Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

IT-Sicherheit: Schotten dicht

10.02.2004


Mydoom, SoBig, I love you - immer wieder verursachen Computerviren und -würmer Schäden in Milliardenhöhe. Ein großes Sicherheitsrisiko sind mobile Geräte und Datenträger. Sie eröffnen Wirtschaftsspionen, Hackern, Würmern und Viren neue Einfallstore. Wie man sich wirkungsvoll schützen kann, zeigen Fraunhofer-Forscher auf der CeBIT in Halle 11.


Sicher mobil

Ob am Flughafen, im Café oder Bahnhof - über lokale Funknetze (W-LAN) kann man jederzeit im Internet surfen oder auf IT-Systeme des Unternehmens zugreifen. Das macht das Arbeiten unterwegs einfach und bequem. Allerdings birgt die zunehmende Mobilität Sicherheitsrisiken. So ist zum Beispiel bei Funkverbindungen das »Mithören« kinderleicht. Eine Antenne, die man als W-LAN-Karte in den Laptop oder PDA steckt, reicht aus, und schon können Hacker sich in den Datenfluss einklinken. »Gerade in Anwendungsbereichen wie den Rettungsdiensten oder dem Arbeiten im mobilen Büro steht ein vertrauenswürdiger und sicherer Informationsaustausch im Mittelpunkt«, erläutert Mario Hoffmann vom Fraunhofer-Institut für Sichere Telekooperation SIT. SIT-Forscher arbeiten daher an komplexen W-LAN-Schutzmechanismen, die eine zweifelsfreie Authentisierung der Kommunikationspartner, eine vertrauliche Kommunikation sowie den Schutz der Privatsphäre gewährleisten. Auf der CeBIT stellen die Wissenschaftler vor, wie man drahtlose Funk- und Mobilfunknetze mit größtmöglicher Sicherheit nutzen kann.



Ansprechpartner: Mario Hoffmann, Tel. 06151-869-60034 Fraunhofer-Institut für Sichere Telekooperation SIT

Ein weiteres Einfallstor für Datendiebe und Hacker sind mobile Datenträger. »Durch Memory-Sticks und Personal Digital Assistants können Firmengeheimnisse leicht in unerwünschte Hände gelangen«, warnt Stephen Wolthusen vom Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD. Es reicht, dass ein Mitarbeiter nur für wenige Minuten seinen Arbeitsplatz verlässt und schon können Unbefugte einfach mehrere 100 MB Daten auf einen USB-Stick kopieren oder ihren eigenen PDA mit dem Computer synchronisieren und so vertrauliche Informationen erhalten. Um das zu verhindern, haben IGD-Forscher COSEDA entwickelt. Das System verschlüsselt automatisch alle Daten, die auf einen Memory-Stick oder PDA heruntergeladen werden. Wollen unberechtigte Dritte auf die gespeicherten Daten zugreifen, erhalten sie einen unleserlichen Datensalat. Nur autorisierte Personen können die Informationen ohne Probleme lesen. COSEDA verhindert nicht nur den Diebstahl von Daten, es hilft auch die Sicherheitspolitik eines Unternehmens automatisch auf jedem Arbeitsplatz durchzusetzen.

Ansprechpartner: Dr. Stephen Wolthusen, Tel. 06151-155-539, Fraunhofer-Institut für
Graphische Datenverarbeitung IGD

Sicher ins Netz

Kaum ein Unternehmen kann heute darauf verzichten, im Internet präsent zu sein. Das Netz ermöglicht es, sich weltweit zu präsentieren, mit Zulieferern und Partnern in Verbindung zu treten, Geschäfte abzuwickeln oder sogar verteilt zu arbeiten. Das Problem: Die digitalen Datennetze sind sehr anfällig für Hacker, Spione, Saboteure, Viren, Würmer und Trojanische Pferde. Allein im vergangenen Jahr haben Computerviren nach einer Schätzung des IT-Sicherheitsunternehmens Trend Micro Schäden von 55 Milliarden Dollar in Unternehmen angerichtet. »Daher sind beim Anschluss eines Firmennetzes an das Internet sowohl funktionale wie auch sicherheitsrelevante Aspekte zu berücksichtigen - insbesondere, wenn das Netzwerk über mehrere Standorte verteilt ist«, fordert Johannes Grathwohl vom Network Operations Center (NOC) der Fraunhofer-Gesellschaft, das beim Fraunhofer-Institut für Informations- und Datenverarbeitung IITB angesiedelt ist. Einen umfassenden Schutz bietet der Kommunikationsknoten. Er sorgt für sichere Kommunikation zwischen den Standorten. Das System besteht aus einem Router, der die Internetanbindung als Schnittstelle nach außen realisiert, einer Hardware-Firewall und zwei Kommunikationsservern. »Die Firewall ist eine Art Stadtmauer. Man legt fest, welche Waren bzw. welche Informationen jeweils durch die Stadttore ein- und ausgeschleust werden dürfen. Bei der Firewall-Architektur des Kommunikationsknotens werden vier Sicherheitsbereiche unterschieden. Je weiter man in das Innere der Firma vordringt, desto undurchlässiger wird der Schutzwall«, beschreibt Grathwohl das Konzept. Das Sicherheitskonzept wird bereits in der Fraunhofer-Gesellschaft eingesetzt. Es realisiert die Anbindung ans Internet sowie die sichere Kommunikation zwischen der Zentrale und den Instituten.

Ansprechpartner: Johannes Grathwohl, Tel. 0721-6091-339, Fraunhofer-Institut für
Informations- und Datenverarbeitung IITB

Automatische Sicherheitskontrollen

Mittlerweile schützt fast jedes Unternehmen seine Netze mit Firewalls und Virenscannern. Doch wer kontrolliert, ob auch alle vorhandenen Sicherheitssysteme eingeschaltet sind? Um die Datensicherheit im Unternehmen vor menschlichem Versagen zu schützen, entwickelten Forscher am SIT den elektronischen Sicherheitsinspektor eSI. Das Programm überprüft automatisch, ob alle vorgesehenen Vorkehrungen aktiv sind. »Welche Schutzmaßnahmen überprüft werden, legt der Administrator entsprechend der jeweiligen Sicherheitspolicy des Unternehmens in Checklisten fest. Einmal eingestellt, kennt eSI die Organisation und den Aufbau des Computer-Netzwerks und überwacht die Schutzmaßnahmen kontinuierlich«, erläutert Heinz Sarbinowski das System.

Ansprechpartner: Heinz Sarbinowski, Tel. 06151-869-287, Fraunhofer-Institut für
Sichere Telekooperation SIT

Auch für CISCO-basierte Netzwerke gibt es bereits Werkzeuge für automatische Sicherheitsanalysen. Forscher vom Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering IESE haben CROCODILE entwickelt. Das System kontrolliert die Routereinstellungen und markiert fragwürdige Konfigurationen. »Die immer komplexeren Netzkonfigurationen können Experten nicht in Handarbeit warten. Zu schnell werden Schwachpunkte übersehen. Deswegen braucht man automatische Systeme wie CROCODILE«, betont Dr. Reinhard Schwarz vom IESE. Großunternehmen setzen das Verfahren zur Wartung von IP-Netzen ein.

Ansprechpartner: Dr. Reinhard Schwarz, Tel. 06301-707-231, Fraunhofer-Institut für
Experimentelles Software Engineering IESE

Welche drastischen Folgen bereits kleine Lücken im Sicherheitsmanagement haben können, zeigt eine Studie von Informationweek zur IT-Secrurity: In fast zwei Dritteln der befragten deutschen Unternehmen sind aufgrund von Angriffen IT-Systeme ausgefallen. Die Security kann helfen, solche Ausfälle in Zukunft zu vermeiden.

| Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.fraunhofer.de
http://www.cebit.de

Weitere Berichte zu: Datenverarbeitung IESE PDA Telekooperation

Weitere Nachrichten aus der Kategorie CeBIT 2004:

nachricht FwD begeisterte CeBIT-Besucher
19.04.2004 | Funkwerk Dabendorf GmbH

nachricht D-Link unter die Top 50 der wichtigsten Cebit Aussteller gewählt
31.03.2004 | D-Link

Alle Nachrichten aus der Kategorie: CeBIT 2004 >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

International führende Informatiker in Paderborn

21.08.2017 | Veranstaltungen

Wissenschaftliche Grundlagen für eine erfolgreiche Klimapolitik

21.08.2017 | Veranstaltungen

DGI-Forum in Wittenberg: Fake News und Stimmungsmache im Netz

21.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Im Neptun regnet es Diamanten: Forscherteam enthüllt Innenleben kosmischer Eisgiganten

21.08.2017 | Physik Astronomie

Ein Holodeck für Fliegen, Fische und Mäuse

21.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Institut für Lufttransportsysteme der TUHH nimmt neuen Cockpitsimulator in Betrieb

21.08.2017 | Verkehr Logistik