 >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise