Niedersächsische Energietage: Wege zur nachhaltigen Mobilität

Rund 220 Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft, darunter Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff, tauschten sich zwei Tage lang in der historischen Goslarer Kaiserpfalz über das Thema „Energie und Mobilität“ aus. Veranstalter der hochrangigen Konferenz ist das Energie-Forschungszentrum Niedersachsen (EFZN) gewesen, das federführend von der TU Clausthal betrieben wird.

„Die TU Clausthal und der Energiestandort Goslar sind zunehmend in aller Munde“, hatte Wulff zu Beginn seines Impulsreferats gesagt. Er verwies darauf, dass Niedersachsen im Vergleich der Bundesländer bei den Energieträgern Erdgas, Wind und Biomasse eine mitführende Rolle einnimmt. Zugleich betonte er: „Weitere Anstrengungen für eine klimaschonende Mobilität sind erforderlich.“

Antriebskonzepte künftiger Fahrzeuge seien eines der großen Zukunftsthemen, müssten aber mit Realitätssinn angegangen werden. Nach den Worten des Ministerpräsidenten werden sich auch Wissenschaftler der Niedersächsischen Technischen Hochschule in das Forschungsgebiet „Energie und Mobilität“ einbringen. Grundsätzlich plädierte Wulff auf dem Weg hin zu mehr erneuerbaren Energien für einen Mix unterschiedlicher Energieträger.

„Der Personenverkehr auf den Straßen wird bis 2020 um 20 Prozent zunehmen“, sagte der Leiter der Volkswagen-Konzernforschung, Professor Jürgen Leohold, in einem weiteren Impulsreferat: „Die Antriebsfrage wird nicht in drei, vier Jahren entschieden, das ist eine Frage von Dekaden.“ Deshalb erstrecken sich die Anstrengungen für mehr Klimaschutz im Straßenverkehr bei VW beispielsweise auch auf energiesparende Leichtbauweise, effizientere Motoren oder den Einsatz von Biokraftstoffen der zweiten Generation. Elektroautos hält er aufgrund noch unzureichender Batteriespeicherkapazitäten bisher nur im Kurzstreckenbereich für realistisch. „Langstreckenmobilität wird noch lange an den Verbrennungsmotor gekoppelt sein“, sagte Leohold.

Zur Elektromobilität sei es noch ein weiter Weg, bestätigte im dritten Impulsreferat Professor Klaus-Dieter Maubach. Gleichwohl bekräftigte der Vorstandsvorsitzende der E.ON Energie AG und Honorarprofessor an der TU Clausthal: „Das Elektroauto hat Potenzial. Ich glaube, dass wir an dieses Thema ran müssen.“ Einig sind sich Maubach und sein Clausthaler Kollege Professor Hans-Peter Beck, der das Energie-Forschungszentrum Niedersachsen leitet, darin, dass sich das komplexe Zukunftsthema Energie nur über einen transdisziplinären Dialog voranbringen lässt. „Wenn es um Energie und Rohstoffe geht, sollten Politik, Wirtschaft und Wissenschaft an einem Strang ziehen“, forderte Beck.

Im Anschluss an die Impulsreferate wurde die Tagung mit Vorträgen in vier Fachforen fortgesetzt: „Neue Energieträger für die Mobilität“, „Speichersysteme“, „Energieverteilung und Mobilität“ sowie „Neue Antriebstechnologien“. Zur Ausrichtung der Niedersächsischen Energietage trugen neben dem EFZN das Land Niedersachsen und aus der Industrie die Unternehmen E.ON Avacon, Siemens, Baker Hughes, EWE und Volkswagen bei. Insofern ist der Austausch unter Politikern, Wissenschaftlern und Wirtschaftsvertretern in vollem Gange.

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