Labormedizinische Spurensuche im menschlichen Mikrokosmos

Die 6. Jahrestagung der Deutschen Vereinten Gesellschaft für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin (DGKL) in Leipzig (7. – 10.10.09) behandelt genau diese Schnittstelle zwischen modernsten Entwicklungen der klinischen und biomedizinischen Grundlagenforschung und der labormedizinischen Diagnostik für den Patienten. Auf der Pressekonferenz werden beispielhaft einige spannende Themenbereiche vorgestellt.

08.10. 2009, 12:00 Uhr bis 13:00 Uhr
Congress Center Leipzig, Raum VIP 4
Messeallee 1, Leipziger Messegelände
1. Troponin, ein Herzmuskelmarker, der es in sich hat
Tagungspräsident Prof. Dr. med. Joachim Thiery, Direktor des Institutes für Laboratoriumsmedizin, Klinische Chemie und molekulare Diagnostik und Dekan der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig gibt einen Überblick über die Höhepunkte der Konferenz. Außerdem informiert er über einen neuen Labortest, der es ermöglicht, das Eiweiß Troponin, das speziell bei einem Herzinfarkt ausgeschüttet wird, in niedrigster Konzentration nachzuweisen. Das ist wichtig, um das Ausmaß des Schadens nach einem Infarkt zu bewerten und damit die Behandlung optimieren zu können. Prof. Thiery informiert auch über die Bedeutung des LIFE-Projektes, mit dem die Universität Leipzig molekulare Ursachen umwelt- und lebensstilassoziierter Erkrankungen erforschen will.

2. Ersetzt die Maschine im Labor den Menschen?

Der Präsident der DGKL und Direktor des Institutes für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Prof. Dr. med. Karl J. Lackner, setzt sich mit dem Thema auseinander, ob die zunehmende Automatisierung im Labor den Menschen ersetzen kann und was die Labormedizin der Zukunft leisten kann.

3. Den Molekülen auf der Spur. Warum die Bestimmung des Gewichts die Labormedizin revolutionieren kann

Dr. Uta Ceglarek, Institut für Laboratoriumsmedizin, Klinische Chemie und Molekulare Diagnostik am Universitätsklinikum Leipzig, stellt vor, wie verfeinert die Diagnostik in der Laboratoriumsmedizin heute schon ist. So ist man durchaus in der Lage, einen Zuckerwürfel im Cospudener See nachzuweisen. Sie erklärt, wie das über die Bestimmung des Gewichts von Molekülen möglich ist und welche Bedeutung solcherart exakte Nachweise für die klinische Diagnostik haben.

4. Biomarker für Restless-Legs-Syndrom

Erfolgreich war die Labormedizin auch mit der Entdeckung, dass das sogenannte Restless-Legs-Syndrom, das einen Bewegungsdrang in den Beinen hervorruft, mit Entgleisungen des Eisenstoffwechsels einhergeht. Herausgefunden hat das Prof. Thomas Meitinger vom Helmholtz-Institut für Humangenetik Neuherberg bei München. So kann man hoffen, diese als schwer behandelbar geltende Erkrankung vielleicht bald erfolgreich therapiert werden kann. Mehr dazu auf der Pressekonferenz.

5. Ist Prävention bezahlbar?

Die Möglichkeiten der Labormedizin, immer mehr neue Marker für Krankheiten zu finden, machen Prävention in weit größerem Umfang als bisher möglich – eine Herausforderung für unser Gesundheitssystem. Prof. Dr. Oberender von der Forschungsstelle für Sozialrecht und Gesundheitsökonomie der Universität Bayreuth setzt sich auseinander mit den Konsequenzen für das moderne Gesundheitssystem.

Rückmeldung:
Bitte informieren Sie uns, ob Sie an unserer Pressekonferenz teilnehmen wollen unter (03641) 35 33 229 oder romy.held@conventus.de
Foto und Film:
Die bildgebenden Medien haben die Möglichkeit vor der Jahrestagung interessante Aufnahmen in unserem Zentrallabor zu machen. Dort kann man z.B. sehen, wie sich Automaten wie von Geisterhand bewegen, um Proben zu bearbeiten. Sie können gern auch den Weg verfolgen, den Patientenproben gehen, also den Weg von der Blutentnahme über das Labor bis zur Auswertung durch den Arzt. Bitte aber unbedingt vorher mit dem Institut für Laboratoriumsmedizin, Klinische Chemie und Molekulare Diagnostik abstimmen: 0341 97 22 200 oder katja.duczek@medizin.uni-leipzig.de

Media Contact

Dr. Bärbel Adams idw

Weitere Informationen:

http://www.dgkl2009.de

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