Niedersachsen auf Innovationskurs: Giganten der Felder, Schnelltests für saubere Luft und Energie aus Gartenabfall

Drei Beispiele für erfolgreiche Erfindungen, die mit Unterstützung der Partner des „Innovationsnetzwerk Niedersachsen“ von der Idee im klugen Kopf in die Realität umgesetzt wurden, sind beim gestrigen Parlamentarischen Abend in Berlin vorgestellt worden.

Heizen mit Müll

Aus pelletiertem Gartenabfall macht die Firma Ecoworxx Energie. „Mit dem Pelletmaker kann man gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen: Man spart Entsorgungskosten, bekommt Heizmaterial und tut noch etwas für den Klimaschutz“, sind sich die Entwickler sicher. Über eine Raspel werden Heckenreste und Zweige zu kleinsten Teilchen geschliffen. Anschließend presst die Maschine den Biomüll in eine lange Stange, die in kleine Pellets geschnitten wird.

Schwangerschaftstest für B-Waffen

Chemie lag anschließend in der Luft: Die Göttinger Firma Miprolab hat ihren Schnelltest auf biologische Kampfstoffe für das Militär vorgestellt. Mit den Schnelltests sollen Soldaten ohne ein Labor direkt vor Ort prüfen, ob bestimmte Bakterien, Viren oder Gifte als Waffen eingesetzt werden. „Die Schnelltests funktionieren ähnlich wie ein Schwangerschaftstest“, meint Entwicklerin Sibylle Pagel-Wieder, die prompt eine Probe analysiert. Dazu wird eine verdünnte Bodenprobe auf einen Teststreifen geträufelt – genau wie Urin beim Schwangerschaftstest. „Durch bestimmte Antikörper entsteht eine chemische Reaktion. Ein Streifen ist die Kontrollline, der zweite das Testergebnis. So kann ein Soldat auf verschiedene Kampfstoffe testen“, veranschaulicht Pagel-Wieder.

Intelligentes Lenksystem für Landmaschinen

Damit tonnenschwere, gezogene Güllewagen hinter einem Trecker eleganter fahren, haben Tüftler der niedersächsischen Firma Kotte Landtechnik und der Fachhochschule Osnabrück ein neues Steuerungssystem entwickelt. „Das innovative MultiSteeringSystem bietet verschiedene Lenkstrategien an“, meint Felix Hainzl beim Parlamentarischen Abend. Dadurch können die unhandlichen Gefährte schnell auf der Straße flitzen, leichter rangieren und bodenschonend über die Felder kreuzen. „Die Lösung für die ansonsten sperrige Steuerung liegt darin, jede Achse des Fahrzeugs verstellbar zu gestalten. Beim In-Spur-Fahren schneidet der Güllewagen somit keine Kurven mehr, im Hundegang schont er den Boden und die manuelle Achsverstellung sowie die Automatik sorgen für kleinste Wenderadien“, verdeutlicht Hainzl. Da die Steuerelektronik auf dem angehängten Güllewagen sitzt, kann jeder Trecker herstellerneutral den Wagen ziehen. Solche technischen Raffinessen entlasten den Fahrer.

Wissensaustausch

Diese Themen boten den 300 Gästen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik genug Gesprächsstoff für das anschließende Get-Together.

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